Wandergesellinnen und Wandergesellen besuchen das Rathaus
In traditioneller Kluft haben am Nachmittag des 27. Juli vier Wandergesellinnen und acht Wandergesellen das Rathaus in der Hansestadt Wismar besucht. Bürgermeister Thomas Beyer begrüßte die Gäste im Tapetenzimmer. Ein gemeinsames Foto gab es zuvor auf dem Rathausbalkon. Die Frauen und Männer, die zwischen 21 und 31 Jahre alt sind und aus unterschiedlichen Orten in mehreren Bundesländern stammen, sind Tischlerinnen und Tischler sowie Zimmerer und Zimmerinnen. Ina stellte sich als "Fremde und freireisende Landwirtin" vor.
Die Wanderschaft dauert drei Jahre und einen Tag und führt von Ort zu Ort. "Während dieser Zeit erlernen wir nicht nur verschiedene Handwerkstechniken, sondern lernen auch Menschen und ihre Kultur kennen und begegnen uns selbst", sagte Nils. "Es ist oft eine neue Erfahrung, auf sich selbst gestellt zu sein." Während der Wanderung müsse ein Abstand von mindestens 50 Kilometern zu den jeweiligen Heimatorten eingehalten werden.
"Was viele Menschen nicht wissen: Über 40 verschiedene Handwerksgewerke gehen auf Wanderschaft", erklärte Ina, "auch die Metall-, Stein- und Textilgewerke, die aus dem Bereich Lebensmittel sowie die Grüngewerke inklusive Landwirtschaft. Man braucht nur einen Gesellenbrief im traditionellen Handwerk. An vielen Orten merken wir: Wir sind willkommen, das Handwerk fehlt überall."
Die Frauen und Männer, die nun die Hansestadt Wismar erkundeten, hatten sich auf einer Baustelle in der Nähe von Eckernförde in Schleswig-Holstein kennengelernt. Nach dem Besuch im Wismarer Rathaus wollten sie weiter in Richtung Zierow ziehen.