Mitteilungen von Bürgermeister Frank Junge zur Bürgerschaftssitzung am 27.08.2026
(ohne Veranstaltungstipps)
- Es gilt das gesprochene Wort -
Persönliche Worte
Sehr geehrte Frau Präsidentin, sehr geehrte Mitglieder der Wismarer Bürgerschaft, gestatten Sie mir, dass ich zu Beginn einige persönliche Worte an Sie richte.
Nach fünf Wochen im Amt als Bürgermeister der Hansestadt Wismar ist dies heute meine erste Bürgerschaftssitzung in dieser Funktion. Das möchte ich zum Anlass nehmen, Ihnen zunächst für Ihre Arbeit für unsere Stadt zu danken.
Gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung und mit meinem Vorgänger, Bürgermeister Thomas Beyer, haben Sie Wismar in den vergangenen Jahren weit vorangebracht. Zusammen haben Sie wichtige Grundlagen dafür gelegt, dass unsere Stadt gut und zukunftsfest aufgestellt ist und wir trotz der gegenwärtig schwierigen Rahmenbedingungen optimistisch und mit Zuversicht nach vorn blicken können.
Getreu meinem Amtseid werde ich alles dafür tun, diesen erfolgreichen Weg unserer Hansestadt fortzusetzen und gemeinsam mit Ihnen weiter zu gestalten. Meine Rolle als Bürgermeister sehe ich dabei klar darin, integrierend, offen und parteiübergreifend mit allen demokratischen Kräften zusammenzuarbeiten, denen das Wohl unserer Stadt am Herzen liegt. Unterschiedliche politische Auffassungen, Diskussionen und auch Streit in der Sache gehören zu einer lebendigen kommunalen Demokratie. Aber gerade auf kommunaler Ebene sollte am Ende nicht entscheidend sein, von wem eine gute Idee kommt, sondern ob sie unserer Stadt und den Menschen, die hier leben, dient.
Aus meiner eigenen politischen Arbeit weiß ich, wie wichtig dafür eine frühzeitige und transparente Einbindung ist. Ebenso weiß ich, dass sich manche schwierige Frage im direkten Gespräch klären und manche zunächst unterschiedliche Position zusammenführen lässt, wenn alle Beteiligten bereit sind, einander zuzuhören und nach gemeinsamen Lösungen zu suchen. Dafür werde ich meinen Teil beitragen.
Und ich wünsche mir, dass Sie dieses Angebot annehmen. Denn die weitere Entwicklung unserer Stadt ist eine gemeinsame Verantwortung von Bürgerschaft, Bürgermeister und Verwaltung. Unsere Aufgaben und Zuständigkeiten sind unterschiedlich, aber uns sollte ein gemeinsames Ziel verbinden: Wismar weiter voranzubringen. In diesem Sinne freue ich mich auf eine offene, verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen.
KiiiZ-Konzerte
Mein erster großer Dank geht von mir an Frank Dornbrach und alle Mitwirkenden vom KUNO e.V., die mit ihren KiiiZ-Konzerten voll ins Schwarze getroffen haben. Vom 2. Juli bis letztmalig am 20. August wurde der Brunnen am Hopfenmarkt jeweils donnerstags zur Bühne für Musikerinnen und Musiker aus Wismar und der Region. Dabei war das KiiiZ-Format so angelegt, dass es niederschwellig, unkompliziert und kostenfrei aufgestellt wurde. So haben die durchgeführten Konzerte mit jeweils mehreren hundert Gästen nicht nur die Alstadt im Bereich des Hopfenmarktes belebt, sondern auch die umliegende Gastronomie und den Einzelhandel gestärkt.
Für mich ist das ein hervorragendes Beispiel, wie damit das kulturelle Angebot in der Stadt erweitert wurde und wie damit gleichzeitig auch Impulse für den innerstädtischen Handel gesetzt werden konnten. Dazu hat mir imponiert, dass die Akteure aus sich selbst heraus die Initiative ergriffen und ohne Bedingungen zu stellen einfach losgelegt haben. Herzlichen Dank dafür!
15. BoulevART
Zudem fand vom 31. Juli bis zum 2. August das 15. Internationale Straßentheaterfest BoulevART statt, welches von der Lebenshilfe Kunst und Kultur in enger Zusammenarbeit mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung organisiert wurde. 28 Gruppen aus acht Ländern haben über die drei Tage ein vielfältiges Festivalprogramm aus Tanz, Akrobatik, Walk-Acts, Konzerten, Vorführungen und Mitmachangeboten dargeboten und unsere Altstadt erneut zur großen Bühne gemacht.
Besonders hervorzuheben ist und bleibt der inklusive Charakter des gesamten Festivals. Alle Veranstaltungen waren nicht nur kostenfrei, das Programm wurde auch in Leichter Sprache angeboten und von Künstlerinnen und Künstler mit und ohne Behinderung gestaltet und gemeinsam aufgeführt. Damit ist unser BoulevART auf weiter Ebene einzigartig: Herzlichen Dank dafür!
25. Schwedenfest
Das Highlight des Veranstaltungssommers bildete schließlich das 25. Schwedenfest in der vergangenen Woche. Rund 100.000 Besucherinnen und Besucher feierten auf einer etwa 1,5 Kilometer langen Festmeile vom Marktplatz bis zum Alten Hafen. Fünf Bühnen, historische Darstellungen, Musik, Märkte und Familienangebote boten ein vielseitiges Programm. Besondere Höhepunkte waren das Feuerwerk am Freitag und die Lasershow am Samstag. Dazu erreichten über 1000 Läuferinnen und Läufer das Ziel beim diesjährigen Schwedenlauf. Und am traditionellen Schwedenweg beteiligten sich dieses Mal rund 500 Mitwirkende in 29 Gruppen – darunter Gäste aus Österreich, anderen Bundesländern und aus unserer schwedischen Partnerstadt Kalmar.
Besonders gefreut habe ich mich darüber, dass wir dieses Mal Besuch von insgesamt vier unserer Partnerstädte hatten. Wir haben diese Gelegenheit gut genutzt, um unsere internationalen Beziehungen deshalb auch auf Arbeitsebene weiter zu vertiefen.
So war diese Jubiläumsausgabe erneut ein vielfältiges und internationales Fest, mit dem unsere Stadt ein klares Bekenntnis für Frieden, Solidarität, Freundschaft und europäische Zusammenarbeit zum Ausdruck gebracht hat. Im Übrigen – und das sei auch erwähnt – gab es während, unmittelbar davor und danach kein freies Bett mehr in unseren Beherbergungsbetrieben! Das zeigt, dass unser Schwedenfest längst ein touristischer Wirtschaftsfaktor geworden ist.
Mein herzlicher Dank gilt den Veranstaltern, allen beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr, Sanitäts- und Sicherheitsdiensten, den zahlreichen Ehrenamtlichen sowie den Unternehmen und Privatpersonen, die diese Veranstaltungen unterstützt haben.
TSG-Handballtag: Einweihung Stadthalle
Unsere durchsanierte Stadthalle hat ihre erste Feuertaufe mit Bravour bestanden! Nach ihrer bereits erfolgten öffentlichen Übergabe fand am 16. August in der fast ausverkauften Halle das erste sportliche Highlight des Jahres statt. Die TSG Wismar hatte einen abwechslungsreichen Handballtag mit drei Freundschaftsspielen organisiert. Der Höhepunkt des Tages war die Partie des HC Hamburg (1. Bundesliga) gegen Empor Rostock (3. Liga). Herzlichen Dank an Mitstreiterinnen und Mitstreiter der TSG für den spannenden Handballtag, der uns auch ein sehr gutes breites Feedback zur Sporthalle gegeben hat.
Fördermittel: Feuerwache
Der Neubau unserer Feuerwache ist eine der größten und wichtigsten Infrastrukturmaßnahmen unserer Stadt. Wir verbessern damit vor allem die Arbeitsbedingungen der Kameradinnen und Kameraden unserer Berufsfeuerwehr, die für unsere Sicherheit sorgen.
Ich freue mich daher sehr darüber, dass wir für die Realisierung des Projektes am vergangenen Sonnabend einen Zuwendungsbescheid in Höhe von 22 Millionen Euro aus Städtebaufördermitteln aus den Händen von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig erhalten haben.
Fördermittel: Wandbild "Wurzel Jesse" in St. Nikolai
Außerdem sind uns für die dringend notwendige und etwa 350.000 Euro teure konservatorische Sicherung und Restaurierung des stark geschädigten mittelalterlichen Wandbildes "Wurzel Jesse" in der St.-Nikolai-Kirche 288.000 Euro aus Mitteln des Städtebaus zugesprochen worden. Damit kann der fortschreitenden Substanzverlust gestoppt und das Gemälde erhalten werden.
Wismarer Tafeln
Froh bin ich auch darüber, dass die Wismarer Tafel einen neuen Standort hat! Einige von Ihnen werden das bereits wissen. Ich spreche es trotzdem an, da Frau Dräger hier in unseren Reihen um Unterstützung gebeten hatte und sich viele von uns – auch meine Miterbeiterinnen und Mitarbeiter – um eine Lösung bemüht haben. Dabei mussten viele Objekte verworfen werden, weil sie zu groß, zu klein, zu marode, zu schlecht erreichbar oder zu teuer gewesen sind. Dennoch konnte auf Grundlage eines permanenten Austauschs eine Lösung gefunden werden, nach der die Arbeit der Tafeln im Promenadencenter am Friedenshof nun weitergehen wird.
Vielen Dank.