Vincent Chéry arbeitet an seinem Werk "Freak Foule Love"

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

Am Mittwoch, dem 16. November, wird um 19.30 Uhr in der Nordkapelle des St.-Marien-Kirchturms in Wismar die Ausstellung "STREUM" von Vincent Chéry eröffnet. Dort ist bis zum 17. Dezember 2022 das 5,20 Meter breite und 3 Meter hohe Werk "Freak Foule Love" zu sehen. Es ist das erste Mal, dass der Ausstellungsraum im Turm den Wismarern und den Gästen der Hansestadt mit einer zeitlich begrenzten Ausstellung zugänglich gemacht wird. Der zweite Teil der Ausstellungseröffnung wird anschließend in der Galerie Hinter dem Rathaus stattfinden.

Interessierte haben am Dienstag, dem 15. November 2022, um 11.00 Uhr die Möglichkeit, Vincent Chéry beim Vollenden seines Werkes im Marienkirchturm zuzuschauen und dem französischen Künstler Fragen zu stellen. Eine Dolmetscherin ist anwesend.

In der Galerie Hinter dem Rathaus zeigt Vincent Chéry Malereien und Zeichnungen. Die Galerie der Gemeinschaft Wismarer Künstler und Kunstfreunde e.V.  ist mittwochs bis sonnabends jeweils von 11.00 bis 17.00 Uhr geöffnet. Die Nordkapelle im Marienkirchturm kann ab November täglich von 10.00 bis 16.00 Uhr besucht werden.

Vincent Chéry wurde 1988 in Montreuil (Frankreich) geboren. Er lebte und arbeitete einige Zeit in Carrara (Italien) und seit dem vergangenen Jahr in Paris. Studiert hat er Malerei an der Kunsthochschule École nationale supérieure des beaux-arts de Paris. Inzwischen kann der Kostümbildner auf zahlreiche Ausstellungen in renommierten Galerien in Frankreich, Belgien und Italien zurückblicken. Im November 2017 veröffentlichte er gemeinsam mit der Malerin Chloé Breil Dupont im Selbstverlag "The o Book".

Die Arbeiten von Vincent Chéry sind figurative monochrome Zeichnungen, in ihren stilistisch individuellen Ausführungen einprägsam durch eine kritisch-irritierende Konnotation. Seine Darstellungen der Realität verwischen ständig die Grenze zwischen Illusion und Wirklichkeit und streifen leicht das Tragikomische. So entsteht eine rätselhafte Zweideutigkeit zwischen fassbarer Welt und visuellem Werk. Sein bildhafter Strich wandelt emotional Unangenehmes, mittels einer sarkastischen Katharsis, in Belustigung um.

Quelle der Inspiration sind für Vincent Chéry vor allem die engagierte Poesie und die Kraft der Texte von James Baldwin und Daniel Balavoine, aber auch die Bilderwelten von Magazinen. Die Dokumentationen der belgischen TV-Sendung "Strip-tease" haben seinen Blick für das Unkonventionelle geschärft. Seine zeichnerische Praxis wird durchdrungen vom schwarzen Humor Roland Topors, der Phantasmagorie Emil Ferris' und dem Oneirísmus Gustaves Dorés. Nach dem Studium der traditionellen Freskenmalerei in Italien verändert sich der ästhetische Ausdruck. Es entstehen großflächige Fresken in paynes-grauer Ölfarbe. Umgeben von massiven Marmorbergen, erhält sich der Hang zum Seltsamen und zum Verstörenden. Seine Denkweise konfrontiert den Betrachter mit albtraumhaften Bildern.