"Fassaden": Filmabend am 25. November in der Gerichtslaube
Häusliche Gewalt gegen Frauen: Die Zahlen sind eindeutig, das Leid kaum auszuhalten. Und dennoch bleiben die Gewalt und vor allem die davon Betroffenen oft unsichtbar. Was Frauen in toxischen Beziehungen erleben, welche Auswirkungen die Gewalt auf ihr Leben hat und wie sie einen Ausweg und Hilfe finden, dies macht Alina Cyranek in ihrem Dokumentarfilm "Fassaden" (Deutschland 2026, 87 Minuten) sichtbar.
Der Film wird am Mittwoch, dem 25. November 2026, um 19.00 Uhr in der Gerichtslaube im Wismarer Rathaus gezeigt. Eine Kooperation zwischen dem Büro für Chancengleichheit der Hansestadt Wismar und der Filminitiative "Bewegtbildbande". Der Eintritt ist frei.
Sandra Hüller erzählt die Geschichte einer Frau, die aus einer langjährigen gewalttätigen Beziehung ausbricht, sowie von einem politischen und gesellschaftlichen System, das lieber wegschaut. Der Film zeigt, welche Machtstrukturen hinter den Fassaden stecken.
Die Erzählung wurde aus vier realen Erfahrungsberichten zu einer Geschichte verdichtet, um die Anonymität der Frauen zu wahren. Alle Ereignisse haben sich tatsächlich so zugetragen, nichts ist erfunden.
Ein Tanzpaar erschafft in einer Blackbox Bilder einer Beziehung, hochästhetisch, physisch, poetisch – und lässt somit Raum für Vielschichtigkeit und Komplexität solch einer Beziehung. Die Manipulation der Frau wird mittels Animation zunehmend sichtbar gemacht, indem einzelne Frames auf Papier ausgedruckt, bearbeitet und wieder in den Realfilm eingefügt werden. Den klassisch dokumentarischen Rahmen bilden Experteninterviews, die klar und sachlich die Machtverhältnisse und Beziehungsstrukturen einordnen.
"Fassaden" ist kein einfach konsumierbarer Film, sondern eine Herausforderung für die Zuschauenden. Häusliche Gewalt und die damit verbundenen Statistiken sind brutal, erschütternd, physisch. "Fassaden" spiegelt all das in seiner Form wider, ist radikal und eigensinnig.
Im Rahmen der Filmveranstaltung werden Getränke und kleine Snacks angeboten. Der Verkauf erfolgt durch das Projekt Stadtmütter Wismar zugunsten des Projektes.