Spatenstich: Flächen am Bahnhof werden neu gestaltet
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Bild: © Pressestelle der Hansestadt Wismar
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Der grüne Ring um die Wismarer Altstadt wird um einen Abschnitt erweitert: Am 17. Juni 2026 erfolgte der Spatenstich für das Vorhaben Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes. Während sich im Hintergrund bereits Bagger drehten, zeigten Bürgermeister Thomas Beyer, die Präsidentin der Bürgerschaft, Sylvia Bartsch, der Bundestagsabgeordnete Frank Junge sowie der Bauleiter und Planer Marco Häcker von der Ingenieur Consult Häcker & Krauß GmbH aus Wismar, dass sie gut mit einem Spaten umgehen können. Außerdem stellte Nadine Domschat-Jahnke, die Leiterin des Bauamtes, das Vorhaben vor.
"Das wird eine neue, kleine, grüne Oase in unserer Stadt", freut sich Bürgermeister Beyer.
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Video_Bahnhofsvorplatz
Fläche ist 3700 Quadratmeter groß
Im Anschluss an die bereits fertiggestellten Bauabschnitte des Bahnhofsvorplatzes mit Taxistand, Parkplatz und Fahrradabstellanlage wird nun der Bereich vor dem denkmalgeschützten klassizistischen Bahnhofsgebäude bis zur Poeler Straße umgestaltet. Das Areal befindet sich gemäß dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) innerhalb des begrünten Promenadenringes in der Pufferzone des UNESCO-Welterbes der Hansestadt Wismar.
Der Bereich erstreckt sich vom vorhandenen Arkadengang (Zugang zu den Bahnsteigen) bis zur Kreuzung Poeler Straße. Die Fläche ist insgesamt 3700 Quadratmeter groß und teilt sich durch die vorhandene kleine Zufahrtsstraße in einen westlichen und einen östlichen Abschnitt mit unterschiedlichen Nutzungsansprüchen. Die Neuplanung sieht für die beiden Teilflächen vor allem barrierefreie Wegetrassen, großzügige Grünflächen und Platzaufweitungen mit bepflanzten Hochbeeten vor.
Die Gesamtbaukosten sind mit rund 1,69 Millionen Euro (brutto) kalkuliert. Bundesbauministerin Verena Hubertz hatte im Juli 2025 einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 1.012.500 Euro aus dem Förderprogramm „Förderung zur Klimaanpassung im urbanen Raum“ übergeben.
Die Umsetzung der Baumaßnahme ist bis Ende 2027 vorgesehen. Nach Fertigstellung wird der Bahnhofsvorplatz eine zentrumsnahe, vielfältig nutzbare und repräsentativ begrünte Freifläche mit hohem Aufenthaltswert sein.
"Willkommensplatz" mit Wegweisern, Pflanzen, Laubbäumen, Sitzmöbeln und Wasserdüsen
Von der Bushaltestelle an der Bahnhofsstraße wird der Weg direkt auf den „Willkommensplatz“ mit Zugang zu den Bahnsteigen und Gleisen führen. Stadtinformationen, Wegweiser, Anzeigetafeln, verschiedene Pflanzungen und diverse Sitzmöbel werden den Platz gliedern. Die Cortenstahleinfassung des Hochbeetes auf dem „Willkommensplatz“ wird mit einem ausgelaserten Schriftzug und der Wismarer Stadtsilhouette gestaltet.
Sprudelnde ebenerdige Wasserdüsen werden in heißen Sommermonaten Abkühlung spenden. Ein Trinkbrunnen wird den Bereich komplettieren.
In Bezugnahme auf die frühere Nutzung des Bahnhofsvorplatzes als Rangierfläche werden originale Schienenstränge, eine Radachse, ein Prellbock, ein Weichensteller und eine Wechselsprechsäule in die Neugestaltung integriert. Die Schienenstränge werden mit Sitzmöbeln aus Cortenstahl kombiniert, die an Waggons erinnern.
Partielle Pflanzungen mit verschiedenen Thymiansorten wecken Eindrücke an vergangene, aufgegebene Nutzungen. Hier kann man außerhalb der Hauptwege Erholung finden. Artenreiche Bepflanzungen, die markanten historischen Gebäude der Wasserstraße sowie die im Hintergrund aufragende Nikolaikirche laden zum Betrachten und Verweilen ein.
Die westliche Teilfläche wird gekennzeichnet sein durch die kleine Platzaufweitung mit einem attraktiv bepflanzten Hochbeet an der Kreuzung Poeler Straße. Von diesem zentralen Punkt aus wird es Verbindungen zum gegenüberliegenden Busbahnhof und den übergeordneten Radwegen geben. Informationstafeln, Wegweiser, Trinkbrunnen, Sitzgelegenheiten und Fahrradabstellmöglichkeiten werden angeboten, ebenso einen Aufenthaltsbereich mit Picknickbank, Spieltisch, Balancierstangen, barrierefreiem Trampolin sowie einer barrierefreien Stehwippe. Höhenabgestufte Bepflanzungen aus Sträuchern, Stauden und Gräsern rahmen diese Fläche.
Insgesamt werden auf beiden Teilflächen 16 großkronige Laubbäume gepflanzt. 840 Quadratmeter sind für die gemischten Pflanzungen aus Solitärsträuchern, Blatt- und Blütenstauden mit Gräsern vorgesehen. Auf weiteren 1500 Quadratmetern werden Wiesen- und Rasenansaaten vorgenommen. 8450 Blumenzwiebeln werden die Pflanzflächen zusätzlich aufwerten.
Durch die strukturreiche Bepflanzung werden Verschattung, Verdunstung und Staubbindung gewährleistet. Ein weiterer Aspekt ist die Vernetzung zu bestehenden Grünstrukturen. Das anfallende Regenwasser wird in ausgebildete Mulden geleitet, um dort zu verdunsten beziehungsweise zu versickern.
Eine Ausleuchtung der Wege und Plätze wird im Zuge der Neugestaltung ebenfalls vorgesehen, um den Sicherheitsansprüchen gerecht zu werden.
Bürgerbeteiligung
Im Vorfeld der Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes hatte die Hansestadt Wismar zu einem Beteiligungsverfahren eingeladen. An drei Tagen im September und Oktober 2022 kamen 25 Einwohnerinnen und Einwohner aus Wismar zusammen, um ihre Gedanken und Ideen für die Nutzung und Gestaltung der unbebauten Fläche zu sammeln und zu diskutieren. Zur Gewinnung der Teilnehmenden wurden 2000 zufällig ausgewählte Einwohnerinnen und Einwohner Wismars aus allen Stadtteilen angeschrieben. Die endgültige Gruppe wurde aus allen Rückmeldungen ausgelost. Das Bürgergutachten wurde am 21. November 2022 im Rathaus übergeben.
Das Bürgerbeteiligungsverfahren zur Gestaltung der Freiflächen vor den Bahnhofsgebäuden hatte die Bürgerschaft beschlossen. Es war das erste Bürgerbeteiligungsverfahren, das gemäß der "Handreichung und Leitlinie zur Beteiligung von Einwohnerinnen und Einwohnern der Hansestadt Wismar" stattgefunden hatte, für welches die Bürgerschaft in der Juni-Sitzung 2021 gestimmt hatte.