Das schlafende Heer im »Swiensbarg« bei Dreveskirchen
Man erzählt: Eines Tages, wenn die Welt im Krieg untergeht, werden überall Soldaten aus der Erde hervorkommen.
In Dreveskirchen lebte einmal ein Schweinehirt. Eines seiner Schweine war weggelaufen, und er folgte ihm bis zum Swiensbarg. Dort verschwand das Tier in einem Loch im Berg – ein Loch, das der Hirt noch nie zuvor gesehen hatte.
Neugierig kroch er hinein und stand plötzlich in einem Stall voller Pferde. Hunderte Tiere standen dort, gesattelt und bereit, sie schnaubten und rasselten mit ihrem Geschirr. Seine Sau lief an einer langen Krippe entlang, die ganz mit Hafer gefüllt war.
Da rief der Hirt: „Saeg rut!“ (Schwein, heraus!). Plötzlich öffnete sich eine große Flügeltür. Ein Offizier mit mächtigem Bart trat heraus. Durch die Tür sah der Hirt einen riesigen Saal voller Kanonen. Dazwischen lagen und saßen viele schlafende Generäle. Einer fragte: „Ist es schon Zeit?“ Doch eine andere Stimme antwortete: „Noch lange nicht!“
Dem Hirten wurde angst und bange. Er lief so schnell er konnte nach Hause. Später konnte er das Loch im Berg nie wiederfinden. Auch seine Sau blieb verschwunden.