"TechnoThek": Angebote für junge Technikbegeisterte in der Stadtbibliothek

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

Mit einer Cyborg-Hand nach Gegenständen greifen, Strom durch Zitronen leiten, mit einer VR-Brille neue Welten erkunden, Mini-Roboter über Strichcode-Straßen fahren und Bilder mit Hilfe eines 3D-Stiftes in die Höhe wachsen lassen: Dieses und mehr ist nun in der Stadtbibliothek in Wismar möglich. In Zusammenarbeit mit dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und der Fachstelle Öffentliche Bibliotheken MV präsentiert die Bibliothek in der Ulmenstraße 15 ein neues und innovatives Angebot: die "TechnoThek".

In diesem speziellen Bereich in der Kinderbibliothek können junge Tüftlerinnen und Tüftler mit analogen sowie digitalen Tools und Techniken experimentieren. Sie finden dort alles, was das Herz begehrt, um ihr technisches Verständnis zu erweitern: ein umfangreiches Sortiment an Bau- sowie Experimentierkästen, Lernplatinen, Bodenroboter, Holzkonstruktionsspielzeuge, spezielle Bausteine. Kinder- und Jugendliteratur vertiefen die Themen.

Die "TechnoThek" in Wismar ist die siebte von künftig 17 "TechnoTheken" in Mecklenburg-Vorpommern, die das technische Grundverständnis von Kindern und Jugendlichen wecken, sie für Fächer wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – sogenannte MINT-Fächer – begeistern und erste Schritte in den Bereichen Robotik und Programmierung ermöglichen soll. Ausprobieren und Knobeln sind ausdrücklich erwünscht. 

Während der Eröffnung der "TechnoThek" am 11. September 2024 in Wismar testeten junge Technikbegeisterte aus einer achten Klasse der Bertolt-Brecht- und einer zweiten Klasse der Robert-Lansemann-Schule die Angebote. Viele Kinder und Jugendliche probierten die Cyborg-Hand aus. Es erforderte Geschick und Übung, bis mit diesem Greifer ein Stift gehalten und damit gemalt werden konnte. An anderen Stationen, es gab insgesamt elf, ging es unter anderem um das Programmieren eines Ozobot-Roboters, eines Calliope-Minicomputers und von Blue-Bots, also kleinen Käfern. Ein Mikroskop sowie Experimentier- und Konstruktionsbausätze verschiedener Hersteller standen bereit.

Wie Natasja Henn von der Stadtbibliothek Wismar berichtete, können Kinder und Jugendliche künftig die Experimentierkästen und die Technikliteratur im Erdgeschoss des Zeughauses kostenfrei nutzen (teilweise nach einer Anleitung) beziehungsweise ausleihen. Auch Klassensets stehen zur Verfügung. Einige Medien sind für Pädagoginnen und Pädagogen gedacht.

Nicht nur die Schülerinnen und Schüler, sondern auch Michael Berkhahn war von dem neuen, niedrigschwelligen Angebot im Zeughaus begeistert. Der Senator sprach von einem "Erfolgsmodell", das es erstmals im Jahr 2016 in Erfurt (Thüringen) gab und nun auch in Wismar dauerhaft angeboten wird. "Hier haben junge Leute die Möglichkeit, erste Schritte in den Bereichen Programmierung, Robotik, Mechanik und Naturwissenschaft zu unternehmen."

Bibliotheksleiterin Uta Mach betonte: "Ziel ist es, mögliche Hemmschwellen abzubauen und naturwissenschaftliche und technische Inhalte spielerisch zu erfassen. Darüber hinaus soll in Zukunft eine enge Zusammenarbeit mit den Schulen entstehen, um Bildungsinhalte von MINT-Fächern leichter zu vermitteln."

Torsten Habicht, Vorsitzender des VDI-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, erklärte: "Dies ist keine einmalige Aktion. Wir wollen landesweit dauerhaft dafür sorgen, dass Schülerinnen und Schüler mit der Technik spielen können und sich davon begeistern lassen. Mit der ,TechnoThek' rücken wir Bildung, Digitalisierung und Innovation verstärkt in den Mittelpunkt. Indem wir Kinder und Jugendliche schon früh an naturwissenschaftliche Themen heranführen und sie fachkundig begleiten, fördern wir den technischen Nachwuchs, den wir in der Zukunft brauchen."

Für die "TechnoTheken" in Mecklenburg-Vorpommern stellten – nach Angaben des VDI – der Bund 180.000 Euro, das Land Mecklenburg-Vorpommern etwa 30.000 Euro und der VDI 80.000 Euro zur Verfügung. In die "TechnoThek" in Wismar flossen rund 10.000 Euro.