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Zahlen und Entwicklung

Statistik

Gesamtfläche: 22 Hektar
Grabflächen: 7,5 Hektar
Bäume:  2.500 Stück
Hauptwege: 3 Hektar
Hecken: 2 Kilometer
Arbeitskräfte: 3 Verwaltung, 8 Gärtner (inklusive Trauerfeiern / Beisetzungen)
Trauerfeiern: 272 (Stand: 2015)
Begräbnisse: circa 530 jährlich (davon circa 60 Prozent anonym)




Friedhofsentwicklungskonzept

beschlossen am 28.10.2021 durch die Bürgerschaft

Entwicklung / Erweiterungen des Friedhofs Wismar


  • 1831/1832 (Alter Friedhof)
    Entstehung/Weihe
    Haupt / Martens
  • um 1862 (Westfriedhof)
    1. Erweiterung:
    Gartenbaudirektor Th. Klett
  • um 1901 (Pavillon)
    2. Erweiterung: 
    Kammeringenieur C. Dolberg
  • um 1915 (Buchstabenfelder)
    3. Erweiterung:
    Gartenbauarchitekt A. Kurilin
  • um 1938 (Ziffernfelder) mit Entstehung der Feierhalle (1942-45)
    4. Erweiterung:
    Gartenbauarchitekt W. Hübotter
  • um 1950/60 (Aufgang Wiesenweg)
    5. Erweiterung:
    Gartenbauarchitekt O. Frank
  • 1986
    Eintragung als Flächendenkmal

Geschichte des denkmalgeschützten Friedhofes der Hansestadt Wismar

Der Friedhof hat in seiner langjährigen Entwicklung eine Vielzahl kultureller und geschichtlicher Wandlungen erlebt.

Immer aber blieb er ein parkartig gestalteter Friedhof mit einem gut erhaltenen alten Baumbestand, unter dessen schützendem grünen Blätterdach für verstorbene Bürger eine würdige Grabstätte gestaltet werden kann. Die Stille und Abgeschiedenheit des Ortes bieten angemessene Möglichkeiten, die Trauer ausleben und verarbeiten zu können.

Die Pflicht der Kommune als Träger des Friedhofes ist es, würdige und zweckentsprechende Voraussetzungen zu schaffen. Bereits 1986 wurde der Friedhof als Flächendenkmal unter Schutz gestellt.
Nach der politischen Wende 1989 hat die Stadt bisher weit über zwei Millionen DM in Sanierungs- und Baumaßnahmen auf dem Friedhof investiert.
Die Anerkennung der Bürger und Besucher zeigt, daß der gesamte Friedhof als Kulturgut bewahrt und den Bedürfnissen entsprechend verwaltet wird.

Friedhöfe sind nicht nur Orte der Besinnung und der Erinnerung an Verstorbene, sondern sie sind in ihrer Gestaltung und Art der Anlage einschließlich ihres Grabmalbestandes gleichfalls Zeugnisse geistiger und künstlerischer Auseinandersetzung mit dem Thema Tod in Vergangenheit und Gegenwart. Sie spiegeln Geschichte, kulturgeschichtliche Entwicklungen wie auch die Handwerkskunst verschiedener Epochen auf engem Raum wider.

Die Entwicklung der städtischen Friedhöfe wurde Mitte des 19. Jahrhundert zunehmend vom aufstrebenden Bürgertum beeinflußt.
Das Erbbegräbnis und das Familiengrab blieb den wohlhabenden Familien vorbehalten, die ärmeren Bevölkerungsschichten wählten das Reihengrab.

Friedhofsgrundrisse mit pompösen Familiengrüften an repräsentativen Plätzen sind kennzeichnend für diese Periode.
Später führte die Entwicklung vom Erdgrabhügel über das Grabbeet zu flächigen Grabgestaltungsformen.
Im Erscheinungsbild des Friedhofs sind hier und da noch vergitterte Grabstätten zu erkennen. Als »Totengärtchen« bezeichnete man jene Familiengrabstätten, die eine besondere Einzäunung umgab. Diese sollte sowohl Schutz als auch Zierde der Grabstätte sein, hatte aber auch den Besitzanspruch der Familie auf dieses Stückchen Gottesacker zu unterstreichen.
Auf dem Wismarer Friedhof sind einige dieser Totengärtchen erhalten geblieben.
Mitunter sind Grabsteine schon längst nicht mehr vorhanden, die Eisengitter vom Rost zerfressen, aber auch diese Gitter sind Relikte der Friedhofskultur vergangener Jahrhunderte, und die Friedhofsverwaltung bemüht sich, sie instand zu halten, um das alte Friedhofsbild zu bewahren.

Die Entstehungszeit dieser historisch wertvollen Grabmale fällt in den Zeitraum des beginnenden 19. bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts. Eine würdige Beerdigung und die regelmäßige Pflege der Grabstätten sind seit Jahrhunderten ein selbstverständlicher Bestandteil unserer Kultur.

In unseren Breiten sind Erdbestattungen zur Regel geworden; bis in die 1970er Jahre hinein galt das auch für den Wismarer Friedhof.
Staatlicherseits wurden in den 70er und 80er Jahren Feuerbestattungen gefördert und propagiert. So entstand Ende der 80er Jahre das anonyme Urnengrabfeld auf dem Westfriedhof, das zunächst Verstorbenen vorbehalten war, die keine Angehörigen und somit niemanden für die Grabpflege hatten.

Die Bepflanzung der Grabstätte ist eine Erscheinung der christlich geprägten Gesellschaften der Neuzeit. Es wurden bestimmte Gehölze und Stauden gepflanzt, denen eine glaubensgeprägte kultische Bedeutung zukam. Hierzu gehören traditionelle Trauerbäume, etwa die Trauerweide, immergrüne Pflanzen wie Buchsbaum und Immergrün, die als Symbole des Lebens, der Ewigkeit und Unsterblichkeit galten.

Die Notwendigkeit eines Gottesackers vor den Toren der Stadt

  • steigende Einwohnerzahlen / Sterbefälle verknappen den Begräbnisplatz in / an Kirchen deutlich
  • hygienische Verhältnisse in den sogenannten Beinhäuser katastrophal
  • 1791 Anordnung vom Tribunalspräsidenten und später von der schwedischen Kommission zur endgültigen Verlegung der Friedhöfe außerhalb der Stadt
  • auf Initiative von  Bürgermeister Anton J. F. Haupt und J. Gottfried Martens entsteht der Wismarer Friedof auf dem ehemaligen Galgenberg, kirchliche Weihe am 24. Oktober 1831

Blick vom ältesten Friedhofsteil auf dem ehemaligen Galgenberg, aus: Mecklenburg in Bildern, Hrsg. Lisch, 1842, Vorlage: C. N. Canow (Stadtgeschichtliches Museum Wismar)

Ältester auffindbarer Plan des Alten Friedhofs, gez. I. G. Borgwardt, 1844 (Stadtarchiv Wismar)

Erweiterung des Alten Friedhofs um Garten des Friedhofswärters, Darstellung 1926 (Stadtarchiv Wismar)

Neuanlage des West-Friedhofs ab 1862, nach Theodor Klett (großhzgl. Gartenbaudirektor, Schwerin)

Buchstabenfelder mit Abschluss am Droschkenplatz, Pavillon, Vogelperspektive der Erweiterung des Friedhofs um 1930, durch C. Dolberg, W. Hübotter, A. Kurilin (Stadtarchiv Wismar)

Entwicklung Friedhofs-Entwicklungskonzept

Kontakt

Friedhofsverwaltung
Wiesenweg 69 b
23970 Wismar
Karte anzeigen
Telefon: 03841 283227
Fax: 03841 251-7772250
E-Mail
www.wismar.de/friedhof

Öffnungszeiten

der Friedhofs­verwaltung
Montag:
08.30 - 12.00 Uhr
Dienstag:
08.30 - 12.00 Uhr
14.00 - 15.30 Uhr
Mittwoch: geschlossen
Donnerstag:
08.30 - 12.00 Uhr
14.00 - 15.30 Uhr
Freitag:
08.30 - 12.00 Uhr
Individuelle Terminabsprachen sind möglich.

Aufzug vorhanden: Nein
Rollstuhlgerecht: Nein

Tore des Friedhofes

April bis September
07.00 - 21.00 Uhr
Oktober bis März
08.00 - 18.00 Uhr