Max Ehrlich

26. Dezember 1873 – 21. September 1942
Wohnort: Dankwartstraße 35
Schicksal: Ermordet im Vernichtungslager Treblinka


Kurzbiografie

„Mein Vater Max Ehrlich ist am 15. Januar 1942 (…) nach Theresienstadt gekommen und von dort aus am 21. September 1942 weiter transportiert, in die Gaskammer!“
(Kurt Ehrlich in einem Fragebogen vom 11. August 1958)

Bild vergrößern: Verlegung des Stolpersteins von Max Ehrlich Bild: © Projektgruppe Stolpersteine
Verlegung am 10.8.2013 von Demnig

Max Ehrlich wurde am 26. Dezember 1873 im ostbrandenburgischen Sonnenburg geboren. Wann die Familie nach Berlin zog, ist nicht bekannt. Nach der Schule begann er eine Ausbildung bei der Berliner Firma Emil Blumenthal & Co. Dort arbeitete er sich vom kaufmännischen Angestellten bis zum Geschäftsführer hoch und blieb rund dreißig Jahre im Unternehmen. Später gründete er eine eigene Wäschefabrik in Berlin.

Am 13. Oktober 1898 heiratete er die Schneiderin Sara Prager (1874–1942). Aus der Ehe gingen zwei Kinder hervor: Kurt (geboren 1900) und Frieda (geboren 1904). Die Ehe wurde 1927 geschieden, danach verlor Max Ehrlich auch seinen beruflichen Erfolg.

Um 1930 zog er nach Wismar und gehörte zur Jüdischen Gemeinde Schwerin. 1932 arbeitete er als Verkäufer in einem Herrenbekleidungsgeschäft, zunächst mit Unterkunft in der Lübschen Straße 18. 1935 verzeichnete das Wismarer Adressbuch seine Wohnung in der Dankwartstraße 43. Mitte der 1930er Jahre verlor er durch die nationalsozialistischen Repressalien seine Stelle. Er versuchte, sich als Vertreter mit dem Verkauf von Anzügen von Haus zu Haus durchzuschlagen.

Nach der Reichspogromnacht wurde er am 10. November 1938 verhaftet und etwa eine Woche lang in der Strafanstalt Neustrelitz-Strelitz festgehalten. Nach seiner Entlassung am 17. November war ihm ein Überleben in Wismar unmöglich geworden. Er verließ die Stadt und war 1939 kurzzeitig in Rostock gemeldet.

Am 14. März 1940 zog er mittellos nach Hamburg und fand Unterkunft im Altenheim des Jüdischen Religionsverbandes in der Straße Jungfrauenthal 37. 1941 musste er in eines der sogenannten „Judenhäuser“ ziehen, Sammelunterkünfte für die zur Deportation bestimmten Jüdinnen und Juden.

Am 16. Juli 1942 wurde er mit dem Transport VI/1 von Hamburg in das Konzentrationslager Theresienstadt gebracht. Von dort wurde er am 21. September 1942 nach Treblinka deportiert. Auf diesem Transport befanden sich 2002 Menschen, nur eine Person überlebte. Im Vernichtungslager Treblinka wurden zwischen dem 22. Juli 1942 und dem 21. August 1943 zwischen 700.000 und 1,1 Millionen Menschen ermordet.

Max Ehrlichs Sohn Kurt gelang 1938 mit seiner Frau die Flucht nach Shanghai. 1947 konnten beide in die Vereinigten Staaten von Amerika ausreisen. Auch Tochter Frieda fand dort eine neue Heimat. Seine geschiedene Frau Sara, inzwischen in zweiter Ehe Cohnheim, nahm sich am 6. August 1942 in Berlin das Leben. Wenige Tage nach ihrem Tod wurden ihre jüdischen Nachbarn deportiert und ermordet.


Verlegung des Stolpersteins

Für Max Ehrlich wurde am 10. August 2013 vor dem Haus Dankwartstraße 35 ein Stolperstein verlegt. Die Patenschaft übernahm die Familie Pucknus.


Zum Weiterlesen
  • Falk Bersch: Stolpersteine in Wismar. Wismar, 2018.