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07.01.2019

Wismars Welterbehaus - mehr als nur ein Besucherzentrum

Das hansische Dielenhaus ermöglicht Einblicke in längst vergangene Baugeschichte

In den Jahren 2009 und 2010 hat das Bundesministerium für Bau, Verkehr und Stadtentwicklung ein Investitionsprogramm für "Nationale UNESCO-Welterbestätten" ins Leben gerufen. Dieses Förderprogramm wurde in Wismar als Chance gesehen, Einzelvorhaben zu verwirklichen, die aufgrund ihres hohen Sanierungsbedarfes aus eigener Kraft gar nicht, nur teilweise oder weit später hätten realisiert werden können. Das Gebäudeensemble der ehemaligen Kaufmanns-Compagnie in der Lübschen Straße 23 - heute Welt-Erbe-Haus und Tourist-Information – war dabei und hatte ein Fördervolumen von 3,6 Millionen Euro, wovon 95 Prozent vom Bund und fünf Prozent von der Hansestadt Wismar getragen wurden.

Der Komplex, bestehend aus zwei Vorderhäusern, einem Kemladen, Hof und Garten, gehört mit seiner Lage an der mittelalterlichen Fernhandelsstraße Via Regia und seiner mehr als 700-jährigen Bau- und Nutzungsgeschichte zu den ältesten Profanbauten Wismars. Das Welt-Erbe-Haus steht dabei exemplarisch für den Bautyp des hansischen Dielenhauses und der späteren charakteristischen Umbauphasen. Aufgrund der Vielzahl der Befunde und der verschiedenartigen baulichen Schichten wurde bei der Sanierung eine gestalterische Festlegung nicht verbindlich für das ganze Haus getroffen, sondern nach dem jeweils maßgeblichen raumprägenden Befund ausgerichtet.

Konzeptionell grenzt sich das Welt-Erbe-Haus in Wismar klar von den anderen Ausstellungsorten der Stadt ab. Ein Leitmotiv war, das Haus selbst als das erste Ausstellungsstück zu sehen. Geschichtliche Spuren sind diesem Haus, seiner Substanz und Ausstattung eingeschrieben. Dem Besucher sollen die vielschichtigen und wertvollen Befunde erlebbar gemacht werden. Als konzeptionelles Leitmotiv sind dafür sogenannte "Fenster in die Vergangenheit" geschaffen worden, die einen gerahmten Blick auf wertvolle freigelegte Originalsubstanz ermöglichen. Das Haus steht dabei stellvertretend für viele weitere Denkmale, die nicht öffentlich zugänglich oder deren historische Bauteile und Befunde aufgrund der Gebäudenutzung nicht einsehbar sind.

Die Ausstellung beginnt mit einem zentralen Raum zum Thema Welterbe allgemein. Dann erfolgt ein Perspektivwechsel zur Einzigartigkeit Wismars im belebten Flächendenkmal. Die Geschichte der Stadt wird nicht chronologisch erzählt, sondern anhand thematischer Schwerpunkte, die sich aus der ehemaligen Funktion oder Lage der einzelnen Räume des Dielenhauses ergeben. Zusammen bilden sie das lebendige Erbe Wismars ab. Die thematische Betrachtung spannt einen Bogen von der Vergangenheit bis in die Zukunft und stellt dabei die Frage nach einem verantwortungsvollen Umgang mit diesem Erbe.

Seit der Eröffnung im Juni 2014 ist das Welt-Erbe-Haus in Wismar an 365 Tagen im Jahr für die Öffentlichkeit zugänglich. Das Besucherzentrum ist die erste Anlaufstelle für alle Fragen rund um das UNESCO-Welterbe. Ein klarer Vorteil ist die direkte Raumverbindung zur Tourist-Information und die Kopplung der Öffnungszeiten. Das jährliche Besucheraufkommen im Welt-Erbe-Haus von nahezu 60.000 Gästen speist sich dabei auch aus spontanen Besuchern der Tourist-Information. Auf der anderen Seite verbinden viele Gäste den Besuch im Welt-Erbe-Haus mit der bequemen Möglichkeit, gleich nebenan weitere Angebote zu erfragen oder zu buchen.

Autor/in: Rita Gralow
Quelle: Amt für Welterbe, Tourismus und Kultur

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