Künstler Karl-Henning Seemann gestorben

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

Die Hansestadt Wismar erreichte die traurige Nachricht, dass der Künstler Karl-Henning Seemann am 14. Januar 2023 im Alter von 88 Jahren in Löchgau im Kreis Ludwigsburg (Baden-Württemberg) gestorben ist. Die Beisetzung fand am 23. Januar auf dem Friedhof in Löchgau statt.

Karl-Henning Seemann war ein aus Wismar stammender Bildhauer und Zeichner, der insbesondere durch seine figürlichen und abstrakten Skulpturen im öffentlichen Raum bekannt wurde. Für seine Heimatstadt hatte der Künstler, der am 13. März 1934 geboren wurde, die Skulptur "Die Tauzieher" geschaffen, die seit dem Jahr 2005 auf dem Gelände des ehemaligen Kirchenschiffs von St. Marien in Wismar steht.

Die Nordostseite der St.-Georgen-Kirche in Wismar schmückt seit Oktober 2007 ein besonderes Geschenk von Karl-Henning Seemann, ein Bronzeportal, geschaffen von 1991 bis 2006, mit einer "nichtreligiösen Interpretation religiöser Themen". Außerdem befindet sich die Plastik "Die Vereinigung", eine Hommage an die deutsche Einheit, im Bestand des Wismarer Museums SCHABBELL, ebenso wie zwei weitere Werke, die Seemann in seiner Kindheit geschaffen hat.

"Mit Karl-Henning Seemann verlieren wir einen bedeutenden Künstler aus Wismar. ,Die Tauzieher´ im St.-Marien-Forum und das Seemann-Portal in St. Georgen sind Ausweis und Symbol seiner großen Schaffenskraft", sagt Thomas Beyer, Bürgermeister der Hansestadt Wismar. "Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren."

Seemanns künstlerische Ausbildung zum Bildhauer begann an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, die er ab 1955 in Berlin-Charlottenburg fortsetzte. An der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart legte Karl-Henning Seemann das Staatsexamen als Kunsterzieher ab. Anschließend war er in Mannheim und an der Technischen Universität Braunschweig tätig und wurde 1972 an die Fachhochschule Aachen berufen. Von 1974 bis 1999 lehrte er als Professor an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

Seemanns künstlerisches Werk wurde mehrfach ausgezeichnet, erstmals 1966 mit dem Rudolf-Wilke-Preis der Stadt Braunschweig. Er lebte und arbeitete seit 1975 in Löchgau an der Schwäbischen Alb, blieb seiner Heimatstadt Wismar aber immer verbunden. So war Seemann zum Beispiel gern gesehener Gast der internationalen Backsteinbaukunstkongresse in der St.-Georgen-Kirche in Wismar.