Wal im Hafenbecken – Feuerwehreinsatz am 3. März 2026
Die Berufsfeuerwehr Wismar hat am 3. März 2026 um 12.45 Uhr eine Information durch das Hafenamt erhalten, dass sich im Hafengebiet der Hansestadt Wismar ein Wal mit etwa zehn Metern Länge befinde und das Deutsche Meeresmuseum Stralsund informiert wurde. Kurz darauf rief eine besorgte Bürgerin bei der Berufsfeuerwehr an und berichtete von einem etwa sechs Meter langen Wal, welcher in einem Netz verfangen sei und dieses auch hinter sich herziehe.
Daraufhin entschied der diensthabende Einsatzleitdienst, die Lage vor Ort selbst zu beurteilen. Bei einer Begehung vor Ort wurden mehrere Videos gezeigt, in denen eindeutig das Tier sowie die geschilderte Situation erkennbar war.
Aufgrund dieser Tatsachen entschied der Einsatzleitdienst, die Kräfte der Berufsfeuerwehr Wismar zu alarmieren. Daraufhin startete eine groß angelegte Hilfsaktion für das verirrte Tier. Zusätzlich zu den vorhandenen Kräften kamen Fachpersonen aus dem Bereich der Meeresbiologie und die Organisation Sea Sheperd Deutschland e.V.
Im Seehafen Wismar wurde eine Einsatzleitung, bestehend aus Wasserschutzpolizei und Feuerwehr, aufgebaut. Von dieser Stelle wurde der Einsatz über den gesamten Verlauf koordiniert und in guter Zusammenarbeit beider Stellen geleitet. Auf dem Wasser begannen jeweils ein Boot der Wasserschutzpolizei, der Berufsfeuerwehr und des Wasser- und Schiffahrtsamtes, den Wal zu sichten und eine Befreiung vorzubereiten.
Der Wal zog ein etwa 50 Meter langes Stellnetz hinter sich her und war in einer größeren Menge Netz verfangen, welche auch die Schwanzflosse (Fluke) beeinträchtigte. Durch die starke Beeinträchtigung entschied die Einsatzleitung in Absprache mit der Besatzung des Mehrzweckbootes der Feuerwehr, dass versucht werden solle, den Wal, unter Beachtung des Eigenschutzes, freizubekommen.
Das Netz, welches der Wal hinter sich herzog, konnte durch die Besatzung aufgenommen werden. Danach arbeitete man sich Stück für Stück an den Wal heran und konnte ihn schlussendlich vom Netz befreien. Dennoch verblieben etwa drei Seile, welche sich um das Vorderteil des Wales gewickelt hatten. Hier war eine Befreiung durch die Feuerwehr nicht möglich.
Im weiteren Verlauf trafen die im Bereich der Meeresbiologie tätigen Personen sowie die Organisation Sea Sheperd Deutschland e.V. mit ihrem Schiff "Triton" ein. In enger Absprache wurde das weitere Vorgehen besprochen. Es wurde versucht, mit einer Meeresbiologin und einem Taucher in dem Boot der Feuerwehr an den Wal heranzukommen und die Lage neu zu beurteilen, was auch gelang.
Daraufhin kam es zu der Entscheidung durch einen Taucher, die restlichen Seile vom Körper des Tieres zu lösen. Leider gelang dies in keinem Versuch.
Um den Wal nicht weiter zu stressen, wurden im weiteren Einsatzverlauf keine weiteren Versuche unternommen. Laut Aussagen der Fachpersonen war der Wal durch das Entfernen des Netzes und das umsichtige Handeln aller Personen gut überlebensfähig und bis auf die stressigen Umstände wohlauf.
Da die Einsatzkräfte der Blaulichtorganisationen im letzten Verlauf des Einsatzes nicht mehr benötigt wurden, konnte die Einsatzstelle an die Besatzung der "Triton" übergeben werden. Durch diese wurde der Wal aus der Wismarbucht geleitet.
Der Einsatz der Feuerwehr der Hansestadt Wismar wurde um 17.30 Uhr beendet. Die Einsatzdauer betrug etwa 4,5 Stunden und es waren 9 Kollegen der Berufsfeuerwehr Wismar mit Einsatzleitwagen, Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug, Drehleiter, Gerätewagen-Tierrettung und Mehrzweckboot im Einsatz.
Anmerkung: Bei dem Tier handelt es sich vermutlich um einen Finnwal. Laut Sea Sheperd ist der Wal etwa zwölf Meter lang.