Equal-Pay-Fahne wird vor dem Rathaus gehisst
Kampagne macht auf die ungleiche Entlohnung von Frauen und Männern aufmerksam und rückt den Zusammenhang von Zeit und Geld in den Fokus.
Um auf diese Problematik aufmerksam zu machen, wird vom 5. bis zum 7. März 2024 die Equal-Pay-Fahne vor dem Wismarer Rathaus gehisst. Gleichzeitig hat das Bündnis Equal Pay MV am 5. März 2024 eine "Equal-Pay-Silvesterparty" unter dem Motto "Lückenlos durch die Nacht" im LT-Club in Rostock organisiert. Als kultureller Höhepunkt werden die Wortwerkerin HannaH Rau aus Lübeck und DJane Caren Beckster & Björn Borge dabei sein.
Unter dem Motto "Höchste Zeit für Equal Pay!" rückt die diesjährige Equal-Pay-Day-Kampagne den Zusammenhang von Zeit und Geld in den Fokus. Wie frei sind Frauen und Männer in der Gestaltung ihrer Zeit? Noch immer arbeiten Frauen fast dreimal so häufig in Teilzeit wie Männer, da sie oft den Großteil der Care-Arbeit übernehmen. Diese Diskrepanz bei der Arbeitszeit trägt maßgeblich zum Gender Pay Gap von 18 Prozent bei.
Was muss sich ändern, damit Care-Arbeit, Erwerbsarbeit und Freizeit gerecht verteilt werden können? Ist die Vier-Tage-Woche eine Lösung oder die Verkürzung der Vollzeit? Welchen Beitrag können Jobsharing oder Digitalisierung leisten? Die Equal-Pay-Day-Kampagne 2024 zeigt, wie die Zeitnutzung mit dem Gender Pay Gap zusammenhängt und welche Lösungsansätze es für eine gerechte Zeitverteilung gibt.
Petra Steffan, Gleichstellungsbeauftragte der Hansestadt Wismar: "Die Gründe, warum Frauen in Bezug auf ihr Einkommen immer noch zurückliegen, sind vielfältig. Ein Grund ist eine schlechtere Selbstvermarktung und Verhandlungsstrategie. Wir müssen uns auch fragen, wie viel unsere Arbeit wert ist. Frauen neigen häufiger dazu, sich mit weniger zufrieden zu geben, um ihre Stelle nicht zu gefährden. Auch die Kindererziehung hat oft nachteilige Auswirkungen, und alleinerziehende Väter haben ähnliche Probleme wie alleinerziehende Mütter. Doch auch die deutlich schlechtere Bewertung und Bezahlung von Berufen im sozialen Bereich, die oft von Frauen ausgeübt werden, ist ein Faktor."
Weiter sagt Petra Steffan: "Arbeit muss neu bewertet werden, denn letztendlich geht es um tatsächliche Gleichberechtigung. Und an dieser Stelle ist die Politik in der Verantwortung und muss entsprechende Gesetze verankern."