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Walter Mantow


30. Mai 1897 – 18. Juli 1941
Krönkenhagen 20
ermordet in der Tötungsanstalt Bernburg

Kurzbiografie:

"...teilen wir Ihnen mit, dass der Patient Walter Mantow (....) am 5. August 1941 in unserer Anstalt verstorben ist."
(Schreiben der "Heil- und Pflegeanstalt" Bernburg an das Jugendamt Wismar mit der gefälschten Todesbenachrichtigung vom 14. August 1941.)

Walter Mantow wuchs als Sohn des Malermeisters Adolf Mantow (geboren 1852) und seiner Frau Elise, geborene Fuhr (1986 - um 1937) in Wismar auf. Familie Mantow wohnte spätestens ab 1888 in Wismar, zunächst in der Speicherstraße 11, ab 1890 in Krönkenhagen 20. Walter Mantow trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde Malermeister. Seinen Beruf konnte er nur bis zum Ausbruch eines Nervenleidens ausüben. Danach war er auf die Hilfe und Pflege seiner Mutter angewiesen, die mit zunehmenden Alter damit überlastet war. Sie stellte zahlreiche Anträge an das Wohlfahrtsamt Wismar und erhielt Hilfe durch einen Armenpfleger. Im Mai 1933 hatte sich Walter Mantows Zustand verbessert und er konnte wieder für kurze Zeit arbeiten. Daraufhin verschlimmerte sich sein Zustand jedoch. Der behandelnde Arzt plädierte für eine dringende Aufnahme in eine Heilanstalt. Seine Mutter stellte schließlich einen Antrag auf Aufnahme ihres Sohnes in das Wismarer Alten- und Pflegeheim, in das Walter Mantow am 19. Oktober 1934 kam. Sein Zustand verschlimmerte sich weiter, so dass er im März 1935 in die Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg in Schwerin überwiesen wurde. Dort erklärte man am 12. November 1937, dass mit einer Besserung seiner Krankheit nicht zu rechnen sei und er "zur dauerhaften Anstaltspflege" in Schwerin verbleiben müsse. Am 18. Juli 1941 wurde Walter Mantow mit 134 anderen Patienten der Heil- und Pflegeanstalt Sachsenberg mit der "Gemeinnützigen Krankentransportgesellschaft" - einer Organisation der SS - in die "Heil- und Pflegeanstalt" Bernburg verlegt, die als Tötungsanstalt fungierte. Er wurde noch am selben Tag vergast, Todesdatum und -ursache wurden gefälscht.

Verlegung des STOLPERSTEINS:

Für Walter Mantow wurde am 15. Juli 2008 in Krönkenhagen 20 ein STOLPERSTEIN verlegt.

Zum Weiterlesen:
Falk Bersch, Stolpersteine in Wismar, Wismar: 2018.