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02.05.2019

"Das große Schiff von Wismar" - ein Wrack erzählt


An zwei Pfählen befestigt, ist die Arbeitsplattform der Unterwasserarchäologen wochenlang vor dem Tonnenhof in der Wismarbucht getrieben. Unter ihnen ein zwanzig Meter langes Wrack. Am Donnerstag stellte einer von ihnen, Dr. Jens Auer vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege" Mecklenburg-Vorpommern einen Arbeitsbericht über das "große Schiff von Wismar" vor.

Eine archäologische Sensation nannte Auer das aus Eichen- und Kiefernholz gebaute Schiff. Dendrochronologische Untersuchungen hätten ergeben, dass das Holz zwischen den Jahren 1184 und 1190 geschlagen worden sei - im heutigen Westschweden. "Damals verbauten die Menschen das Holz unmittelbar nach dem Schlagen - deshalb wissen wir nun die Bauzeit des Schiffes", erklärte Auer.

Den Untersuchungen zufolge wurde das Schiff nur kurz genutzt. Fünf Jahre etwa, schätzte Auer. Dann sei es am Fundort in der Wismarbucht abgelegt worden. Zu einer Zeit, als Wismar noch nirgends verzeichnet war. Zu jener Zeit aber habe der dänische König Waldemar II. den dänischen Handel ausgeweitet und Wismar offenbar als einen wichtigen Anlaufpunkt genutzt. Wismar habe demnach schon einen Stellenwert gehabt, der so in die Geschichtsschreibung noch nicht eingangen sei, sagte Auer.

Das "große Schiff von Wismar" aber sei auch kein einfaches Handelsschiff gewesen, führte der Unterwasserarchäologe weiter aus. Geklinkert, mit einer hölzernen Lenzpumpe nach außenbords und vor allem mit einer Originallänge von 26 Metern sei es dafür zu groß. "So etwas konnte sich kein Händler in der damaligen Zeit leisten."

Anhand der Bauweise lasse sich zudem eindeutig beweisen, dass es sich um einen Nachfahren der Wikingerschiffe handelt. "Nur in modernerer Ausführung." Auer und seine skandinavischen Kollegen gehen deshalb davon aus, dass das Schiff entweder dem dänischen Königshaus, dem dänischen Adel oder dem dänischen Klerus gehörte.

Die Wissenschaftler haben das Schiffswrack mit modernen Methoden umfassend dokumentiert. Die Hölzer lagern nun in Schwerin. "Wir hatten im Hinterkopf, dass man das Schiff austellen muss - denn ist einmalig", sagt Auer. Zunächst aber erklärte sich der Wissenschaftler bereit, den Wismarerinnen und Wismarern in einem öffentlichen Vortrag vom "großen Schiff von Wismar" zu erzählen. Wann und wo das stattfinden wird, darüber informieren wir Sie rechtzeitig.

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

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