Wismar - die Hansestadt

Wismar – die Hansestadt an der Ostsee

Geschichte und Geschichten – das ist Wismar.

Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die Wendenzeit zurück.
Damals entstand hier eine kleine Hafen- und Bauernsiedlung nahe der legendären Via Regia, einer alten Handelsstraße zwischen Ost und West.
Schon seit vielen Jahrhunderten ist Wismar ein bekannter und gern besuchter Handelsort.


Die Anfänge der Stadt

Als in Mecklenburg die ersten Städte gegründet wurden, gehörte Wismar zu den frühesten:
1229 wird die Stadt erstmals urkundlich erwähnt.
Der Name geht vermutlich auf ein kleines Flüsschen zurück – die „aqua wissemara“, die heute nicht mehr nachweisbar ist.

Wismar zog schon früh viele Menschen an: Kaufleute, Handwerkerinnen und Handwerker, Fischer, Seefahrer und Bauleute aus unterschiedlichen Regionen ließen sich hier nieder.
Sie brachten Wohlstand, neue Ideen und kulturellen Austausch in die Stadt.

Auch Seeräuber gehörten zum Bild der damaligen Zeit.
Der berühmte Freibeuter Klaus Störtebeker ist im ältesten Wismarer Gerichtsbuch erwähnt – er soll hier in eine Schlägerei verwickelt gewesen sein.

So begann die bewegte Geschichte einer Stadt, die immer offen, lebendig und widerstandsfähig geblieben ist.


Seefahrt, Hanse und Handel

Seit ihrer Gründung ist Wismar eng mit der Seefahrt und Mecklenburg verbunden.
Bereits ein Stadtsiegel von 1256 zeigt zwei Symbole:
eine Kogge für die Seefahrt und den Stierkopf für Mecklenburg.
Trotz der Verbundenheit mit dem Land bewahrten die Wismarerinnen und Wismarer stets ihren eigenständigen Charakter.

Im Jahr 1259 schlossen Lübeck, Wismar und Rostock einen Dreibund zum Schutz ihrer Handelswege – auf See und an Land.
Er diente vor allem der Sicherung gegen Seeräuber.

Bald wuchsen Hafen, Schifffahrt und Handel.
Über Wismars Kaianlagen wurden Weine aus Südeuropa, Pelze und Holz aus Russland, Felle aus Norwegen, Tuche, Seide, Wolle, aber auch Fische, Gewürze, Wachs, Malz und Salz gehandelt.
Der Handel über die Ostsee und ins Binnenland blühte auf – die Blütezeit der Hanse begann.
Wismar wurde wohlhabend, mächtig und einflussreich – eine bedeutende Stadt im Hansebund.


Zeugen einer reichen Vergangenheit

Der wirtschaftliche Erfolg dieser Zeit spiegelt sich bis heute im Stadtbild:
Die mächtigen Kirchen der Backsteingotik, die alten Stadtmauern, das Wassertor, die mittelalterlichen Bürgerhäuser und die Wasserkunst auf dem Marktplatz – 1602 als kunstvoller Nachfolgebau eines einfachen Brunnens errichtet – erzählen vom Wohlstand und Selbstbewusstsein der Stadt.

Im 16. Jahrhundert begann die Bedeutung der Hanse zu schwinden, doch Wismar blieb ein Ort mit Geschichte und Charaktereine Stadt, die Menschen seit Jahrhunderten anzieht.