Umspannwerk Haffeld-Süd in Betrieb genommen

Quelle: Stadtwerke Wismar GmbH / Pressestelle der Hansestadt Wismar

Eine Investition in die Zukunft und ein "besonderer, ein absolut guter Tag für Wismar", wie Bürgermeister Thomas Beyer sagte: Am Donnerstag, dem 28. September 2023, haben die Stadtwerke Wismar das Umspannwerk Haffeld-Süd in Betrieb genommen. Auf den symbolischen roten Knopf drückten Andreas Grzesko, Geschäftsführer der Stadtwerke Wismar, Dr. Alexander Montebaur, Vorstandsvorsitzender der E.DIS AG, Bürgermeister Beyer und Christa Hagemann, Vorsitzende des Aufsichtsrats der Stadtwerke.

Das Umspannwerk wurde durch die E.DIS Netz GmbH an das 110-kV-Hochspannungsnetz angeschlossen. Es dient dazu, zusätzliche Netzanschlusskapazitäten für den verstärkten Einsatz von Wärmepumpen, Elektromobilität und die geplanten Gewerbeansiedlungen in den neuen Gewerbegebieten zur Verfügung zu stellen. Weiterhin werden mit der zweiten 110-kV-Einspeisung für Wismar die Versorgungssicherheit und die Zuverlässigkeit der Versorgung wesentlich erhöht und die Voraussetzungen für die Umsetzung der Energiewende geschaffen.

Die Vorbereitungen für den Bau des Umspannwerkes starteten bereits am 8. Dezember 2020. An diesem Tag wurde der neue Konzessionsvertrag Strom zur Versorgung der Hansestadt Wismar mit elektrischer Energie offiziell unterzeichnet. Das Konzessionsgebiet vergrößerte sich um das Industriegebiet Haffeld.

Sichere und zuverlässige Versorgung mit Energie

Wismar entwickelt sich stetig weiter. Neue Gewerbegebiete entstehen, zum Beispiel auf dem ehemaligen Gelände des Gaswerkes in der Schweriner Straße, in Kritzowburg, in Wendorf. Neue Quartiere entstehen mit Wohnungen und Infrastrukturgebäuden. Um diese neuen Gebäude sicher und zuverlässig mit Energie versorgen zu können, haben die Stadtwerke das neue Umspannwerk Haffeld-Süd gebaut, welches den Strom von der Hochspannung (110-kV) auf die Mittelspannung (20-kV) wandelt, um ihn dann gezielter im Stadtgebiet verteilen zu können.

Hierfür konnte von der Hansestadt Wismar ein Grundstück erworben werden, welches sich in unmittelbarer Nähe zur bestehenden 110-kV-Leitung befindet. Damit waren die wichtigsten Rahmenbedingungen für die Errichtung eines zweiten Einspeisepunktes für Wismar gegeben.

Im November 2021 wurden durch den Aufsichtsrat der Stadtwerke die entsprechenden Mittel genehmigt und die E.DIS im Rahmen des technischen Betriebsführungsvertrag mit der Planung und Realisierung beauftragt. Nach erfolgter Bauantragstellung wurde in diesem Jahr das Betriebsgebäude errichtet. Die technische Ausstattung des Umspannwerkes einschließlich der Aufstellung der beiden Transformatoren erfolgte bis Mitte des Jahres 2023.

Herausforderungen während des Baus

Alexander Montebaur erinnerte an die Herausforderungen während des Baus. Aufgrund des weichen Untergrunds seien 361 Rüttelstopfsäulen, die sechs bis acht Meter in den Boden reichen, nötig gewesen. Auch seien knapp 1800 bis zu 7,50 Meter tiefe Munitionsbohrungen erfolgt. "Munition wurde nicht gefunden." Weiter sagte Montebaur: "Mit jeder Berechnung der Statiker wurden die Portalfundamente größer." Und auch die Baustraße, die zwischenzeitlich unter Wasser stand, habe für Sorgenfalten gesorgt. "Das hier war schon ein echt dickes Brett", erklärte der Vorstandsvorsitzende bei der Feier zur Umpannwerk-Inbetriebnahme.

Erhöhung der Leistungsreserve

Durchschnittlich verbraucht ganz Wismar an einem Tag 536.000 Kilowattstunden (kWh) an Strom. Ein Haushalt mit drei Personen verbraucht an einem Tag ungefähr 6,8 kWh täglich. Durch den Neubau des Umspannwerkes Haffeld-Süd kann das Doppelte an Leistung zur Verfügung gestellt werden. Derzeit besteht ein Leistungsbedarf von 29 MW. "Mit dem neuen Umspannwerk wird die notwendige Erhöhung dieser Leistungsreserve dauerhaft sichergestellt, die Stadtwerke investieren damit in die Zukunft", sagte Andreas Grzesko.

Weiterhin besteht laut Grzesko zukünftig die Möglichkeit, im Störungsfall das Stromnetz zwischen beiden Einspeisepunkten zu trennen, damit umgehend eine schnelle Wiederversorgung der nicht betroffenen Gebiete erfolgen kann. Und die Investition in Höhe von rund sechs Millionen Euro hat noch einen weiteren wichtigen Effekt: "Da die Bauleistungen an regionale Firmen vergeben wurden, wurde auch Beschäftigung in der Region gesichert."

Eckpunkte des Baus:

  • 08.12.2020: Unterzeichnung des neues Konzessionsvertrages Strom
  • 15.11.2021: Kauf des Grundstücks von der Stadt
  • September 2022: Fertigstellung der Bauoberfläche
  • 28.10.2022: Grundsteinlegung
  • Februar 2023: Fertigstellung des Hochbaus
  • April 2023: Fertigstellung der Außenanlagen
  • Juli 2023: Beendigung der elektrotechnischen Ausstattung des Werkes
  • 28.09.2023: Umspannwerk Haffeld-Süd geht ans Netz