Dükermutter auf Poel
„Düker“ bedeutet Teufel.
Von der Dükermutter erzählt man sich auf Poel viele Geschichten. Sie soll einst eine Bäuerin gewesen sein. Wenn Kinder oder Erwachsene an ihrer Tür erschienen und alte Bittreime aufsagten, gab sie ihnen keine Süßigkeiten, sondern faule Eier. Dafür wurde sie verflucht.
Später half sie in Neuhof der Köchin in der Küche. Doch da sie kein Hemd hatte, schenkte ihr die Köchin eines. Von da an kam die Dükermutter nicht wieder. Stattdessen trieb sie ihr Wesen an anderen Orten.
Weil sie viel Unruhe stiftete, holte man schließlich den Pastor. Er bannte sie in eine Ofenröhre. Doch auch dort blieb sie nicht ruhig. Schließlich brachte man sie nach dem Schwarzen Busch. Seither ist sie auf dem Weg von dort nach Neuhof zurück – aber sie schafft nur einen Hahnenschritt pro Jahr.
Die Zeit vertreibt sie sich mit Spinnen: Entweder sitzt sie in einem Dornbusch an ihrem goldenen Spinnrad oder in einer Höhle unter einem großen Stein. Legt man sein Ohr auf den Stein, soll man das Schnurren des Spinnrads hören.
Manche Leute wollen die Dükermutter sogar gesehen haben: ein winziges Mütterchen im rotbunten Kleid mit einer Haube, die zwei Spitzen („Pipen“) hatte.
Früher fürchteten sich besonders die Kinder vor ihr. Wahrscheinlich war die Dükermutter ursprünglich ein „Moort“ – ein unheimisches Wesen.