Podeus, Heinrich Wilhelm Joachim Jacob
Kapitän, Kaufmann und Industrieller
geboren am 9. November 1832 in Warnemünde,
gestorben am 21. Juli 1905 in Wismar
Lebensstationen und Tätigkeiten
-
Mit 26 Jahren wurde er Kapitän.
-
1858 gab er bei einem Rostocker Schiffbaumeister sein erstes Schiff in Auftrag.
-
Seine Bark „Hans Georg“ führte er 13 Jahre lang auf Frachttouren.
-
1870 ließ er sich in Wismar nieder – zunächst als Kohlenimporteur, später als Holzgroßhändler, Dampfschiffsreeder und Industrieunternehmer.
-
1879 übernahm er die Crullsche Eisengießerei.
-
Er gründete dort eine Abteilung für landwirtschaftliche Maschinen und später einen Produktionsbereich für Schiffshilfsmaschinen.
-
1894 gründete er eine Waggonfabrik,
-
1906 folgte eine Automobilabteilung (nach seinem Tod weitergeführt).
-
1932 wurde der Betrieb geschlossen.
-
1885 wurde er zum Kommerzienrat, 1895 zum Geheimen Kommerzienrat ernannt.
-
1891 erfolgte seine Berufung zum Landeseisenbahnrat.
-
1892 war er Mitbegründer des Wismarer Kanalbauvereins.
-
1894 wurde er zum Ältesten der Wismarer Kaufmannskompanie gewählt und übernahm dort den Vorsitz.
-
Er war Britischer Konsularagent in Wismar,
Aufsichtsratsmitglied der Wismarer Vereinsbank AG,
sowie Mitglied des Seeamtes und des Bürgerausschusses.
Leben und Wirken
Heinrich Podeus besuchte die Navigationsschule in Wustrow, wo er 1857 das Kapitänspatent erlangte.
1862 ließ er sich in Wismar nieder und beendete 1870 seine Laufbahn auf See.
Fortan war Podeus als Kaufmann und Unternehmer tätig.
Zu seinen erfolgreichen Gründungen gehörten ein Kohlehandel, eine Dampfschiffreederei, ein Säge- und Hobelwerk, eine Eisengießerei und Maschinenfabrik sowie eine Waggonfabrik.
Mit seinem Pioniergeist trug er wesentlich zur Industrialisierung Mecklenburgs bei und machte Wismar zu einem industriellen Zentrum.
Podeus nahm aktiv am öffentlichen Leben der Stadt teil.
Sein unternehmerisches und gesellschaftliches Engagement wurde bereits zu Lebzeiten mit zahlreichen Ehrungen und Titeln gewürdigt.
Dort, wo viele seiner Unternehmen angesiedelt waren, trägt heute eine Straße seinen Namen.