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04.02.2020

Graffiti ja - Schmierereien nein: Allein 30 neue Sachbeschädigungen im Januar

"Wenn sich hier einer selbstständig machte, hätte er Tag und Nacht zu tun." Sylvio Klatt zeigt auf das Fallrohr an einer Hauswand. Aufkleber von oben bis unten. Gleich daneben ein mit Edding geschmierter Schriftzug auf der Fassade eines privaten Wohnhauses. "Allein in diesem Jahr haben wir schon 30 neue Graffitis gezählt", sagt der Sachgebietsleiter Allgemeiner Service bei der Hansestadt Wismar.

Aber auch kaum ein Fallrohr ist frei von Aufklebern: Fußballfans, Energiewendeforderer, Rechtsextreme, die Wismar als ihren Kiez beanspruchen, selbst Vereine, Händler oder Veranstalter nutzen Rohre und Straßenschildstangen als Werbefläche. Am Hauseigentümer bleibt das Entfernen hängen.

Zur Dienstausrüstung von Silvio Klatts Mitarbeitern gehören Graffitientferner und Spachtel schon länger. Das Problem: Der Vandalismus findet oft auf privaten Flächen statt. "Da dürfen wir dann nicht ran - das gilt für Fassaden gleichermaßen wie für Fallrohre", sagt Klatt. Er ermittelt dann die Eigentümer, schreibt sie an und informiert sie über die Sachbeschädigung. "Für die Eigentümer ist das teuer, und da regnet ja das Geld auch nicht vom Himmel." Der Quadratmeter Graffitientfernung koste einen dreistelligen Betrag. Dennoch: In den meisten der 138 Fälle im vergangenen Jahr haben die Eigentümer die Schmierereien beseitigt.

Auch die Hansestadt Wismar gibt jährlich mindestens 25000 Euro aus, um Schmierereien zu entfernen - 3000 Euro sind für das Jahr 2020 schon weg. Das Beseitigen eines großflächigen Schriftzuges am Zeughaus beispielsweise kostete 1300 Euro. Die Polizei in Wismar hat nach eigener Aussage im vergangenen Jahr knapp 160 Anzeigen wegen Sachbeschädigung dieser Art aufgenommen. Das sei eine Steigerung im Vergleich zu den Vorjahren. Die Aufklärungsquote jedoch sei gering. Genaue Zahlen gibt Innenminister Lorenz Caffier Mitte März mit der polizeilichen Kriminalstatistik bekannt.

Das Beschmieren macht auch vor Bänken, Papierkörben, Verteilerkästen oder Feuerwehrtresoren nicht halt. Kaum etwa sind die Schriftzüge entfernt, legen die Vandalen wieder nach - wie beispielsweise auf dem Stadtplan hinter Glas am Marienkirchhof. Die Schmierereien so schnell wie möglich zu entfernen, sei dennoch das Wichtigste, heißt es von Seiten der Polizei.

Mehrmals im Jahr tagt die Arbeitsgemeinschaft "Graffiti" - dabei sind neben Vertretern der Stadt auch solche von Stadtwerken, Polizei, Kinder- und Jugendparlament, Kommunikationsunternehmen mit Verteilerkästen im Stadtgebiet und Graffitikünstler. Legale Flächen zu finden, ist da unter anderem ein Thema. So kann beispielsweise am Kinder- und Jugendfreizeitzentrum gesprüht werden oder am Parkhaus am Wonnemar. Die Stadtwerke selbst haben Verteilerstationen bereitgestellt, an denen Graffitisprayer ihre Kunst aufbringen konnten.

In diesem Jahr sollen auch die Verteilerkästen entlang der Bürgermeister-Haupt-Straße neu gestaltet werden. "Dafür suchen wir noch Graffitikünstler", sagt Klatt. Sie können sich gern bei ihm unter der Telefonnummer 03841/2511061 melden.

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

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