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Verlegung von Stolpersteinen

Stolpersteine für Familie Karseboom Die Verlegeaktion im Beisein der Familie und Paten beginnt um 9.00 Uhr

16.02.2019
09:00 Uhr bis 11:30 Uhr
Vogelsang 7, Wismar

Seit 1902 lebte die jüdische Kaufmannsfamilie Karseboom in Wismar und betrieb hier großes Kaufhaus. Adolf Karseboom (1866-1926) war ein angesehener Kaufmann, der auch dem Wismarer Bürgerschaft angehörte. Er spielte zudem bei der Religionsausübung der jüdischen Bürger Wismars eine tragende Rolle. Sein Sohn Friedrich Karseboom (1900-1987) übernahm im Jahr 1926 das Kaufhaus.

Als große und wirtschaftlich erfolgreiche Familie waren die Karsebooms seit 1933 nationalsozialistischen Boykottmaßnahmen und antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Tatsächlich war Friedrich Karseboom und sein im Stadtzentrum gelegenes Kaufhaus das Hauptangriffsziel der NS-Presse. Ende des Jahres 1933 sah sich die Familie deshalb gezwungen nach Hamburg zu ziehen. 1935 gab Friedrich Karseboom schließlich sein Geschäft auf, es wurde "arisiert".

1937/38 floh Friedrich Karseboom mit seiner Frau und seinen drei Kindern nach Palästna. Seine Mutter und weitere Familienangehörige konnten Deutschland jedoch nicht mehr verlassen. Sie kamen in Konzentrationslagern ums Leben.

Im Februar 2019 werden im Beisein von Familienmitgliedern und Gunter Demnig Stolpersteine verlegt.

"Stolpern erwünscht, weil wir Verantwortung tragen"

Die Klasse 6a der Evangelischen Schule Robert Lansemann in Wismar wird am 16.2.2019 die Patenschaft für einen Stolperstein übernehmen. Er wird Friedrich Karseboom gewidmet. Der jüdischen Familie Karseboom gehörte Wismars größtes Kaufhaus. Friedrich Karseboom engagierte sich sehr für die Stadt und war Mitglied im Stadtparlament. Nach einer regelrechten Hetzjagd der Nazis im Jahre 1933 auf die Familie sowie auf Kunden des Kaufhauses wurde die Familie mittellos gemacht und das Kaufhaus „arisiert“. Sie verließen die Stadt und wanderten nach Amerika und Palästina aus. Einige Familienmitglieder begangen in Hamburg Selbstmord.

Der Stolperstein wird am 16.2.2019 um 10.30 Uhr „Hinter dem Rathaus“ im Beisein einiger Nachfahren hinter dem Rathaus verlegt. Bereits um 9.00 Uhr beginnt die Verlegung weiterer Steine für einzelne Familienmitglieder „Am Vogelsang“. Die Klasse 6a hatte sich in einer Projektwoche “Backsteine, Taufsteine, Stolpersteine“ im Sommer 2018 mit verschiedenen Schicksalen beschäftigt und an einer Stadtführung zu diesem Thema teilgenommen. Dabei entstand die Idee, zur Erinnerung an die 6-jährige Schulzeit an der Evangelischen Schule Pate für einen Stolperstein zu werden.
Die Klasse startete viele Projekte zur Finanzierung. Neben einem Kuchenbasar und einem Spendenstand am Tag der offenen Tür, verkaufte die Klasse Eintrittskarten für ihr selbst einstudiertes englisches Theaterstück. Die hohe Spendenbereitschaft trug dazu bei, dass die Schüler weitere Stolpersteine finanzieren konnten. Die Schüler möchten zum Abschluss ihrer Schulzeit an der Evangelischen Schule Robert Lansemann ein Zeichen der Versöhnung setzen. Viele Schüler meinen: „Auch wenn unsere Wege sich bald trennen, so werden wir fast täglich an diesem Stein vorbeigehen! Und dann werden wir immer wieder daran erinnert, dass wir für unsere Zukunft Verantwortung tragen!“

Wir bedanken uns bei allen Spendern!
Gabriele Seemann, Klassenlehrerin

Kontakt

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Postfach 1245
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Frau Petra Steffan
Rathaus, Am Markt 1
23966 Wismar
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Telefon: 03841 251-9032
Fax: 03841 251-9037
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