Mitteilungen von Bürgermeister Thomas Beyer zur Bürgerschaftssitzung am 26.03.2026
(ohne Veranstaltungstipps)
- es gilt das gesprochene Wort -
Sehr geehrte Frau Präsidentin, meine sehr verehrten Damen und Herren,
zunächst möchte ich Ihnen für die Rücksichtnahme bezüglich des Beginns der heutigen Sitzung herzlich danken.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, wir mussten Abschied nehmen, Abschied von einem Mitglied unseres Sachverständigenbeirates, der uns in Welterbefragen berät. Frau Prof. Dr. Marie-Theres Albert ist verstorben.
Seit Ende des Jahres 2016 war sie Mitglied des Sachverständigenbeirates. Über nahezu 10 Jahre hinweg hat sie die hier behandelten baulichen und planerischen Fragestellungen mit ihrem wissenschaftlich fundierten Blick auf das Kulturerbe maßgeblich bereichert. Ihr Engagement ging dabei weit über ihre Tätigkeit im Sachverständigenbeirat hinaus. Sie zeigte jederzeit lebhaftes Interesse an der Arbeit im Welt-Erbe-Haus, verfolgte die Veranstaltungen mit großer Aufmerksamkeit und Wertschätzung und begleitete auch die Publikationen der Schriftenreihe aus dem Welt-Erbe-Haus. Besonders am Herzen lag ihr das Thema Immaterielles Kulturerbe, dessen Aufgreifen und Weiterentwicklung sich nachhaltig angeregt hat.
Wir haben Frau Prof. Dr. Albert als außerordentlich zugewandte, integre und inspirierende Persönlichkeit erlebt. Mit ihrer Offenheit, ihrem klugen Rat und ihren stets freundlichen Worten wird sie uns in dankbarer Erinnerung bleiben. Persönlich und im Namen der Hansestadt Wismar haben wir unser aufrichtiges Beileid bekundet.
Sie sehen, meine Damen und Herren, heute ist erstmalig Herr Senator Domke hier als Senator und 1. Stellvertreter des Bürgermeisters in der Bürgerschaftssitzung. Wir haben in den letzten Wochen Senator Michael Berkhahn verabschiedet. Ich möchte noch einmal auch an dieser Stelle Herrn Berkhahn für sein Engagement, das weit über das normale Maß hinausging, sehr sehr herzlich danken. Und ebenfalls danke ich Herrn Senator Berkhahn dafür, dass er anlässlich seiner Verabschiedung um Spenden für die Jugendfeuerwehr in Wismar gebeten hat. Es sind mittlerweile 6000 Euro zusammengekommen. Selbstverständlich danke ich an dieser Stelle auch den Spenderinnen und Spendern.
Herrn Domke, mit dem wir sehr umfassende Übergabegespräche geführt haben, darf ich auch an dieser Stelle noch einmal alles Gute wünschen und "Auf gute Zusammenarbeit"!
Nun einige weitere Mitteilungen in Kurzform.
Am 23.02. durften wir vom Wirtschaftsminister den Fördermittelbescheid für den Brunkowkai entgegennehmen. Da die Arbeiten an der Uferbefestigung und der Hochwasserschutzwand bereits abgeschlossen waren, fand dieser Termin vor Ort statt. Allerdings, das sei an dieser Stelle gesagt, die Baumaßnahme ist noch nicht fertiggestellt. Die Freiflächengestaltung, insbesondere die Anpflanzung, wird zeitnah umgesetzt. Die Möblierung und Ausstattung erfolgten in der vergangenen Woche. Es war also keine offizielle Nutzungsübergabe, sondern es war eine Übergabe des Fördermittelbescheides.
Mit der Sanierung des Brunkowkais wurden gleichzeitig auch die Anforderungen an den Hochwasserschutz erfüllt. Aus diesem Grund haben wir aus zwei Ministerien Fördermittel erhalten: nämlich fast 4 Millionen aus dem Wirtschaftsministerium und gute 670.000 Euro aus dem Landwirtschaftsministerium/StALU für die Hochwasserschutzwand. Insgesamt liegen die Investitionskosten bei circa 8,5 Millionen Euro. Unser Eigenanteil beträgt knapp 3,9 Millionen Euro. Stand jetzt liegen wir im finanziellen Rahmen.
Zum Zweiten erhielten wir, diesmal am 4. März, aus den Händen des Innenministers den Förderbescheid für den Neubau der Kindertagesstätte Seebad Wendorf. Die zuwendungsfähigen Gesamtausgaben für dieses Projekt liegen bei knapp 7 Millionen Euro. Die Förderung gemäß Fördermittelbescheid, es handelt sich hier um europäische Fördermittel aus dem EFRE-Programm, liegt bei 3,72 Millionen Euro.
Die Baumaßnahme wurde bereits begonnen. Sie erinnern sich sicher: Die vorherige Kita an gleichem Standort war schadstoffbelastet und musste deswegen abgerissen werden. Deswegen ist dieser Ersatzneubau notwendig, den unsere Perspektive Wismar gGmbH umsetzt. Wir reichen als Stadt die Fördermittel an diese Beteiligungsgesellschaft weiter.
Und auch auf ein drittes Ereignis möchte ich hinweisen: Es gab die offizielle Grundsteinlegung im Wohnquartier, ursprünglich an der "Alten Stadtgärtnerei", jetzt haben wir die Straße ja in "Am Gustavshof" umbenannt. Dies erfolgte am 20. Februar 2026. Ich hoffe, dass es mit der Erschließung auch dort bald weitergeht.
Ich komme jetzt zu einem anderen Thema. Sie wissen, meine sehr verehrten Damen und Herren, und haben es vielleicht auch auf unseren verschiedenen Kanälen gelesen und gehört, dass wir erneut ein Hilfsprojekt für unsere albanische Partnerstadt Pogradec gestartet haben. Es soll ein Feuerwehrfahrzeug im Juli nach Pogradec überführt werden, das bei uns in der Stadt im Einsatz war und seine Dienste hier getan hat. Es werden Kameraden der Wismarer Feuerwehr mit nach Pogradec fahren, um mit den dortigen Feuerwehrleuten zu trainieren.
Das Fahrzeug wird überholt und passend ausgestattet. Der Großteil der Kosten wird durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung abgedeckt. Für den notwendigen Eigenanteil möchte ich an dieser Stelle noch einmal unseren Spendenaufruf in Erinnerung bringen. Nähere Informationen dazu finden Sie auf unserer Website.
Die Pogradecer Feuerwehr leistet ihre Arbeit unter wirklich schwierigen Bedingungen. Wir hoffen, mit dem passend ausgestatteten Fahrzeug und mit dem Training effektiv unterstützen zu können. Ich danke allen, die bereits gespendet haben und ich danke allen, die zu einer Spende bereit sind und so dazu beitragen, die Situation vor Ort ein Stück weit zu erleichtern.
Am 24. Februar 2026, am vierten Jahrestag des Beginns des vollumfänglichen Krieges Russlands gegen die Ukraine, haben Ukrainerinnen und Ukrainer eine eindrucksvolle Gedenkveranstaltung hier im Bürgerschaftssaal organisiert. Dabei wurde großer Dank für die Hilfsbereitschaft der Menschen in Wismar und im Landkreis zum Ausdruck gebracht. Mir wurde ein Dankbuch mit Texten von Ukrainerinnen und Ukrainern überreicht. Es ist ein so bemerkenswertes Dokument und Zeugnis von Leid, aber auch von Widerstandskraft und Solidarität, dass wir dieses Buch in der Stadtbibliothek in der ersten Etage zur Einsicht ausgelegt haben, sodass jeder die sehr wertschätzenden und oft sehr ergreifenden Texte lesen kann.
Ein Zitat will ich hier kurz vortragen: "In einer für uns schweren Zeit, als wir unser Zuhause verloren haben, wurden wir in der Stadt Wismar mit großer Freundlichkeit, Geduld und Unterstützung aufgenommen. Die Offenheit und Hilfsbereitschaft der Menschen hier haben uns geholfen, wieder Hoffnung zu schöpfen und uns in einer neuen Umgebung zurechtzufinden. Dank Ihnen haben wir nicht nur ein neues Zuhause gefunden, sondern auch das Gefühl, Teil einer lebendigen Gemeinschaft zu sein."
Soweit aus diesem Dankbuch, das – wie gesagt – nach wie vor in der Bibliothek zur Einsicht ausliegt.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, worüber ich Sie ebenfalls informieren möchte, ist, über unsere Teilnahme am Programm Kinderfreundliche Kommune.
Die Hansestadt Wismar hat sich hier erfolgreich beworben. Die Kooperationsvereinbarung mit dem Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. wurde am 10. März 2026 unterzeichnet. Das Auftaktgespräch mit der zuständigen Beraterin vom Verein Kinderfreundliche Kommunen findet am 9. April dieses Jahres statt. Dabei erhalten wir weitere Informationen zum Ablauf der Bestandsaufnahme und zur Einrichtung der Steuergruppe für die Programmumsetzung in Wismar. Die Bestandsaufnahme muss in Vorbereitung auf den zu erstellenden Aktionsplan erfolgen und beinhaltet einen Verwaltungsfragebogen, eine Kinderbefragung sowie weitere Beteiligungsverfahren. Aufbauend auf den Ergebnissen der Bestandsaufnahme wird der Verein Kinderfreundliche Kommunen Empfehlungen für die Erstellung des Aktionsplanes aussprechen. So viel zur Kinderfreundlichen Kommune.
Nächstes Thema ist die Niederdeutsche Bühne.
Die Niederdeutsche Bühne Wismar e.V. nimmt als Kulturverein der Hansestadt eine zentrale Rolle in der regionalen Kulturlandschaft ein. Seit ihrer Gründung vor über 100 Jahren fungiert sie als wesentlicher Ankerpunkt für die Bewahrung und Förderung der niederdeutschen Sprache. Die Hansestadt Wismar hat zur Förderung der Niederdeutschen Bühne e.V. zusammen mit der VR-Bank Mecklenburg eG am 26. Januar eine Fördervereinbarung für die Jahre 2026 und 2027 abgeschlossen.
Wismar unterstützt die Arbeit der Niederdeutschen Bühne über die Kulturförderung jährlich in Höhe von 10.000 Euro. Die VR-Bank unterstützt auch weiterhin die Arbeit des Vereins jährlich in Höhe von 5000 Euro. Ziel dieser Förderung ist, die Niederdeutsche Bühne bei der lebendigen Aufrechterhaltung der niederdeutschen Sprache zu unterstützen und ihr vor allem auch Planungssicherheit zu geben.
Vielen Dank.