Einweihung des Kunstwerkes "Ballwechsel" in der neuen Sporthalle am Friedenshof in Wismar

Quelle: Susanne Gabler

Am Tag der Städtebauförderung, am 9. Mai 2026, wird unter anderem die neugebaute Sporthalle an der Käthe-Kollwitz-Promenade in Wismar präsentiert. Dann wird auch das Kunstwerk "Ballwechsel" der Künstlerin Anne Hille aus Starkow (bei Velgast) eingeweiht. Los geht es um 12.30 Uhr mit einführenden Worten von Bürgermeister Thomas Beyer.

Zudem gibt es eine Ausstellung der Entwürfe, die zur Ausarbeitung eingeladen wurden und aus deren finaler Runde der Entwurf "Ballwechsel" als Sieger aus dem Wettbewerb hervorgegangen war.

Kunst am Bau

Für den Neubau der Dreifeldsporthalle am Friedenshof plante die Hansestadt Wismar die Realisierung eines Kunstwerks. Dafür wurde ein Kunst-am-Bau-Wettbewerb ausgeschrieben. Künstlerinnen und Künstler waren ausgerufen, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen. Konzipiert wurde das Wettbewerbsverfahren als nichtoffener anonymer Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit einem vorgeschalteten offenen Bewerberverfahren als Ideenwettbewerb.

Als Kunststandort wurde die Rückwand der Tribüne ausgewählt. Die Rückwand ist mit Akustikplatten versehen. Auf diesen befindet sich das Kunstwerk. Die Akustikplatten haben eine Länge von je 46 Metern und einer Höhe von netto 1,9 Metern. Insgesamt standen etwa 87 gestaltbare Quadratmeter zur Verfügung. Die darin befindlichen Durchgangsöffnungen werden von der Gestaltung ausgenommen.

Für die Realisierung des Kunstwerks standen 31.500 Euro zur Verfügung.

Der Kunst am Bau-Wettbewerb wurde aus dem Bundesprogramm "Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur" finanziert. Diese Mittel fordern eine Berücksichtigung von Kunst am Bau und ermöglichen damit einen solchen Wettbewerb.

Dieser Wettbewerb wurde in zwei Phasen durchgeführt. Bei der zweiten Sitzung des Gremiums am 26. Mai 2025 wurde ein Siegerentwurf ausgewählt. Dabei ging die Künstlerin Anne Hille als Gewinnerin hervor und wurde eingeladen, ihren Entwurf im Neubau der Sporthalle zu realisieren. Installiert wurde das Kunstwerk im Dezember 2025.

Konzept "Ballwechsel"

Ballwechsel sind beim Spiel selbstverständlich und essenziell. Die individuelle Perspektive wird zugunsten einer pluralen Sicht- und Handlungsweise aufgegeben. Teamgeist und Handlungsadaption an sich ständig verändernde Spielsituationen sind Grundlagen des Mannschaftssports. Der Ballwechsel ist dabei zugleich ein Perspektivwechsel.

Die Schnittmuster von Bällen sind zugleich das Erkennungszeichen der jeweiligen Sportart: Eindeutig unterscheiden wir aufgrund der Schnitte zum Beispiel einen Fußball von einem Medizinball. Die zweidimensionalen Schnittmuster der jeweiligen Sportbälle sind auf der Wand räumlich verzerrt dargestellt, so dass hier der Eindruck eines gekippten und verzerrten Raumes entsteht. Zweidimensionalität und Dreidimensionalität verschwimmen.

Die Abbildungen verweigern sich der eindeutigen Zuordnung, ein Perspektivwechsel ist nötig. Den eigenen Standpunkt zu verlassen, Team-Mitgliedern Bälle zuzuspielen und die Sichtweisen anderer als Impuls aufzunehmen, sind nicht nur im Sport wichtige Aspekte. Auch in anderen Lebensbereichen ist es entscheidend, "um die Ecke" zu denken, gewohnte Denkweisen zu hinterfragen und respektvoll anderen Standpunkten zu begegnen. Weitsicht und die Bereitschaft zum Perspektivwechsel lassen uns Situationen in ihrer Vielschichtigkeit besser erkennen.