Hilfsnavigation
Seiteninhalt

Vorlage - VO/2018/2628  

Betreff: Umwandlung von städtischen Grün- und Brachflächen in Blühflächen
Status:öffentlichVorlage-Art:Fraktionsantrag
Verfasser/-in:Fraktion FDP/GRÜNE
Beratungsfolge:
Bürgerschaft der Hansestadt Wismar Entscheidung
29.03.2018 
Sitzung der Bürgerschaft der Hansestadt Wismar Verweisung in einen Ausschuss   
Bau- und Sanierungsausschuss Vorberatung
14.05.2018 
Sitzung des Bau- und Sanierungsausschusses zur Kenntnis genommen   
10.09.2018 
Sitzung des Bau- und Sanierungsausschusses ungeändert beschlossen   
Eigenbetriebsausschuss Vorberatung
04.09.2018 
Sitzung des Eigenbetriebsausschusses zur Kenntnis genommen   

Beschlussvorschlag:

Die Bürgerschaft beauftragt den Bürgermeister zu prüfen, inwieweit städtische Grün- und Brachflächen mit welchem Aufwand in Blühflächen umgewandelt werden können. Dabei sollen besonders folgende Fragen beantwortet werden:

  

1.                Welche Flächen wären aus Sicht der Stadt geeignet?

2.                Welche jährlichen Kosten werden für die Umwandlung und die nachfolgende Pflege verursacht?

3.                Welche Kosten entstehen zum Vergleich bei der herkömmlichen Pflege?


Begründung:

In den letzten Jahren zeigte sich, dass bestäubende Insekten zunehmend Probleme mit der Nahrungsbeschaffung haben. Warnungen und Hinweise wissenschaftlicher Studien und politische Stellungnahmen von Naturschutz-Verbänden und Behörden werden im Monatstakt veröffentlicht.

Unbestritten ist, dass der Bestand von Bienen, Wildbienen und Insekten in den vergangenen Jahren überdurchschnittlich gesunken ist und dadurch die von ihnen zu bestäubenden Pflanzen stark gefährdet sind. Schmetterlinge und Falter sind rapide im Rückgang begriffen. Die Schmetterlings-Populationen auf Wiesen haben sich seit 1990 halbiert. Bienen und Wildbienen verhungern im Sommer, beklagen Naturschutz und Imkerverbände bundesweit. Dadurch ist auch der Bestand unserer heimischen Singvögel stark gefährdet.

Hier in Wismar besteht, wie an sehr vielen Orten in Mecklenburg durch intensive Landwirtschaft, wenig Wald und durch Ausweisung von Baugebieten eine Nahrungsknappheit für Bienen und andere bestäubende Insekten.

Abhilfe kann hier das Anlegen von sogenannten Blühstreifen und Blühflächen schaffen, wie sie mittlerweile schon in vielen Städten angelegt werden. Mittelinseln, Kreisverkehre, Straßenränder und Straßenbankette, Fahrrad- und Fußwege sowie Teilbereiche von Park- und Ausgleichsflächen können sich so in bunte Blumenwiesen verwandeln. So werden sie zum einen attraktiv und zum anderen ganzjährig eine umfangreiche Nahrungsquelle für Vögel, Insekten und kleine Säugetiere.

Die entstehenden Flächen sind Blickfang und ein farbenfrohes, freundliches sowie naturverbundenes Aushängeschild für die Stadt. Durch die zahlreichen blühenden Pflanzen ergibt sich sowohl für Menschen als auch für Tiere eine Aufwertung des Umfeldes.

  

Aber nicht nur die ökologische Bedeutsamkeit der Blühstreifen oder ihr schöner Anblick spricht für diese Maßnahmen. Die Anlage von Blühstreifen hat auch eine wirtschaftliche Komponente. Der Pflegeaufwand der Blühstreifen ist deutlich geringer als der von Grünstreifen. Dass diese Vorgehensweise mit Kosteneinsparungen für die Stadt verbunden sein kann, zeigte eine groß angelegte Referenzuntersuchung aus Mössingen aus dem Jahr 2005. Hier bestätigte sich, dass Blumenwiesen grundsätzlich preisgünstiger zu pflegen sind, als konventionelle Rasenflächen.

 


Anlage/n: keine

 

Stammbaum:
VO/2018/2628   Umwandlung von städtischen Grün- und Brachflächen in Blühflächen   Fraktion FDP/GRÜNE   Fraktionsantrag
VO/2018/2628-01   Umwandlung von städtischen Grün- und Brachflächen in Blühflächen   60.2 Abt. Planung   Bericht/Antwort gem. KV M-V