Kriegsgräberstätte: Sowjetischer Ehrenfriedhof

Philipp-Müller-Straße, Wismar

Am 2. Mai 1945 befreiten britische und kanadische Fallschirmjäger der 6. Britischen Luftlandedivision aus Schwerin kommend die Stadt Wismar.
Zur gleichen Zeit drangen Kräfte der 2. Belorussischen Front der Roten Armee unter Marschall Rokossowski unter großen Verlusten bis Kritzow vor.
Erst am 1. Juli 1945 übernahmen sowjetische Truppen die Verwaltung in der Stadt und bestatteten ihre Toten zunächst auf dem Soldatenfriedhof in der Rostocker Straße.


Im südwestlichen Teil Wismars, beim sogenannten „Wischberg“, wurde am 15. August 1948 ein Ehrenfriedhof eingeweiht.
Auf der 1.800 großen Anlage waren bereits 31 namentlich bekannte gefallene Sowjetsoldaten bestattet.
In den Jahren 1947 und 1948 erfolgten Umbettungen von im Kreisgebiet Wismar gefallenen, unbekannten Soldaten und Offizieren der Roten Armee in zwei Gemeinschaftsgräbern.

Am 8. Mai 1970 überreichten Vertreter der Sowjetischen Streitkräfte in der DDR eine mit russischer Erde gefüllte Artilleriegeschosshülse, die im Obelisken eingemauert wurde.
Darauf steht in russischer Sprache:

„Hier wird russische Erde aufbewahrt, getränkt mit dem Blut sowjetischer Kämpfer, die heldenhaft gekämpft haben bei der Befreiung des sowjetischen und deutschen Volkes vom Faschismus.“

An dem aus Feldsteinen errichteten Obelisken befindet sich eine weitere Inschrift in russischer Sprache mit folgendem Inhalt:

„Unsere Sache ist gerecht – wir haben gesiegt!
Ewiger Ruhm den gefallenen Helden in den Kämpfen für die Freiheit und Unabhängigkeit unserer sowjetischen Heimat während des Großen Vaterländischen Krieges 1941–1945.“

Anlässlich des 50. Jahrestages der Befreiung vom Faschismus wurde im Eingangsbereich des Ehrenfriedhofs eine Informationstafel aufgestellt:


Friedhof für die Gefallenen der Sowjetunion

  • Flächendenkmal

  • Begräbnisstätte für 348 im Zweiten Weltkrieg gefallene Soldaten der Roten Armee, davon 31 namentlich bekannt

  • 1947–1948: Umbettung aus dem Kreisgebiet

  • 1948: Errichtung des Obelisken und Einweihung des Friedhofs

  • Bis 1990: Gedenkstätte für die sowjetische Garnison

  • 1992: Umgestaltung der Anlage

  • „Die Wahrung der Würde des Ortes sei uns Lebenden Verpflichtung.“
    – Hansestadt Wismar


Der Ehrenfriedhof und der Soldatenfriedhof sind Kriegsgräberstätten, deren Pflege und Betreuung der Hansestadt Wismar obliegt.