Grußwort des Bürgermeisters zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel
Liebe Bürgerinnen und Bürger,
wie jedes Jahr möchte ich einer guten Tradition folgend Rückschau nehmen auf die vergangenen Wochen und Monate, auf das fast abgelaufene Jahr. Das Jahr 2022 war wieder ein Jahr voller Herausforderungen und teils unliebsamer Überraschungen, manches war anders als erwartet und erhofft. Das Jahr ist aber dennoch auch ein Jahr vieler Fortschritte und Erfolge, über die ich gerne berichten möchte.
Während das vorangegangene Jahr 2021 noch ganz von der Corona-Pandemie geprägt war, brachte uns das Jahr 2022 zwar noch nicht das Ende der Pandemie, aber doch ein großes Stück Normalität in dieser Hinsicht zurück. Nur noch wenige Beschränkungen sind zu beachten, wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes in öffentlichen Verkehrsmitteln oder beim Arztbesuch.
Folge der Corona-Pandemie ist aber die Insolvenz des Genting-Konzerns und mit ihm „unserer“ Werft. Wieder einmal haben externe Einflüsse die Werft in Schwierigkeiten gebracht, doch – wie Sie ja sicher aus den Medien wissen – wird es mit einem neuen Eigentümer weitergehen und wird auch die zu zwei Dritteln fertiggestellte, bisherige „Global Dream“ für Disney Cruises hier in Wismar vollendet werden und in den Jahrzehnten, die kommen, auf den Weltmeeren von der Wismarer Schiffbauqualität Zeugnis ablegen. Auch für die sogenannte Kabinenfabrik hat sich eine attraktive Lösung gefunden. Die Firma Eppendorf wird dort Medizinprodukte herstellen. Mit diesem Unternehmen wird aus meiner Sicht die Vielfalt der Wirtschaftsstruktur in unserer Stadt gestärkt.
Seit Februar hält uns nun auch der schlimme Eroberungskrieg Russlands gegen die Ukraine in Atem, das ist alles andere als Normalität. Viele Menschen aus dem angegriffenen Land haben bei uns Schutz vor den Granaten und Raketen Russlands gesucht und gefunden. Als Folge dieses Krieges sind wir alle von stark gestiegenen Preisen nicht nur für Lebensmittel, Gas, Öl und Strom betroffen. Hoffen wir – vor allem für die Menschen in der Ukraine -, dass der Krieg bald zu Ende geht und die Ukraine Freiheit und Unabhängigkeit wieder genießen kann.
Der Krieg gegen die Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Bauwirtschaft; es sind viele Baumaterialien knapp und teuer. Dennoch konnten dieses Jahr wieder eine ganze Reihe Bauprojekte vollendet oder begonnen werden. So wurde zum Beispiel der Ersatzneubau der Brücke über den Wallensteingraben im Zuge der Poeler Straße fertiggestellt und dem Verkehr übergeben. Einige hundert Meter weiter, in Richtung Altstadt, steht auch das Projekt der Deutschen Bahn „Eisenbahnüberführung Poeler Straße“ vor der Fertigstellung; die Straße ist asphaltiert, der Fuß- und Radweg durch den Trog ist bereits seit einigen Wochen für den Verkehr freigegeben.
Fertiggestellt ist die Freifläche am Alten Hafen mit ihren großen Spielgeräten, sie lädt Jung und Alt zum Verweilen ein. Viele von Ihnen haben in einem Bürgerbeteiligungsverfahren wichtige Hinweise für die Gestaltung gegeben, die bei der Ausführungsplanung nach Möglichkeit berücksichtigt wurden.
Eine neue Form der Bürgerbeteiligung haben wir dieses Jahr auch erstmals und erfolgreich für die anstehende Planung der Gestaltung der Freiflächen zwischen Bahnhofstraße und Bahnhof eingesetzt. Das Ergebnis ist ein Bürgergutachten mit vielen guten Ideen, die nun bei der endgültigen Planung Beachtung finden sollen. Vielen Dank allen Beteiligten für ihr Engagement.
Ganz in der Nähe, im Lindengarten, läuft derzeit der Bau einer neuen Promenade durch den Park und eines neuen Kinderspielplatzes mit einer spannenden „Kletterlokomotive“ für unsere Kleinen.
Noch im Bau ist die Neugestaltung des Parkplatzes Altstadt/Turmstraße. Er wird zwar weniger Stellplätze als der alte „Schotterparkplatz“ bieten, dafür aber wesentlich bessere und sicherere Parkflächen. Zudem wird der Parkplatz mit einer lange ersehnten WC-Anlage ausgestattet werden. Nicht nur die mit einem Reisebus dort ankommenden Touristen werden diese gerne nutzen.
Begonnen haben im August die Bauarbeiten zur Erschließung des neuen Großgewerbestandortes Wismar-Kritzow; an der Schweriner Straße laufen die Arbeiten auf dem ehemaligen HEVAG-Gelände, ebenfalls für ein attraktives neues Gewerbegebiet. Bereits fertiggestellt ist das Projekt der Wohnungsbaugesellschaft für einen Neubau in der Turmstraße 23-27, wo attraktive und moderne, teils seniorengerechte Wohnungen in der Altstadt entstanden sind.
Viele weitere Projekte, städtische und private, begonnene und fertiggestellte, ließen sich hier anführen, zeugen von der lebhaften Stadtentwicklung trotz aller Krisen.
Und dann konnten wir dieses Jahr gleich zwei Jubiläen feiern: Vor zwanzig Jahren wurden die Historischen Altstädte Stralsund und Wismar von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen. Vor 100 Jahren entstand insbesondere in Wismar der Stummfilm „NOSFERATU – Eine Symphonie des Grauens“. Beide Jubiläen wurden mit einer Vielzahl Veranstaltungen begangen.
Die nächste große Veranstaltung der Hansestadt Wismar – für Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger! – wird der Neujahrsempfang der Stadt am Sonnabend, dem 7. Januar 2023, ab 11.00 Uhr in der St.-Georgen-Kirche sein. Seien Sie alle sehr herzlich eingeladen! Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Anders als in den vergangenen Jahren werden wir die Kirche nicht heizen, um Gas zu sparen. Es wird aber heiße Getränke geben, zum Beispiel weißen Glühwein, mit und ohne Alkohol. Ich würde mich freuen, Sie begrüßen zu dürfen.
Bis dahin wünsche ich Ihnen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit sowie einen guten Rutsch in das neue Jahr. Bleiben Sie gesund!
Ihr
Thomas Beyer, Bürgermeister der Hansestadt Wismar
Wismar, im Dezember 2022