Neue Sanitäranlagen im ehemaligen Leichenwärterhaus auf dem Friedhof
Der Verein zur Förderung der Friedhofskultur in Wismar e.V., kurz Friedhofsverein, verfolgt das Ziel, das ehemalige Leichenwärterhaus auf dem Ostfriedhof in Wismar wieder mit Leben zu füllen und als Ort für Veranstaltungen und Begegnungen nutzbar zu machen. Hierfür wurden durch die Hansestadt Wismar seit dem Jahr 2024 umfangreiche Sanierungs- und Erschließungsmaßnahmen umgesetzt. Dazu zählen unter anderem die Erneuerung der Wasser-, Abwasser- und Stromanschlüsse, die Trockenlegung des Sockelbereichs sowie die Verstärkung des Fundaments.
Im Zuge der Maßnahmen wurden zudem zwei öffentliche Toilettenanlagen geschaffen. Bislang standen Besucherinnen und Besuchern lediglich im östlichen Bereich des Friedhofs sanitäre Einrichtungen zur Verfügung.
Die neuen Toilettenräume sind weitgehend barrierefrei zugänglich und täglich von 8.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Die Nutzung ist kostenfrei.
Die feierliche Eröffnung des Leichenwärterhauses und der neuen Sanitäranlagen erfolgt am Sonnabend, dem 20. Juni 2026, um 15.00 Uhr im Rahmen des Sommerfestes "Wandelei auf vergessenen Pfaden" des Friedhofsvereins. Mit dabei ist auch Bürgermeister Thomas Beyer.
Das Leichenwärterhaus war kurz nach der Einweihung des Friedhofs um 1835 errichtet worden. Es entstand vor dem Hintergrund der damals weit verbreiteten Angst, lebendig begraben zu werden. Solche Häuser dienten dazu, Verstorbene bis zur zweifelsfreien Feststellung des Todes aufzubahren. Speziell angestellte Leichenwärter überwachten die Aufbahrungen und kontrollierten regelmäßig mögliche Lebenszeichen.
In Wismar lebte der Leichenwärter gemeinsam mit seiner Familie in diesem Haus des "zweifelhaften Todes". Seit 1990 stand das Gebäude leer.