Willy Hans Käcker
2. Juli 1905 – 18. Januar 1942
Wohnort: Hinter dem Chor 17
Schicksal: Ermordet im Konzentrationslager Auschwitz
Kurzbiografie
„Willy Käcker (…) wurde nach Beendigung der Straftat in das Konzentrationslager Auschwitz verlegt. [Er] bekam die Häftlingsnummer 20286.“ (Der Historiker Jan-Henrik Peters über das Schicksal von Willy Käcker)
Die Familie Käcker wohnte im Haus Hinter dem Chor 17. Von 1912 bis 1915 besuchte Willy Hans Käcker die Bürgerschule in Wismar, anschließend bis 1921 die Oberschule. Danach absolvierte er eine dreijährige Ausbildung beim Getreidehändler Karl Sodemann in Wismar und schloss anschließend eine Tischlerlehre im Betrieb seines Vaters ab. Bis 1933 arbeitete er im väterlichen Betrieb.
Am 4. März 1933 eröffnete Willy Käcker im Elternhaus ein Zigarrengeschäft. In den folgenden Jahren ging er in Wismar mit verschiedenen Männern gleichgeschlechtliche Beziehungen ein. Dies blieb nicht verborgen. Am 2. Juli 1938 wurde er verhaftet und aufgrund des Vorwurfs der „widernatürlichen Unzucht mit Männern“ in Untersuchungshaft genommen.
Bei seiner Vernehmung durch die Gestapo (Grenzpolizeinebenstelle Wismar) legte er ein Geständnis ab, das weitere homosexuelle Männer belastete, die daraufhin ebenfalls verhaftet wurden. Am 20. und 21. Januar 1939 fand vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Schwerin der Prozess statt. Willy Käcker wurde zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.
Nach Verbüßung seiner Strafe kam er nicht frei, sondern wurde in „Schutzhaft“ genommen und in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort traf er am 29. August 1941 ein und erhielt die Häftlingsnummer 20286. Am 6. Dezember 1941 befand er sich in Block 28, der Krankenabteilung. Durch totale Unterernährung geschwächt starb Willy Käcker am 18. Januar 1942 im Konzentrationslager Auschwitz.
Verlegung des Stolpersteins
Für Willy Hans Käcker wurde am 25. Februar 2017 vor dem Haus Hinter dem Chor 17 ein Stolperstein verlegt. Die Patenschaft übernahm der Schwulen- und Lesbenverband Wismar.
Zum Weiterlesen
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Falk Bersch: Stolpersteine in Wismar. Wismar, 2018.
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Jan-Henrik Peters: Verfolgt und Vergessen. Homosexuelle in Mecklenburg und Vorpommern im Dritten Reich. Rostock, 2004, Seite 79–82.