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07.08.2020

Paket vom Lastenrad: Wie Oldenburg in der Innenstadt für freie Gassen sorgt

Smart City - in vielen Kommunen längst ein Thema. Auch in der Hansestadt Wismar beschäftigt sich damit eine Arbeitsgruppe. Mitglieder dieser Arbeitsgruppe sowie Wismars Bürgermeister Thomas Beyer haben sich in Oldenburg in Niedersachsen über ein ganz bestimmtes Smart-City-Projekt informiert: "die letzte Meile".

Das Prinzip ist denkbar einfach: Pakete werden in der ebenso engen Innenstadt von Oldenburg - "also auf der letzten Meile" -  mit einem Lastenrad zugestellt statt mit einem Transporter. Mit im Boot: ein großer Paketzustelldienst, ein Lastenradanbieter, eine Firma in Oldenburg, die die "letzte Meile" organisiert und die Stadtverwaltung.

Zustellen mit dem Lastenrad - in Oldenburg seit zwei Jahren ein Erfolgsmodell from Hansestadt Wismar on Vimeo.

"Wir sind das Problem schon vor zehn Jahren angegangen", erzählt Dr. Norbert Korallus, Verkehrsplaner in Oldenburg. Die zahlreichen Gespräche mit Spediteuren und Einzelhändlerinnen und Einzelhändlern seien jedoch ergebnislos geblieben. Dabei seien die Zustände in Oldenburgs Innenstadt untragbar gewesen - Lkw über Lkw, ergänzt der Leiter der Verkehrsplanung, Bernd Müller.

Inzwischen rollen dort seit September 2018 die mit einer Box versehenen Dreiräder. Eine elektrische Antriebshilfe erleichtert den Fahrerinnen und Fahrern das Anfahren ohne eigene Muskelkraft - bei bis zu 210 Kilogramm Zuladung (180 Kilogramm in der Box, 30 Kilogramm in einer kleinen Box vorn am Lenkrad) auch nötig. Zuvor haben Fahrer oder Fahrerin ihre Box im Depot selbst gepackt - die Pakete haben Kollegen da bereits vorsortiert. Und wiederum andere Kollegen sie aus dem Depot des Paketzustelldienstes abgeholt. Pakete, die zu groß oder zu schwer sind für Lastenräder, werden von Elektro-Autos ausgefahren.

Eine Viertelmillion Euro hat die Oldenburger Firma laut Geschäftsführer Jan Fitzner investiert, um die "letzte Meile" auf die Beine zu stellen. Begleitet wird sie von Kristian Schopka, Mitarbeiter bei einem großen Lastenradanbieter. Gemeinsam verbessern sie dank erhobener Daten Logistik, Lastenrad, Technologie und arbeiten an weiteren Projekten.

Damit reihen sie sich ein in die Innovationsfreude der Stadtverwaltung. Die hat die "letzte Meile" beispielsweise dahingehend unterstützt, dass Lastenräder länger die Innenstadt befahren dürfen als herkömmliche Lieferwagen, und ihnen stadteigene Flächen für sogenannte Minidepots als Sondernutzung für ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt. "Wir haben von den lokalen Machern hier profitiert, die selbst tätig geworden sind", sagt Bernd Müller. Von Herbst 2020 an wolle die Stadt zudem den Kauf von privaten und gewerblichen Lastenrädern finanziell unterstützen.

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

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