Studentin präsentiert Ideen für Weiterentwicklung der Alten Mensa zum Büroraum
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Bild: © Pressestelle der Hansestadt Wismar
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Die Wohnungsgesellschaft mbH der Hansestadt Wismar (Wobau) hatte im März 2024 zum Sommersemester erneut einen Ideenwettbewerb an der Hochschule Wismar in Zusammenarbeit mit der Fakultät Gestaltung ausgelobt. Es ging um die Umgestaltung der Alten Mensa am Friedenshof zu einem modernen, zentralen Bürogebäude der Wobau.
Die Ergebnisse wurden am 30. Oktober 2024 auf dem Campus in Wismar von den teilnehmenden Studentinnen und Studenten, die von den Hochschulprofessoren Michael Rudnik und Achim Hack betreut worden waren, präsentiert und im Anschluss prämiert. Die Jury kürte die Arbeit der Master-Studentin Isabell Sehorsch als besten Entwurf. Ihre Ideen für ein modernes Bürokonzept überzeugten Wobau-Geschäftsführerin Katharina Franzke und ihr Team der Projektsteuerung Bau.
Isabell Sehorsch präsentierte ihren Entwurf mit dem Titel "Müthers Schalen - WoBau Hub" noch einmal am 14. November 2024 in einem der Säle der denkmalgeschützten Mensa. Mit dabei: Bürgermeister Thomas Beyer, Tina Prien von der Quartiersentwicklung der Wobau und Maik Borgwardt von der Wobau-Projektabteilung Bau.
Die angehende Innenarchitektin Isabell Sehorsch kann sich ein Gebäude vorstellen, das altersübergreifende Zusammenarbeit fördert, vielfältige Gemeinschaftsbereiche bietet und eine klare sowie funktionale Gestaltung der Büroflächen aufweist, um den unterschiedlichen Arbeitsweisen und einer strukturierten Raumorganisation gerecht zu werden. Dazu gehören neben Büros, variablen Arbeitsplätzen und offenen Gemeinschaftszonen unter anderem ein öffentliches Foyer, barrierefreie Zugänge, Aufzüge sowie ein zentraler Innenhof mit vielen verglasten Wandflächen und ein innenliegender, verbindender Rundgang um den begrünten Innenhof herum.
Das Bürokonzept ist flexibel, strukturiert und bedürfnisorientiert. Die ehemalige Milchbar, der ehemalige kleine Speisesaal, der Haupteingangsbereich, die angrenzenden Nebengebäude und der vordere Teil des Kellergeschosses sollen für eine öffentliche Nutzung zur Verfügung stehen.
"Isabell Sehorsch hat frische und einfallsreiche Ideen. Ihr Bürokonzept ist auf die Bedürfnisse unsere Kundinnen und Kunden und der Mitarbeitenden sehr gut abgestimmt. Die offene Raumstruktur unterstützt die Kommunikation im Team und bietet auch unseren Kundinnen und Kunden ein Wohlgefühl", lobte Geschäftsführerin Katharina Franzke.
Die Erstplatzierte erhält ein Preisgeld in Höhe von 250 Euro. Die Ergebnisse des Wettbewerbs nutzen jetzt auch die Vertreter des Büros Angelis & Partner Wismar, um die Wobau bei der weiteren Planung und Umsetzung der Sanierung der Alten Mensa zu unterstützen.
Die Entwicklung und Fertigstellung der Alten Mensa wird noch einige Jahre dauern. Ein nächster Schritt in diesem langfristigen Prozess ist die Schadstoffbeseitigung, die ab dem Jahr 2025 beginnen wird. Als Einzugsjahr ist 2031 im Gespräch.
Grund für dieses bedachte Vorgehen sind aktuelle Projektvorhaben wie die in der Etkar-André-Straße in Wendorf. Die Schaffung von modernem und vielseitigem Wohnraum hat für die Wobau Priorität.
Impulse für die Etkar-André-Straße
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Bild: © Pressestelle der Hansestadt Wismar
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Isabell Sehorsch hatte mit ihren Visionen bereits vor einigen Monaten überzeugt. Bereits im Frühjahr 2024 war sie Gewinnerin des Wettbewerbs um die Etkar-André-Straße in Wismar-Wendorf. Damals galt es, Ideen zu entwickeln mit einer energieeffizienten Bauweise und ressourcenschonenden Technologie, um ein ökologisches und klimaneutrales Quartier mit mindestens zehn Wohnblöcken zu schaffen. Angehende Architekten und Innenarchitekten der Hochschule Wismar waren beteiligt. Isabell Sehorsch entwarf eine Variante des Wohnens, die eine Barrierefreiheit zulässt und damit dem Ziel der Wobau, stärker in inklusive Wohnquartiere zu investieren, entspricht.
Diese Impulse flossen bereits in die aktuelle Planung des beauftragten Büros Krusche Huang Architekten ein. Die Wobau bereitet die Sanierung der Etkar-André-Straße ab 2025 in einzelnen Bauabschnitten planerisch vor. Es gibt unter anderem erste Gespräche mit potenziellen Partnern, die beispielsweise ein assistenzbetreutes Wohnen in diesem Quartier möglich machen könnten. Die Wohnkonzepte reichen von Ein-Personen-Haushalten bis zum Wohnen als (Groß-)Familie. Betreutes Wohnen wäre auch in Wohngemeinschaften denkbar. Ebenso sind Wohnungen für Menschen mit Behinderungen angedacht.
Isabell Sehorsch, die sich vorrangig mit dem Thema "Wohnen im Alter" beschäftigt hatte, kann sich in der Etkar-André-Straße "modulare Wohnsysteme" vorstellen. Bei einem Rundgang mit Bürgermeister Thomas Beyer am 14. November 2024 erwähnte die junge Frau unter anderem auch kleine Vorgärten zum Treffen mit Nachbarn, Laubengänge, neue Eingangsbereiche, ein Gemeinschaftsgebäude mit integriertem Fahrstuhl und Gebäude mit zusätzlichen Etagen. Treppenhäuser könnten für unterschiedlich große Wohnungen weichen.
Der Bürgermeister befürwortet die Ansätze der Wobau, sowohl auf eine nachhaltige und energieeffiziente Bauweise zu achten, als auch neuen Wohnraum stärker an den Bedürfnissen der Gesellschaft zu orientieren. "Assistenz im Wohnen durch personelle oder technische Unterstützung ist nicht nur für Menschen im hohen Alter ein Thema. In unserer vielfältigen Gesellschaft kann der Bedarf für Barrierefreiheit auch Familien oder junge Alleinstehende treffen. Bisher steht für diesen Bedarf in Wismar zu wenige Wohnraum zur Verfügung", sagte Thomas Beyer. "Es ist erfreulich, dass auch mit dem Potenzial der Studierenden unserer Hochschule gute Impulse in dieses Vorhaben einfließen. Nutzungskonzepte wie die in der Etkar-André-Straße sind auf die verschiedenen Bedürfnisse der Gesellschaft zugeschnitten und tragen zur Verbesserung der Wohnqualität und Vielfalt bei."
Weiter sagte der Bürgermeister: "Auch wenn uns allen an einer schnellen Umsetzung gelegen ist, sollte der Zeitbedarf für die Planung nicht unterschätzt werden. Es ist zu befürworten, dass die Schaffung des inklusiven Wohnraums in Wendorf mehr Priorität erfährt, als die Weiterentwicklung der Alten Mensa zum Büroraum."