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15.09.2021

Ausstellung von Ulrich Eller im KUNSTRAUM St. Georgen

Eine Klanginstallation für St. Georgen

Ulrich Eller, geboren in Leverkusen, ist ein deutscher Künstler im Bereich installativer Klangkunst. Seine künstlerischen Arbeiten unter dem Titel: "LAUT / LEISE – Sprecher im Raum" sind vom 25. September bis zum 25. Oktober 2021  in der Wismarer St.-Georgen-Kirche, bei freiem Eintritt, täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr zu sehen.

Am Samstag, dem 9. Oktober um 11.00 Uhr führt Miro Zahra, Kuratorin, durch die Ausstellung.

Mit seinen raumbezogenen Arbeiten hinterfragt der international renommierte Klangkünstler Ulrich Eller die Konstitution des architektonischen Raumes, wobei der Raum selbst als Skulptur verstanden wird und mit Hilfe des Klangs seine innere Beschaffenheit für den Betrachter erfahrbar gemacht wird.

Die audiovisuelle Installation für den Kunstraum St. Georgen ist in den letzten Monaten in akribischer Auseinandersetzung mit der Architektur und Geschichte der St.-Georgen-Kirche entstanden.

„ Meine Intention ist die Hör-und Sichtbarmachung als kompaktesRezeptionsangebot unter den Bedingungen einer optisch und akustisch außergewöhnlichen Architektur, dem Innenraum von St. Georgen in Wismar.“ (Ulrich Eller)

Auf der Grundlage einer Bildsprache, die sich visuell aus der Vielfalt von Lautsprecherformen ableitet, entsteht durch die Verwendung konkreter zugeordneter Aussagen ein, einer Partitur ähnlicher Ausgangspunkt, der für eine akustische Intervention und die Verwandlung des Baukörpers in einen Klangraum genutzt wird.

Aus der statischen Präsentation der Bilder eröffnet sich ein kompositorisch und raumakustisch stark bewegter Hörvorgang, immer anders wahrnehmbar, abhängig vom Standort der hörenden Betrachtung.

Optische und akustische Elemente bilden hierbei eine Einheit.

Ein Block aus Zeichnungen, bestehend aus 150 schwarzen Rahmen im Format A3, wird an einer solitär im Raum stehenden Stellwand präsentiert. Die Hängung ist in der Weise angelegt, dass die Details der Bildmotive im Nahbereich gut ablesbar sind.

Die Zeichnungen sind mit Wachskreide pastos und ganzflächig als geschwärztes Millimeterpapier mit einer immer zentral im Bild sichtbaren Linienform ausgeführt. Vorlage für die Form ist eine Vielzahl von Lautsprechern und deren Silhouetten als ausgekratzte Umrandungslinie. Jedes Bildmotiv ist individuell und die Gesamtserie kommt ohne Wiederholung der Einzelmotive aus. Ebenfalls, als zweites Bildelement, ist ein Adjektiv, ähnlich eines Kommentars, auf jeder Zeichnung ablesbar. Alle Adjektive beschreiben in vielfältiger Weise die Qualität des Klangs.

Der Höranteil der Installation besteht aus zwei klanglich aufeinander bezogenen und kompositionell bearbeiteten Elementen. Einem wie eine Sprachwolke verdichteten Klangphänomen, bei dem eine vielschichtige Addition unterschiedlicher Stimmen durcheinander redender Menschen die Raumakustik anregt, ohne hörbares Zentrum und gerade so laut, dass sich der gebaute Raum abbildet. Dabei ist es sofort ersichtlich, dass es sich um Sprechlaute handelt, aber ohne jede Verständlichkeit von Worten und nah am Geräuschempfinden.

Als zweites Hörelement wurden durch den Künstler die in den Zeichnungen ablesbaren Adjektive benutzt. Im Wechsel von einer männlichen und weiblichen Stimme gesprochen und immer an einem anderen Ort als klare und exakte Hörpunkte im Raum wahrnehmbar, fassen die einzelnen Klangelemente den Raum zu einem hörbaren Ganzen zusammen.

Als Klangquellen dienen baugleiche schwarze Kugellautsprecher, die aus den Kreuzbögen des Kirchenschiffes abgehängt sind. Die Kugellautsprecher befinden sich in einer zwischen dem Fußboden und der immensen Höhe der Kreuzbögen vermittelnden Überkopfebene. Sie veranschaulichen linear, parallel oder kreuzförmig auf eine andere Weise die Dimension des Raums.

Quelle: Amt für Tourismus und Kultur