Familie Karseboom
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Bild: © Projektgruppe Stolpersteine
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Stolpersteinverlegung für die Familie Karseboom
Am Samstag, dem 16. Februar 2019, wurden in Anwesenheit von Gunter Demnig sowie zahlreichen Familienangehörigen, Patinnen und Paten und weiteren Interessierten acht Stolpersteine in der Wismarer Altstadt verlegt.
Sieben dieser Steine erinnern an die jüdische Kaufmannsfamilie Karseboom. Die Familie lebte seit 1902 in Wismar und betrieb hier ein großes Kaufhaus. Adolf Karseboom war ein angesehener Kaufmann, Mitglied des Wismarer Stadtparlaments und spielte auch im religiösen Leben der jüdischen Gemeinde eine wichtige Rolle. Sein Sohn Friedrich Karseboom (1900–1987) übernahm 1926 das Kaufhaus (heute Hinter dem Rathaus 17).
Als große und wirtschaftlich erfolgreiche Familie gerieten die Karsebooms ab 1933 ins Visier der Nationalsozialisten. Sie waren Boykottmaßnahmen und antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Besonders Friedrich Karseboom und sein Kaufhaus im Stadtzentrum wurden von der nationalsozialistischen Presse angegriffen. Ende 1933 sah sich die Familie gezwungen, nach Hamburg zu ziehen. 1935 musste Friedrich Karseboom sein Geschäft aufgeben – es wurde „arisiert“.
Friedrich Karseboom gelang es 1937/38, mit seiner Frau und den drei Kindern nach Palästina zu fliehen. Andere Familienangehörige konnten Deutschland jedoch nicht mehr verlassen und wurden in Konzentrationslagern ermordet.
Vor dem letzten freiwilligen Wohnort der Familie in der Straße Am Vogelsang 7 wurden im Beisein von Lawrence Marks sowie Caryn, Vicki und Ethan Hertz fünf Stolpersteine verlegt. Ein weiterer Stein für Frieda Karseboom, die Mutter von Friedrich, erinnert in der Dr.-Leber-Straße (Höhe Clever Fit) an sie. Das damalige Wohnhaus existiert heute nicht mehr.
Vor dem einstigen Kaufhaus der Karsebooms erinnert zudem ein Stolperstein mit der Gravur „Hier arbeitete Friedrich Karseboom“ an die Verfolgung und Entrechtung der Familie und mahnt uns bis heute.
Die Patenschaft für den Stolperstein von Frieda Karseboom hat Maren Schmidt übernommen.