Haupt, Anton Johann Friedrich
Jurist, Bürgermeister und Initiator des Wismarer Friedhofs
geboren am 18. September 1800 in Wismar,
gestorben am 22. November 1835 in Wismar
Vater: Rechtsgelehrter
Lebensstationen
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1817 legte er an der Großen Stadtschule Wismar die Reifeprüfung ab.
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Anschließend nahm er ein Jurastudium in Jena auf.
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Dort schloss er sich den Burschenschaften an und nahm am Wartburgfest 1817 teil.
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1819 wechselte er an die Universität Bonn und wurde wegen seiner Zugehörigkeit zur fortschrittlichen Studentenbewegung verhaftet.
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Nach Beendigung des Studiums kehrte er nach Wismar zurück und wurde dort Rechtsanwalt.
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Bereits 1822 verfasste er die Schrift „Über die Idee eines neuen Gesetzbuches für Mecklenburg“.
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1823 wurde er Ratsmitglied und Vorsitzender des Direktoriums des Nieder- und Waisengerichts.
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1826 wählte ihn der Rat zum Bürgermeister von Wismar.
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1827 erließ er eine neue Armenordnung, machte Reformvorschläge zur Errichtung des ersten städtischen Krankenhauses und zur Verlegung des Friedhofs außerhalb der Stadt – angesichts der drohenden Choleraepidemie.
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Unter seiner Leitung wurden die städtische Gesetzgebung und Verwaltungsordnung verbessert.
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Er reformierte die Kämmereiverwaltung und gründete 1832 das Hebungsdepartment.
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1835 forderte er die Pressefreiheit für das feudal geprägte Mecklenburg.
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Zudem war er Direktor des städtischen Obergerichts, des Ehegerichts, der Ersparnisanstalt und des Stadtbuchwesens.
Wirken für die Stadt Wismar
Anton Haupt studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten Jena und Bonn.
Nach seiner Rückkehr nach Wismar im Jahr 1820 arbeitete er als Rechtsanwalt.
Als Ratsmitglied und später als Bürgermeister widmete er seine Kraft dem Wohle seiner Heimatstadt.
Er führte umfassende Reformen in der Verwaltung des Polizei-, Armen- und Stadtbuchwesens, der Geistlichen Hebungen, der Kämmerei sowie in der städtischen Rechtsprechung durch.
Auf seine Initiative wurde der neue Friedhof auf dem ehemaligen Hinrichtungsplatz – dem sogenannten Galgenberg – errichtet und am 24. Oktober 1831 kirchlich geweiht.
Seine Idee beruhte auf Eindrücken, die er auf Reisen durch parkähnliche Friedhöfe in Koblenz und Darmstadt gesammelt hatte.
Seine Grabstätte wählte Anton Haupt exakt an der Stelle, an der sich einst der Galgen befand.