2. Die Bürgerfeuerwehr und die Städtische Feuerwehr (1859 - 1928)

1859

Gründung der freiwilligen Feuerwehr in Wismar, die sich zu diesem Zeitpunkt „Bürgerfeuerwehr“ nennt.

1862

Der Rat weist die Anschaffung von Tuchjacken an. Diese bleiben Eigentum der Stadt, dürfen nur beim Löschdienst getragen werden und sollen acht Jahre halten. Eine Bauordnung der Stadt schreibt vor, dass die Außenmauern der Häuser aus nicht brennbarem Material zu errichten sind.

1869

Der Rat mietet zwischen der Gerberstraße und der Weberstraße eine Wagenremise zur Unterbringung der Gerätschaften des Spritzenhauses der Georgenkirche, das marode ist.

1891

Auf den Wismarer Kirchen sind Blitzableiter angebracht. Da jedoch noch nicht erwiesen ist, dass ein Blitzableiter auf einem der Wismarer Kirchtürme tatsächlich einen Blitz ableiten kann, sollen die seit alters her üblichen Gewitterwachen auf den Türmen bestehen bleiben.

1903

Auf dem kleinen Exerzierplatz wird erstmals öffentlich ein „Minimax“-Feuerlöscher erprobt. In Anwesenheit vieler Schaulustiger gelingt der Versuch „vorzüglich“. Die kleinen Handfeuerlöscher werden schnell populär und bewähren sich besonders bei Wohnungsbränden.

1905

Die Wismarer Bürgerausschusssitzung bewilligt 12.500 Mark für ein Feuerwehrdepot beim Wasserwerk neben dem Turnplatz, das jedoch nie gebaut wird.

1909

Die neue Wache am Eingang der Hegede erhält für alle sichtbar eine Gaslaterne mit rotem Glas und der Aufschrift „Feuerwehr“.

1912

Hafeningenieur Kiesewetter übernimmt als Leiter die Feuerwehr. Er beginnt einen mehrwöchigen Lehrgang bei der Hamburger Berufsfeuerwehr. Kiesewetters politische Haltung ist reaktionär, was er auch äußerlich zeigt. Seit dem 26. Juli 1913 trägt er die preußisch-deutsche Uniform.

1913

Aus der Feuerwehrremise in der Hegede entsteht ein Wachlokal.

1921

Größere Betriebe – etwa die Waggonfabrik und die Zuckerfabrik – richten Betriebsfeuerwehren ein.

1924

Für 140.000 Reichsmark soll auf dem Werthschen Grundstück an der Frischen Grube ein neues Feuerwehrdepot entstehen.

1928

Wismar ist die drittgrößte Stadt Mecklenburgs, und zurückliegende Brände zeigen, dass die Feuerwehrausrüstung nicht mehr zeitgemäß ist. So verfügen beispielsweise die Waggonfabrik und die Zuckerfabrik bereits über moderne Motorspritzen, die jedoch bei einem Brand erst eingreifen dürfen, wenn sie ausdrücklich angefordert werden. Die Städtische Feuerwehr gerät wiederholt in die Kritik, ihre Motorspritze sei zu primitiv und eine Automobilspritze notwendig. Dagegen wird eingewandt: „Eine Automobilspritze ist sehr teuer. Für ein Prachtfeuerwehrhaus ist aber Geld vorhanden.“ Dieses Haus passe nicht an die Frische Grube, es sei viel zu groß und liege an einem Ort, den kaum jemand aufsucht.