Bürgermeister Thomas Beyer und Bürgerschaftsmitglied Ronny Ortland besuchen Partnerstadt Tschornomorsk
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Bild: © Stadtverwaltung Tschornomorsk
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Vom 2. bis zum 5. Mai 2026 waren Bürgermeister Thomas Beyer und Bürgerschaftsmitglied Ronny Ortland zu Besuch in Wismars ukrainischer Partnerstadt Tschornomorsk. Auf dem Programm stand unter anderem auch der Besuch der Schutzräume am Badestrand, die dort mithilfe der Hansestadt Wismar aufgestellt werden konnten.
Gleich zu Beginn des Besuchs heulten Sirenen: Es gab einen Luftangriff, bei dem die Stadt Tschornomorsk mehrfach schwer getroffen wurde. Bei den Angriffen wurden zwei Menschen getötet und es wurden 35 Wohnhäuser und Infrastruktur am Hafen beschädigt. "Das ist die Realität in unserer Partnerstadt, das erleben die Menschen dort regelmäßig, wurde mir und Herrn Ortland berichtet", so Bürgermeister Thomas Beyer. Tschornomorsk war in den vergangenen Wochen mehrfach getroffen worden. Zusammen mit dem gastgebenden Bürgermeister Vasyl Huliaiev fuhr die Wismarer Delegation an einige Einschlagsorte.
Ein weiterer russischer Angriff folgte in der Nacht von Montag auf Dienstag. Dieses Mal wurden alle Drohnen abgeschossen und es waren keine Schäden zu verzeichnen.
Trümmerteile am Strand
Am Sonntag wurden die Schutzräume angeschaut, die erst vor kurzem aufgebaut worden waren. Am nahen Strand lag ein Stück einer Drohne. Immer wieder werden Trümmerteile angespült.
Nachhaltig in Erinnerung bleiben wird eine Ausstellung mit einem eindrucksvoll gemalten Bild von im Krieg getöteten Soldaten sowie mit weiteren Bildern von zwölf Künstlerinnen und Künstlern. An diesem Tag ging es noch in eine öffentliche Bibliothek, die weiterhin auch am Sonntag geöffnet ist, trotz des Krieges, und nach Odesa.
Gedenkminute vor Fotos von getöteten Soldaten
Emotional war auch der 4. Mai: An einer Allee mit aufgereihten Fotos der getöteten Soldaten der Stadt wurden zur landesweiten Gedenkminute um 9 Uhr Blumen niedergelegt.
In einer Schule in Tschornomorsk erzählten die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse etwas über ihre Stadt und hielten auch einen Vortrag über die Hansestadt Wismar. Danach wurde die Schule gezeigt. Derzeit wird dort ein Erweiterungsbau errichtet, sodass die Schule und die nahegelegene Kindertagesstätte künftig auch Schutzräume haben werden. Schulunterricht findet statt, auch im Krieg.
Auch ein Besuch im Wärmekraftwerk fehlte nicht. Es war durch den Angriff beschädigt worden. Allerdings liefen die Reparaturarbeiten bereits und das Kraftwerk war trotz allem arbeitsfähig.
Thomas Beyer und Ronny Ortland schauten sich weiterhin eine Zahnklinik an, der eine Einzelspende in Höhe von 18.000 Euro zugutegekommen war. Die Spende hatte der Vorsitzende des Christlichen Hilfsvereins Wismar, Frieder Weinhold, vermittelt. Schließlich ging es noch ins Wasserwerk und zur Kläranlage, die für die Abwasseraufbereitung, aber auch für die Wasserversorgung der Stadt Tschornomorsk eine zentrale Rolle spielen. Hier war gerade eine Modernisierung im Gang.
Abends folgte ein Treffen mit Vertreterinnen und Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Zwischendurch bestand auch immer wieder die Möglichkeit zum persönlichen Austausch, auch mit Privatleuten.
Wismarer von der Widerstandsfähigkeit in Tschornomorsk beeindruckt
Thomas Beyer und Ronny Ortland zeigten sich einmal mehr beeindruckt von der Widerstandsfähigkeit der Ukrainerinnen und Ukrainer und ihrem Durchhaltevermögen. "Es ist wirklich kaum zu glauben, was die Bürgerinnen und Bürger in Tschornomorsk schaffen. Trotz des Krieges werden neuen Einrichtungen gebaut und vorhandene Gebäude modernisiert. Auch so wird das öffentliche Leben in Tschornomorsk aufrecht erhalten", erklärt Bürgermeister Thomas Beyer. "Diese Stadt hat unsere Solidarität verdient, Unterstützung ist weiterhin nötig. Insofern bin ich froh, dass auch mein gewählter Nachfolger, Herr Frank Junge, bereits jetzt bekundet hat, die Partnerschaft mit Tschornomorsk unbedingt fortzusetzen."
Hier sehen zwei Videos vom Besuch in Tschornomorsk:
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Besuch Tschornomorsk 2026
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Schutzräume für Tschornomorsk