Neujahrsansprache 2023 von Bürgermeister Thomas Beyer

Quelle: Büro des Bürgermeisters

(Es gilt das gesprochene Wort.)

Liebe Ehrengäste,
verehrte Einwohnerinnen und Einwohner unserer Hansestadt Wismar,
liebe Gäste aus Nah und Fern,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
herzlich willkommen zu diesem Neujahrsempfang in St. Georgen, zu dem wir uns nun tatsächlich leibhaftig begegnen können - anders als im Vorjahr, als er virtuell hier in der Kirche stattfand. Und herzlich willkommen im neuen Jahr, im Jahr 2023, das wohl mit Sicherheit wieder Einiges an Herausforderungen für uns bereithält.

Wir verabschieden uns aus dem Jahr 2022, das vielfach als besonders wahrgenommen wurde. Jedenfalls erreichten mich viele Briefe und Karten zum Jahreswechsel, die immer wieder die Krisen des Jahres 2022 heraufbeschworen. Ich will diese auch nicht kleinreden, wahrlich nicht. Die Pandemie, der aggressive und durch nichts zu rechtfertigende Krieg Russlands gegen die Ukraine, verbunden mit zahlreichen Geflüchteten, die zu uns kamen - natürlich nicht nur aus der Ukraine, die Energiekrise, die Klimakrise, die Inflation. Da war in der Tat Einiges zu bewältigen und ist es natürlich auch noch, ohne Zweifel.

Und doch müssen wir vielleicht einige Unterschiede akzeptieren. Die Realität des Krieges gegen die Ukraine ist für die Ukrainerinnen und Ukrainer selbst eine andere, viel unmittelbarere, als für uns. Oder die Herausforderung, Menschen, die zu uns aus unterschiedlichen Ländern geflüchtet sind, ordentlich aufzunehmen, menschenwürdig unterzubringen und zu versorgen und in unser städtisches Leben zu integrieren, ist vielleicht doch eine andere, als selbst auf die Flucht gehen zu müssen, vieles, um nicht zu sagen alles, zurückzulassen und den Versuch zu wagen, an fremdem Ort das Leben neu zu beginnen. Egal, ob vorübergehend oder dauerhaft, aber immer mit der Ungewissheit, ob es gelingt.

Um ein drittes Beispiel zu bemühen - die Klimakrise wird auf anderen Kontinenten wohl ganz anders, existenzieller nämlich, wahrgenommen und erlebt, als hier bei uns. Allenfalls ist das vergleichbar mit der schlimmen Flutkatastrophe an der Ahr. Deswegen spreche ich bezüglich des Jahres 2022 lieber von Herausforderungen als von Krisen, wohlwissend, dass die jeweilige eigene Betroffenheit sehr unterschiedlich ausfallen konnte.

Trotzdem behaupte ich, wir haben uns diesen Herausforderungen gestellt und haben sie angenommen. Wir haben Solidarität erlebt, Hilfsbereitschaft in großem Stil, gerade als Ukrainerinnen und Ukrainer zu uns kamen. Wir haben politische Entscheidungen erlebt, mit denen sich die Europäische Union, der Bund, die Länder, die Kommunen gegen die Macht der Krisen stemmten und damit die Herausforderungen annahmen. Und ja, wir haben auch Anderes erlebt: Nicht so gut gelungene politische Entscheidungen. Und Kräfte in unserem Land, egal ob auf der Straße oder nicht, die uns eher auseinandertreiben und entsolidarisieren wollen, die mit durchaus vorhandenen und berechtigten Ängsten spielten und daraus für reichlich krude Ziele Kapital schlagen wollten.

In all diesen Wogen der Zeitgeschichte des Jahres 2022 bewegte sich auch unser kleines Wismar. Naja, klein, eigentlich behaupte ich natürlich immer etwas anderes, aber angesichts der Dimension der Herausforderungen sei dies einmal gestattet, sich auch etwas kleiner und fast als Spielball zu sehen. Keine Sorge, wie bedeutend wir eigentlich sind, das kommt dann noch.

Gleichwohl, ich meine, wir haben uns eben ganz gut den Herausforderungen gestellt. Wir, ich sage wirklich bewusst wir, und dieses Wir ist weit gefasst, haben uns behauptet. Die Pandemie hat in unserer Stadt wirtschaftlich gesehen besonders bezüglich der Werft gewirkt. Heute haben wir mit TKMS einen neuen Eigentümer, das Großschiff wird hier zu Ende gebaut und die Firma Eppendorf hat die Kabinenfabrik übernommen. Man kann sagen "Glück gehabt". Man darf aber auch sagen, das war ein Gemeinschaftswerk. Das Land hat nicht aufgegeben, der Bund ebenfalls nicht, die Stadt sowieso nicht. Die Belegschaft hat mit dem Betriebsrat und den Gewerkschaften zusammen gekämpft und der Insolvenzverwalter hat einen guten Job gemacht. Teamwork eben, super. Zusammenhalt bringt etwas. Das hat auch Robert Habeck durchaus aus Wismar mitgenommen, als er die Werft besuchte.

Mit dem Krieg kamen viele Ukrainerinnen und Ukrainer, mehr als 1000 leben in unserer Stadt. Sie gut aufzunehmen, das haben viele Menschen gut hinbekommen. Ehrenamtliche, Vermieterinnen und Vermieter, Lehrerinnen und Lehrer, Vereine und Ämter. WIR haben das hinbekommen. Die Bevölkerung in unserer Stadt ist bis zum 30. September 2022 um 1022 Menschen gewachsen. Das sei an dieser Stelle dann gleich auch hinzugefügt.

Gleiches, nämlich dass wir etwas gut hinbekommen haben, gilt für das Einsparen von Energie. Und natürlich reagieren wir auf die Notwendigkeiten des Klimaschutzes aufgrund des Klimawandels, ja, oft mit kleinen Schritten und zäh errungenen Entscheidungen. Aber in diesem Jahr wird notwendigerweise der öffentliche Personennahverkehr in Wismar und im Umland unserer Stadt besser. Stadt und Landkreis, Bürgerschaft und Kreistag haben sich zusammengerauft. Jetzt bitte, liebe Leute, nehmt das bessere Angebot auch gut an. Auch das war ein Gemeinschaftswerk, das aber erst eben auch durch gute Annahme des Angebotes richtig wirkt.

Die Stadtwerke bauen ein neues Umspannwerk. Natürlich weil klar ist, dass der Strombedarf nach der Energiewende künftig deutlich höher sein wird. Der Grundstein ist gelegt. Zudem wird 2023 das neue Biomassekraftwerk ans Netz gehen. Das sind schon nicht nur kleine Schritte in Sachen Klimaschutz. Aber es geht eben nur zusammen.

In all den Herausforderungen haben wir durchaus unsere Stadt auch weiterentwickelt. Die Brücke über den Wallensteingraben wurde fertig. Die Unterführung Poeler Straße ist es bald. Der Schwarze Weg ist wieder freigegeben. Die neue Straße zur Werft wird weitergebaut. Die Claus-Jesup-Straße hat ein neues Gesicht bekommen, Restarbeiten folgen noch. Der Parkplatz Turmstraße ist begonnen und wird in diesem Jahr fertig gestellt und mit einer WC-Anlage komplettiert. Gleiches gilt für die Kleinschmiedestraße und die Straße bei der Klosterkirche.

Auch das Krankenhaus hat investiert, übrigens immerhin 55 Millionen Euro in den letzten 10 Jahren. Der Seehafen ebenfalls und er wird in diesem Jahr eine große Photovoltaik-Anlage bauen.

Aber auch über die vermeintlichen kleinen Dinge dürfen wir uns freuen. Zum Beispiel den Wasserspender der Stadtwerke am Rathaus. Oder das neue Bronze-Tastmodell am Hafen oder die Null-Euro-Scheine, die ein Verkaufsschlager der Tourismusinformation waren.

Flächenentwicklung ist ein großes Thema in unserer Stadt. Wohngebiete werden erschlossen, weitere werden und müssen folgen. Die Wohnungsbaugesellschaft, Genossenschaften, private Investoren, alle sind sehr engagiert. Es war ein schönes Ereignis das Gebäude Turmstraße im Beisein der Bundesbauministerin Geywitz der Öffentlichkeit zu übergeben. Zur Flächenentwicklung gehören auch die Gewerbegebiete am Dreweswäldchen und das Gewerbegebiet Kritzow. Gerade mit Letzterem werden dringend benötigte Ansiedlungsflächen erschlossen, in trauter Gemeinsamkeit mit unserer Nachbargemeinde Hornstorf. Und auch Flächenbevorratung war ein Thema 2022. Ohne Flächen keine Entwicklung. Hier hat die Bürgerschaft wegweisende Entscheidungen getroffen.

Viele dieser Themen werden uns auch 2023 und 2024 beschäftigen. Wichtig ist, dass wir sie angegangen sind. Nun gilt es, die Vorhaben auch zu vollenden.

Aber nicht nur um diese großen Infrastrukturmaßnahmen geht es in unserer Stadt. Wir wollen einander begegnen, Gemeinschaft erleben, Erlebnisse haben, ja, letztlich immer und immer wieder die Stadtgesellschaft zusammenhalten. Und das geschieht. Zum Jahresende ist der Kirchenladen am Friedenshof in ein städtisches Gebäude umgezogen. Er leistet dort bemerkenswerte soziale Quartiersarbeit. Am selben Tag eröffnete im gleichen Gebäude die Steel-Darts-Abteilung von Dynamo Wismar ihre Räume. Ein paar Damen, die für den Kirchenladen Kuchen brachten, waren später beim Steel-Darts-Spielen zu beobachten. "That's it!" kann ich nur sagen. Und eine Etage drüber betreuen die Muslime des Islamischen Bundes gerade ihre Kinder und geben auch Nachhilfeunterricht. Schöne Begegnungen sind das.

Der Tierpark hat sich um einen Bauernhof erweitert. Die Stadt hat die Fläche bereitgestellt, Wismarerinnen und Wismarer nutzen dies genauso gern wie unsere Gäste. Spielplätze, gleichzeitig doch auch kleinere Marktplätze elterlichen Austausches, sind neu entstanden. Der am Alten Hafen schießt doch echt den Vogel ab, oder?! All dies soll Begegnung fördern, ja, soll auch Spaß machen und eben irgendwie, salopp gesagt, den Laden zusammenhalten.

Das tun übrigens auch viele Engagierte allenthalben. Einige haben wir mit der Bürgermedaille ausgezeichnet. Dr. Anja Kretschmer, Margitta Lindenberg, Petra Held, Martina Krimmling, Irmtraud Rakow, Christian Thadewald-Friedrich, Dr. Gerd Zielenkiewitz, Hans-Detlef Kuß, Klaus-Dieter Thauer, Reinhard Sieg und Prof. Udo Scheel seien hier genauso genannt wie Alexander Fenner, der die Sportplakette erhielt. Von einem sehr engagierten Feuerwehrmann mussten wir uns verabschieden. Von Sigi, wie ihn alle nannten, von Sigmund Struve. Sein Andenken wird auch dadurch bewahrt, in dem sich immer wieder neu Menschen engagieren. Für ihre Stadt, für das Gemeinwesen, für den Zusammenhalt. Die Genannten mögen alle als Beispiele für viele viele weitere gelten.

Gefreut haben wir uns übrigens auch über den Deutschen Handwerkerpreis, den das Ehepaar Nilius für die liebevolle Sanierung ihres Hauses in der Böttcherstraße erhielt. Das ist auch großartiges Engagement.

Zu den Möglichkeiten, sich zu begegnen, gehören auch unsere Veranstaltungen. Dass das Nosferatu-Jubiläum so vielfältig und von so vielen unterschiedlichen Leuten begangen wurde, mit Theater, mit Musik und Film, mit Stadtführungen, mit der "NosferaTour", das ist doch wirklich bemerkenswert. Man weiß jetzt in Deutschland, wo dieser Film gedreht wurde.

Stolz dürfen wir uns Welterbe der Menschheit nennen. Mit einigem Stolz haben wir gemeinsam mit Stralsund 20 Jahre Welterbe gefeiert. Ich erinnere hier an die zentrale Veranstaltung für Deutschland zum Welterbetag, die in Wismar stattfand, mit Prof. Dr. Maria Böhmer, Vorsitzende der Deutschen Unesco-Kommission und Staatsministerin a.D., Ministerpräsidentin Schwesig und Landtagspräsidentin Hesse.

Natürlich gehören Schwedenfest, Hafenfest und Straßentheaterfest auch zu diesen Veranstaltungen, in denen wir einander begegnen können. Aber mir haben es auch die kleineren angetan. Der Stadtrundgang "Safe Harbor" zum Beispiel, der Flucht in Wismar verortete, oder "Silence Performance", dieser ungewöhnliche Slow-Motion-Walk-Act. Sie merken, ich gerate ins Schwärmen. Aber ich wollte ja nicht so lange reden.

Aber doch, eines sei noch hinzugefügt. Die Organisatoren der European Kubb-Championship haben uns eine herrliche Atmosphäre in den Bürgerpark gezaubert. International, fröhlich, entspannt. Einfach schön. Schön und zusammenführend war auch der 24/7-Lauf für einen guten Zweck im PSV-Stadion. Und da wir Weihnachten noch in so guter Erinnerung haben, der Weihnachtsmarkt, aber auch der Sternenwald oder Wintermarkt am Alten Hafen waren sehr schöne und gut in Anspruch genommene Begegnungsorte in der Stadt. Der Wintermarkt findet noch bis zum 8. Januar statt. Danke allen, die das so gut hinbekommen haben.

Liebe Gäste dieses Neujahrsempfangs,
ich betone diese Begegnungsmöglichkeiten und Orte so und glauben Sie mir, ich könnte noch so viele weitere nennen, das TiL zum Beispiel, den Treffpunkt im Lindengarten, oder "Tell me your Story" im Schabbell, die Kirchen, Vereine, KaSo zum Beispiel, unsere Bibliothek, das Phantechnikum, das Ökologische Schulungszentrum und viele viele mehr.

Ich betone dies so, weil so die Stadtgesellschaft zusammenbleiben kann. Mit all ihren Macken und Widersprüchen. Wir wollen und müssen so viele Möglichkeiten dafür schaffen, wie es irgend geht. Dann halten wir auch aus, wenn einige wenige in diesen Zeiten von Diktatur in Deutschland reden, ohne nur ansatzweise eine Ahnung davon zu haben, was Diktatur wirklich ist. Wenn wir gut zusammenbleiben, dann halten wir auch gut dagegen, wenn einige meinen, sie müssen nach wie vor auch ausländerfeindliche Töne von sich geben oder sich rassistisch verhalten. Das sind übrigens oft jene, die kaum eine Begegnung mit Menschen anderer Kulturen hatten. Sie schaden nicht nur der Stadtgesellschaft in Gänze, sie schaden gerade auch der Wirtschaft unserer Stadt und Region.

Ja, zusammenzuhalten ist eine Stärke in unserer Stadt und das immer wieder im Blick zu behalten eine Aufgabe für dieses jetzt begonnene Jahr 2023. Dorthinein werden wir auch die guten Erfahrungen eines gelungenen Bürgerbeteiligungsformates mit Zufallsauswahl und einem wirklich sehr schönen, als Planungsgrundlage dienenden Bürgergutachten mitnehmen.

Apropos mitnehmen – vieles, von jenem, was begonnen wurde, 2022 oder bereits davor, werden wir in diesem Jahr wie gesagt fortführen beziehungsweise es wird fortgeführt. Markant baut in Wendorf weiter und hat dazu auf unsere Anregung hin, um die Fläche auch gut zu nutzen, gleich 26 Wohnungen (davon 22 barrierefrei) mitgebaut. Norma wird das Fiasko des Einsturzes überwinden und ebenfalls zu Ende bauen. Am Lindengarten bauen wir den Spielplatz neu und legen eine Promenade hin zur Rostocker Straße an. Gewerbeflächen habe ich schon genannt, die wir oder Dritte erschließen. Das Löwe-Silo hat nach einem erneuten Ausschreibungsverfahren einen neuen Eigentümer, der mit der Sanierung 2023 gerne loslegen möchte.

Unsere guten Kontakte und Beziehungen nach Pogradec in Albanien, immerhin war eine Delegation aus Wismar dort und die Pogradecer im Herbst dann bei uns, werden wir genauso fortsetzen wie die nach Kalmar und in die anderen Partnerstädte. Tschornomorsk in der Ukraine wird voraussichtlich als Partnerstadt hinzukommen. Zugunsten dieser Stadt, die sich fast ständig unter Luftalarm befindet, haben wir eine Spendenaktion gestartet, um ihnen Generatoren schicken zu können. Auch hier in St. Georgen sind zwei Boxen aufgestellt. Der Christliche Hilfsverein und wir als Hansestadt Wismar freuen uns, wenn Sie den Kauf der Generatoren unterstützen würden. Bis heute morgen sind schon fast 13.000 Euro zusammengekommen. Es fehlen noch etwa 7000 Euro.

Wismar wird wieder Tagungsort des Backsteinbaukunstkongresses sein und auch der Ausschuss der Regionen wird mit Vertretern aus der gesamten Europäischen Union bei uns zu Gast sein. Und gerne sind wir Gastgeber weiterer internationaler Treffen.

Ein großes Opus haben wir uns mit der Verkehrsentwicklungsplanung vorgenommen. Da werden nicht nur Fachleute, sondern gerade auch unsere Bürgerinnen und Bürger gefragt sein.

Egger wird die neue Leimfabrik weiterbauen. Wir erweitern im Haffeld die Gleisanlagen. Ein großer Investitionsschwerpunkt werden die Sportanlagen sein. An der Sport- und Mehrzweckhalle wird weitergebaut. Die Sporthalle am Friedenshof, eher bekannt als "alte Brecht-Halle", wird begonnen. Der Jahnplatz wird in Erbbaurecht an den FC Anker und den Tennis-Verein Weiß-Rot gehen. Auch in das Kurt-Bürger-Stadion und in das PSV-Stadion in Wendorf wird investiert. Gerade die Sportstätten sind auch Begegnungsstätten par excellence. Auch deswegen sind sie uns wichtig.

Und die Voraussetzung für all dies ist unser Haushalt, der noch rechtzeitig im Dezember vom Innenministerium nach Ergänzungsbeschluss durch die Bürgerschaft genehmigt wurde. An dieser Stelle darf ich Ihnen auch verraten, wie unser vorläufiges Finanzergebnis in 2022 aussieht. Wir haben Plus gemacht und zwar ganz ordentlich: Das bereinigte vorläufige Finanzergebnis 2022 beträgt plus 10.069.000 Euro. Das ist gerade auch hohen Gewerbesteuereinnahmen geschuldet. So konnten wir unsere Investitionskredite weiter tilgen und haben ausreichend liquide Mittel in der Kasse. Dieses Ergebnis ist eben auch eine gesamtstädtische Leistung. Gut ist das!

Eine große Aufgabe steht in gewisser Weise uns allen bevor. Gewiss übrigens nicht erst in diesem Jahr. Wir müssen viele viele Menschen für uns gewinnen, damit sie hier bei uns arbeiten. Das ist ein Grund mehr, offen zu sein - offen für Menschen von überall her. Aber das sollte doch wohl möglich sein - mit Verlaub, meine Damen und Herren, wir sind Hansestädterinnen und Hansestädter, wir sind Hafenstädterinnen und Hafenstädter, wir sind Welterbe der Menschheit – das sind doch Synonyme für Weltoffenheit.

Verehrte Gäste,
nicht alle Institutionen, Vereine und Gruppen von Menschen, die sich toll engagieren, konnte ich hier erwähnen. Bitte fühlen Sie sich trotzdem alle durch meine Worte und durch die Bilder, die hier auch zu sehen sind, angesprochen.

Uns erreichten zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel ganz viele freundliche und wertschätzende Grüße und Wünsche. Auch im Namen von Herrn Senator Berkhahn und Frau Senatorin Bansemer bedanke ich mich dafür sehr herzlich.

Wir haben uns hier in St. Georgen versammelt. Diese beeindruckende Kathedrale ist ein Symbol auch für Zusammenhalt. Und das gilt nicht nur für die Backsteine an sich. Als die Kirche gebaut wurde, mussten die Generationen einander vertrauen, dass der Bau fortgesetzt wird, denn er ging eben über mehrere Generationen. Die Kirche war dann Trostort, Versammlungsstätte, Marktplatz – eben auch ein Begegnungsort für Menschen mit all ihren Macken und Unzulänglichkeiten. Und das gilt für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft gleichermaßen. Die Kirche erlebte das Desaster der Zerstörung in einer Zeit, als Menschen sich über Menschen erhoben, weil sie glaubten, die besseren, reineren zu sein. Das konnte nicht gutgehen. Dann wiederum erlebten wir das Wunder von Wismar, denn die Solidarität aus ganz Deutschland und der Aufbauwillen der Wismarerinnen und Wismarer paarten sich auf eben wundersame Weise.

Zusammenhalt eben ist das, was wir immer wieder suchen sollten. Inmitten all der Unsicherheiten der Krisen und der Herausforderungen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein gutes, gesundes, erfolgreiches und möglichst friedvolles Jahr 2023.
Vielen Dank.