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Vorlage - VO/2013/0712  

Betreff: Grundsatzbeschluss zur Schaffung der infrastrukturellen Voraussetzungen für die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen im Alten Hafen
Status:öffentlichVorlage-Art:Beschlussvorlage öffentlich
Verfasser/-in:Spieler, Kornelia
Federführend:30 AMT FÜR WIRTSCHAFTSFÖRDERUNG Beteiligt:I Bürgermeister
Bearbeiter/-in: Spieler, Kornelia  1 Büro der Bürgerschaft
   20 AMT FÜR FINANZVERWALTUNG
   32.6 Hafenamt
   60 BAUAMT
   68 Entsorgungs- und Verkehrsbetrieb
Beratungsfolge:
Ausschuss für Wirtschaft und kommunale Betriebe Vorberatung
04.06.2013 
37. Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und kommunale Betriebe gemeinsam mit dem Bauausschuss ungeändert beschlossen   
Finanz- und Liegenschaftsausschuss Vorberatung
12.06.2013 
41. Sitzung des Finanz- und Liegenschaftsausschusses ungeändert beschlossen   
Bürgerschaft der Hansestadt Wismar Entscheidung
27.06.2013 
46. Sitzung der Bürgerschaft der Hansestadt Wismar geändert beschlossen   
Anlagen:
Vorlage Kreuzfahrt Anlagen  
Investitionsplan Kreuzfahrt  

Beschlussvorschlag:

Die Bürgerschaft stimmt dem Grundsatzbeschluss zur Umsetzung des Ausbaus der Infrastruktur für die Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen im Alten Hafen zu.

 


Begründung:

Die Hansestadt Wismar hat ein großes Interesse das Kreuzfahrtsegment in Wismar dauerhaft zu etablieren. Bisherige Bemühungen der Hansestadt Wismar, dieses umsetzen, waren jedoch nur zum Teil erfolgreich und bedürfen für eine nachhaltige Etablierung im Kreuzfahrtgeschäft der professionellen Unterstützung.

Aus diesem Grund hat die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar in ihrer Sitzung am 28.06.2012 der Gründung der Columbus Cruise Center Wismar GmbH zugestimmt.

Die Nachfrage nach Kreuzfahrten ist in den letzten Jahren erheblich gewachsen. In den Jahren 2006 bis 2010 ist für das Aufkommensgebiet Nordamerikaein Zuwachs von 7 % an Kreuzfahrtpassagieren zu verzeichnen, hingegen im europäischen Bereich der Zuwachs sogar um ein Vielfaches höher liegt und zwar bei 60,2 %. (Quellen: Beiträge und Informationen aus dem Ostseeinstitut für Marketing, Verkehr und Tourismus an der Universität Rostock, Heft 27, S. 17, Rostock 2009 und Heft 28, S. 62, Rostock 2010 )

Von dieser positiven Entwicklung profitiert das Fahrtgebiet Ostsee besonders. Im Jahr 2009 waren 462.500 Passagiere auf der Ostsee unterwegs, die durchschnittliche Zuwachsrate lag im letzten Jahrzehnt bei über 10%.

Der Ostseeraum als Kreuzfahrtdestination weist eine hohe Attraktivität auf, die sich       vor allem aus den folgenden Faktoren speist:

            Auf engem Raum sind hier 10 Länder angeordnet, die erhebliche Spezifika und Unterschiede in ihrer Geschichte, Kultur und wirtschaftlichen Entwicklung aufweisen.

            Wie an einer Perlenkette sind eine Reihe von Haupt- und Großstädten aufgereiht, die jeweils nach einer Nachtfahrt erreicht werden können. Dabei begünstigt die Lage von St. Petersburg als größter Stadt des Ostseeraumes mit der höchsten Attraktivität im äußersten Osten der Region auch das Anlaufen anderer Häfen.

            Zudem zeichnet sich der Ostseeraum durch ein hohes Sicherheitsniveau aus.

Der Kreuzschifffahrtsmarkt verfügt auch perspektivisch über ein erhebliches Wachstumspotenzial.

Für die weltweite Kreuzschifffahrt wird eine Steigerung der Bettenkapazität von 410.000 Betten im Jahr 2007 auf 725.000 Betten im Jahr 2020 als möglich angesehen. Auf der Grundlage dieser Kapazität könnten 2020    30 Mio. Passagiere eine Kreuzfahrt realisieren. Ausgehend von dieser Wachstumsprognose und der hohen Attraktivität des Ostseeraumes ist für das Fahrtgebiet Ostsee in den nächsten Jahren eine deutliche Zunahme der eingesetzten Schiffe zu erwarten.

Als Liegeplatz für die Kreuzfahrtschiffe ist in Wismar der Liegeplatz 17 im Alten Hafen vorgesehen (s. Foto Anlage 1).

Die Standortvorteile sind hier:

         Der Liegeplatz 17 im Alten Hafen bietet derzeit die Möglichkeit, Kreuzfahrtschiffe mit folgenden Abmaßen abzufertigen: Länge bis 220 m, Breite bis zu 35 m, Tiefgang bis zu 8,40 m.

         Ein Teil der in der Ostsee schiffsgängigen Kreuzfahrtschiffe können somit am Liegeplatz 17 abgefertigt werden.

         Das historische Stadtzentrum mit seinem Weltkulturerbestatus und der Standort der Ausflugsschifffahrt kann in wenigen Minuten fußläufig erreicht werden. Ebenso ist die Organisation von Stadtrundfahrten und Busausflügen ab Schiff möglich. Durch den nahegelegenen Bahnhof kann z.B. Berlin in 2,5 Stunden per Bahn erreicht werden.

         Der Kreuzfahrtstandort Rostock-Warnemünde stößt schon heute an seine Grenzen. Damit Schiffsanläufe und somit das Wertschöpfungspotenzial für Mecklenburg-Vorpommern nicht verloren gehen, kann der Hafen Wismar hier als Ausweichhafen fungieren.

 

Prognosedaten für die Schiffsanläufe in den nächsten Jahren im Wismarer Hafen:

Nach Aussage des Geschäftsführers der Seehafen Wismar GmbH ist in den nächsten Jahren hinsichtlich der Schiffsanläufe von einer Anzahl bis zu 30 Schiffen pro Saison auszugehen. Das entspricht einem Aufkommen von ca. 40.000 Passagieren.

Nachfolgende Maßnahmen sollen mit dem Ausbau erreicht werden:

         Verlängerung des Liegeplatzes 17 um ca. 115 m durch die Errichtung eines Dalbenliegeplatzes

         Gemäß dem Internationalen Code zur Gefahrenabwehr auf Schiffen und in Hafenanlagen (ISPS-Code ) muss der Liegeplatz mit entsprechenden Zaun- und Toranlagen gegen unbefugtes Betreten gesichert werden. Die Tore werden im Interesse einer durchgängigen Begehbarkeit der Kaianlage im Alten Hafen offen sein, wenn kein Schiff an der Kai liegt.

         landseitige Infrastruktur zur Ver- und Entsorgung der Schiffe (Trinkwasserversorgung,

             Grauwasserübernahme, Schiffsabfallentsorgung)

         Für eine Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen müssen die damit im Zusammenhang stehenden

Grenz- und Zollkontrollen die entsprechenden WAN ( Wide-Area-Network ) und Telefonleitungen

unmittelbar im Sicherheitsbereich ( ISPS-Code ) am Liegplatz vorgehalten werden.

 

Zeitschiene:

Die Vergabe der Planungsleistungen soll im August / September 2013 erfolgen. Der       Beginn der Baumaßnahme ist in 2014 geplant.

 

Wirtschaftlichkeitsbetrachtung:

Die Wertschöpfung der Kreuzschifffahrt wird in folgenden vier Bereichen induziert:

1.    Schiffs- und anlaufbezogene Wertschöpfung

      -        Hafengeld

      -        Lots- und Festmacherkosten

      -        Schlepperkosten

      -        Abfertigungskosten ( Frisch- und Grauwasser, Terminal, Gepäckhandling )

      -        Sonstige Kosten wie Proviantierung, Entsorgung, Treibstoff, Reparaturen

2.                Passagierbezogene Wertschöpfung

      -        Ausgaben werden durch Passagiere und Crewmitglieder in der Hansestadt Wismar getätigt.

3.                 Personenbezogene Wertschöpfung

       -        touristische Effekte durch Tagestouristen bei Schiffsein- und ausläufen

4.                 Unternehmensbezogene Wertschöpfung

       

Finanzierung:

Die Hansestadt Wismar plant, Fördermittel beim Land Mecklenburg-Vorpommern einzuwerben. Die Förderquote hierfür kann min. 60 % bis max. 90 % der förderfähigen Kosten betragen.

Der Eigenanteil soll anteilig durch die Hansestadt Wismar und die Seehafen Wismar GmbH erbracht werden.

 


Finanzielle Auswirkungen (Alle Beträge in Euro):

 

Durch die Umsetzung des vorgeschlagenen Beschlusses entstehen voraussichtlich folgende finanzielle Auswirkungen auf den Haushalt:

 

 

Keine finanziellen Auswirkungen

X

Finanzielle Auswirkungen gem. Ziffern 1 - 3

 

1. Finanzielle Auswirkungen für das laufende Haushaltsjahr

Ergebnishaushalt

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Ertrag in Höhe von

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Aufwand in Höhe von

 

 

Finanzhaushalt

Muss im Nachtragshaushalt eingeordnet werden.

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Einzahlung in Höhe von

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Auszahlung in Höhe von

 

 

Deckung

 

 

Deckungsmittel stehen nicht zur Verfügung

 

Die Deckung ist/wird wie folgt gesichert

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Ertrag in Höhe von

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Aufwand in Höhe von

 

 

Erläuterungen zu den finanziellen Auswirkungen für das laufende Haushaltsjahr (bei Bedarf):

 

2. Finanzielle Auswirkungen für das Folgejahr / für Folgejahre

Ergebnishaushalt

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Ertrag in Höhe von

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Aufwand in Höhe von

 

 

Finanzhaushalt

Auf der Grundlage einer noch abzuschließenden Vereinbarung mit der Seehafen Wismar GmbH  trägt die Gesellschaft den Eigenanteil in Höhe von 1.092.772,00 entsprechend der vorliegenden Kostenschätzung vom 23.05.2013

Produktkonto /Teilhaushalt:

57100 6814200

57100 6814900

Einzahlung in Höhe von

1.797.821,00

1.092.772,00

Produktkonto /Teilhaushalt:

57100 7859000

57100 7853200

Auszahlung in Höhe von

251.019,00 2.745.350,00

 

Deckung

 

 

Deckungsmittel stehen nicht zur Verfügung

 

Die Deckung ist/wird wie folgt gesichert

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Ertrag in Höhe von

 

Produktkonto /Teilhaushalt:

 

Aufwand in Höhe von

 

 

Erläuterungen zu den finanziellen Auswirkungen für das laufende Haushaltsjahr (bei Bedarf):

 

3. Investitionsprogramm

 

Die Maßnahme ist keine Investition

 

Die Maßnahme ist im Investitionsprogramm enthalten

X

 

Die Maßnahme ist eine neue Investition

 

4. Die Maßnahme ist:

X

neu

X

freiwillig

 

eine Erweiterung

 

Vorgeschrieben durch:

 


Anlage/n:

                    Investitionsplan

                    Übersichtsplan zu den angedachten Maßnahmen

                    Schaubild

 

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 Vorlage Kreuzfahrt Anlagen (462 KB)      
Anlage 2 2 Investitionsplan Kreuzfahrt (29 KB)