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22.06.2019

Jugendweihe an der Astrid-Lindgren-Schule: Bürgermeister Beyer gratuliert

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer hat die Jugendlichen der Astrid-Lindgren-Schule im Bürgerschaftssaal des Rathauses zur Jugendweihe begrüßt. Aus Datenschutzgründen verzichten wir auf die Namen der Schülerinnen und Schüler.


Lieber Schülerinnen und Schüler,
Liebe Eltern, Verwandte und Freunde,
Liebe Lehrerinnen und Lehrer,
meine sehr verehrten Damen und Herren,

es gibt Tage, liebe Mädchen und Jungen, da steht Ihr ganz und gar im Mittelpunkt. Das ist zum Beispiel beim Geburtstag so. Und das ist heute so, denn heute ist ein solcher Tag. Ihr werdet gefeiert. Eure Eltern, Freundinnen und Freunde, Verwandte, Eure Lehrerinnen und Lehrer, sie alle zusammen feiern Euer bisheriges Leben. Und ich darf mitfeiern. Das freut mich!


Vor ein paar Wochen habe ich Euch besucht und durfte Euch kennen lernen. Ihr habt viel von Euch erzählt. Jede und jeder einzelne, von Euren Familien, von Euren Tieren, Eurem Lieblingsessen, von dem, was Euch besonders Spaß macht, von Euren Lieblingsfächern, von Eurem Zuhause und von Euren Hobbys.  Sogar Bilder habt Ihr für mich gemalt und ich musste am Ende unseres Gesprächs raten, welches Bild von wem ist. Das war ganz schön schwer für mich, aber Ihr habt mir ein bisschen geholfen und am Ende habe ich fast alles richtig geraten. Mir hat das jedenfalls Spaß gemacht.

Überhaupt war das ein schönes Treffen mit Euch. Ich musste gleich im Rathaus meinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern davon erzählen. Mich hat ganz besonders beeindruckt, wie viel Ihr mir von Euch erzählt habt, wie viel Ihr schon von Euch selbst wisst und dass Ihr mir das anvertraut habt. Dafür sage ich Euch heute noch einmal Dankeschön.

Heute ist Eure Jugendweihe. Die Erwachsenen sagen, heute ist der Tag, an dem wir feiern, dass Ihr nun hinüber geht in die Erwachsenenwelt. Ich würde eher sagen, wir feiern einfach eine Lebensstation, einen Lebensabschnitt von Euch. Also, wir feiern Euch heute, weil wir uns freuen, dass Ihr schon so viele gute Schritte auf eurem Lebensweg gemacht habt, und ich feiere auch deswegen so gerne mit, weil Ihr mir so viel Vertrauen geschenkt habt.

Das alles jedoch hört nun nicht auf. Ihr werdet weiter Erfahrungen machen. Ihr werdet weiter lernen. Wir alle haben nämlich längst herausgefunden, dass wir Menschen bis zum Lebensende lernen und dass wir auch voneinander lernen. Das heißt, dass wir Erwachsenen auch etwas von Euch lernen. Wir können von Euch lernen, wie Ihr die Welt mit euren Augen anschaut, und manchmal sehen wir sie dann auch anders.

Nun aber zurück zu diesem besonderen Tag heute, an dem wir Euch feiern. Wir feiern auch, weil Ihr gelernt habt, miteinander auszukommen, mit Euren Freunden, Euren Mitschülerinnen und Mitschülern, mit Euren Geschwistern, mit Euren Eltern, mit Euren Großeltern. Das ist großartig. Das sind mit die wichtigsten Dinge, die man lernen kann: Etwas über sich selbst zu wissen, dass Vertrauen wichtig ist, und wie ich am besten mit anderen Menschen auskomme und friedlich mit ihnen zusammen lebe, obwohl wir alle unterschiedlich sind.

Natürlich habt ihr auch andere Dinge gelernt. In der Schule zum Beispiel etwas über Zahlen oder das Schreiben oder Ihr habt zu gestalten gelernt oder ähnliches. Das ist gewiss nicht unwichtig, aber ich finde das andere, wenn ich etwas über mich selbst lerne, wenn ich lerne zu vertrauen und wenn ich lerne, wie ich am besten mit anderen klarkomme, ist mindestens genauso wichtig.

Wir feiern also, dass Ihr da seid und dass Ihr schon etwas geschafft habt. Wenn ich nachher zu jeder und zu jedem einzelnen etwas gesagt habe, dann wird das deutlich. Vielleicht werden Eure Eltern oder auch Eure Lehrerinnen und Lehrer bestätigen können, dass sie auch etwas von Euch gelernt haben, denn auch Ihr seid als Kinder Persönlichkeiten, hattet auch da etwas zu sagen und hattet und habt Rechte. Und gewiss haben Eure Eltern und auch Eure Lehrerinnen und Lehrer Euer Vertrauen gespürt. Und sie haben auch Euch vertraut.

Bestimmt hattet Ihr auch mal schwierige Zeiten, auch im Verhältnis zu Euren Eltern oder zu anderen Erwachsenen. Das ist ja in unser aller Leben so. Aber wenn es gut lief, dann seid Ihr auch viel unterstützt worden. So wird Euch, aber auch Euren Eltern und Freunden und Lehrerinnen und Lehrern sowohl das eine oder andere schöne Erlebnis als auch manche Sorge durch den Kopf gehen am heutigen Tag, denn dies ist auch ein Tag voller Erinnerungen. Auch das ist gut so. Solche Erinnerungstage benötigen wir nun einmal, um Erlebtes zu verarbeiten, sowohl Gutes als auch weniger Gutes, um aus dem Erlebten für die nächsten Jahre zu lernen. Auch das geschieht also am Tag der Jugendweihe.

Und nun, liebe Mädchen und Jungen, möchte ich zu jedem einzelnen von Euch etwas persönliches sagen. Ich kann das, weil ich Euch ja, wie ich schon erzählte, kennenlernen durfte, und zusätzlich hat mir Eure Schulleiterin, Frau Wieschmann, noch etwas aufgeschrieben.

J.
Lieber J., eine Lehrerin hat über Dich erzählt: "J. kennt unsere Gedanken, die wir gar nicht aussprechen." Das ist ein großartiges Kompliment. Das zeigt, dass Du Dich in andere Menschen hineinversetzen kannst. Als dann noch erzählt wurde, dass Du zuverlässig, pünktlich, hilfsbereit und höflich bist, haben alle genickt. Mir hast Du erzählt, dass Du oft bei Deinem Onkel in der Nähe von Grevesmühlen bist und dort hilfst. Du fährst gern Fahrrad, Du hörst gern Musik, Du magst Schwimmen, Sport, Deutsch und Mathe. Bist Geschäftsführer der Schülerfirma und legst bei der Schülerdisco auf. Essen tust Du gern Nudelauflauf oder Käse-Lauch-Suppe. Und Du kannst schon durchaus Essen allein kochen. Frau Wieschmann wird also Recht haben, wenn sie schreibt, dass aus dem kleinen Haudegen J. ein stattlicher junger Mann geworden ist. Dazu gratuliere ich Dir und wünsche Dir, dass du Dir ganz viele Träume und Vorstellungen, die Du hast, mit viel Drum Power erfüllst.

J.
Lieber J., wenn ich jetzt alle raten lassen würde, wer von Euch ein toller großer Bruder ist, dann würden mir ganz viele bestimmte zurufen: das ist J.. Du hast acht Geschwister. Du bist der Älteste. Du bist bei der Jugendfeuerwehr, das konnte man auch gut auf dem Bild, was Du gemalt hast und das ich erraten sollte, erkennen. Frau Wieschmann schrieb: "Gerne hören wir uns Deine interessanten Berichte über die Jugendfeuerwehr an, denen man anmerkt, dass Dein Herz dafür brennt!" Du magst aber auch PC- Spiele, Lego und Byblade, das ist ein Kreiselspiel, das habe ich zum Beispiel von Dir gelernt. Wenn man Dich nach den Lieblingstieren fragt, dann antwortest Du: Vögel, Hunde, Katzen und - Spinnen, interessante Mischung. Was Du besonders magst, sind Filme. Du lebst richtig in ihnen. In schwierigen Situationen flüchtest Du dann manchmal zu den Superhelden aus den Filmen. In der Schule magst Du gern Sport, Mathe und Sachkunde, besonders für Geschichte interessierst Du Dich. Und essen tust Du gern Lasagne, Schnitzel, Hot Dogs, Pizza, Nudel- und Kartoffelauflauf. Weit gereist bist Du schon, zum Beispiel nach Zypern. Und auch eine Freundin hast Du. Das ist schön, aber manchmal auch kompliziert. Für Dein zukünftiges Leben wünsche ich Dir, dass Du alle Herausforderungen aus eigener Kraft, aber auch mit tatkräftiger Unterstützung erfolgreich meisterst.

L.
Liebe L., Du lächelst immer. Das habe ich auch erlebt, als wir uns getroffen haben. Deine Lehrerinnen sagen, dass Du nie schlechte Laune hast. Das bekommen nicht viele Menschen hin. Kompliment. Deswegen schreibt Frau Wieschmann auch: "Ein Lockenkopf sorgt für Wirbel. Jeden Tag gelingt es L., andere mit ihrem fröhlichen Lachen anzustecken. Deine Freundlichkeit und Bereitschaft zeichnen sich aus." Als ich bei Euch war, wurde erzählt, dass Du Dich besonders um Kinder kümmerst, die im Rollstuhl sitzen. Du tanzt gern. Du kuschelst gern. Auf dem Bild, das Du gemalt hast, ist eine lächelnde Sonne zu sehen. Das passt zu Dir. Und es sind eine Katze und ein Hund zu sehen. Beide gehören zu Dir. Auf dem Bild steht auch Bad Kleinen. Dort wohnst Du. Du magst gern Mathe, Deutsch, Sport und besonders Schwimmen. Schwimmen mögen, glaube ich, alle gern. Liebe L., ich wünsche Dir, dass Du weiter lächelnd durch das Leben tanzt und so auch die Erwachsenenwelt eroberst.

J.
Jetzt komme ich zu J.: Lieber J., Du liebst das Fußballspielen. Deine Lieblingsmannschaft ist Borussia Dortmund. Du hast auch eine Leidenschaft für Mathematik und für Gedichte entwickelt. Ja, Gedichte kannst Du sehr schnell erlernen. Du hast einen Hund, der heißt Schiko. Und zu Dir gehören auch zwei Vögel, zwei Nymphensittiche. Vor allem aber ist auch Deine Familie Dir wichtig, Deine Schwester, Deine Brüder, jede Menge Cousins und Cousinen, wie Du sagtest. Dein Lieblingsessen ist Chili con Carne. Du bist auch schon weit gereist. Zum Beispiel nach Mallorca. Dort hattest Du ein besonderes Abenteuer, eine Schlange war auf Deinem Rücken. Gern spielst Du am PC. Das hast Du auch auf Dein Bild geschrieben. Auf dem ist natürlich auch ein großes Fußballtor zu sehen. Frau Wieschmann schreibt: "So rhythmisch wie in Gedichten läuft das Leben nicht immer ab. Manchmal kommst Du vielleicht bei einer Zeile ins Stocken, dann sortiere Dich und meistere die Strophen Deines Lebens." Das wünsche ich Dir auch, lieber J..

F.
Ganz korrekt hast Du Dich vorgestellt, Herr F.. Du bist auch ein Fußballspieler wie J.. Auch am PC spielst Du gern. Dein Lieblingsessen ist Nudelauflauf. Du magst Sport, Mathe, Deutsch, Sachkunde, Schwimmen und auch Gestalten. Gern hilfst Du Menschen. Als ich bei Euch war, haben die anderen erzählt, dass Du ein Scherzkeks seist. Frau Wieschmann schreibt: "Der Charmeur, die coole Socke, der faire Sportler, der liebe Kerl, der Gourmet, der verrückte Professor … das ist unser Fabien." Ganz viele Themen faszinieren Dich, und wenn Du was dazu erfahren willst, schmeißt Du den Computer an und entwickelst Tausende kreative Ideen. Deine Familie ist Dir wichtig, Du unternimmst mit Ihr viel. Bist Go Kart gefahren, und auch in Dänemark bist Du mit der Familie gewesen.
Du hast einen sehr kurzen Weg zur Schule. Die anderen sagen aber, Du kommst immer zu spät. Auf Deinem Bild, das Du gemalt hast, ist ein großes Fußballfeld zu sehen und ein PC. Na ja, hab ich ja schon erzählt, dass Du beides magst. Lieber F., ich wünsche Dir, dass Du weiter die Welt entdeckst, dass Du immer wieder neue Ideen hast, das hilft oft im Leben, auch, wenn Du erwachsen wirst.

T.
Lieber T., schön, dass auch Du heute mit uns feiern kannst! Auf Deinem Bild, das Du gemalt hast, sind viele Autos zu sehen. Die scheinst Du zu mögen. Außerdem kann man dort einen Fernseher erkennen. Fernsehen ist offenbar auch eine Leidenschaft von Dir. Du magst gern Lesen, Deutsch, Hauswirtschaft. Dein Lieblingsessen ist Fleisch, aber Du magst auch Cornflakes. Höhepunkt der Woche ist bei Dir der Einkauf mit Deiner Mutter. Außerdem besuchst Du gern die Oma. Du bist 14 Jahre alt, wie viele andere von Euch auch, das hast Du auch auf das Bild geschrieben. Du kannst schon viel, Du könntest auch noch mehr allein entscheiden. Als ich Euch besucht habe, haben alle gesagt, dass Du selbständiger werden könntest. Das wünsche ich Dir, lieber T.. Deine Mitschüler trauen Dir das zu, Deine Lehrerinnen und Lehrer und ich natürlich auch, weil Du das Zeug dafür hast. Alles Gute wünsche ich Dir!

Q.
Lieber Q., als Du nach Deutschland, hier zu uns nach Wismar kamst, warst Du am Anfang noch sehr ruhig und verschlossen. Es war ja auch noch so Vieles fremd. Auf Deinem Bild ist ein großes, grünes Fahrrad zu sehen, Du fährst nämlich gern Fahrrad. Du schwimmst auch gern, Du hast sogar die Seepferdchenprüfung geschafft. Im Sport bist Du ein guter Teamspieler, und was Du alles spielst. Hockey, Handball, Fußball, Volleyball, schnell laufen kannst Du und lange laufen. Du magst gern lesen, und Rechnen hast Du auch gut gelernt. Frau Wieschmann schreibt: "Du bist ein hilfsbereiter junger Mann, der mit seinem Lächeln jeden in seinen Bann zieht." Du magst auch gern gestalten. Als ich bei Euch war, haben die anderen erzählt, dass Du Dir auf Youtube Anleitungen anschaust und danach bastelst. Dein Lieblingsessen ist Reis. Du bist fleißig und freundlich. Lieber Q., ich wünsch' Dir, dass Du genau das bleibst und dass Du Stück für Stück weiter die Welt für Dich, um Dich herum entdeckst. Von Deiner Familie wirst Du bestimmt viel Unterstützung bekommen.

Liebe Mädchen und Jungen,
ich bin richtig froh, dass ich Euch kennenlernen durfte und dass ich hier heute die Festrede halten durfte. Danke dafür! Ihr werdet heute feiern und gefeiert werden, das ist auch richtig so, denn es ist ja Euer Tag. Morgen werdet Ihr weiter gehen, jede und jeder den eigenen Weg. Manchmal werden dort Steine auf dem Weg liegen, die kann man aber wegräumen oder vielleicht auch einfach drum herum gehen. Manchmal muss man an einer Wegkreuzung den richtigen Weg, die richtige Richtung auswählen, das ist nicht einfach. Auch mir ist das oft schwer gefallen. Das kann auch dazu führen, dass Ihr vielleicht mal ein Stück zurücklaufen müsst, weil es der falsche Weg war. Das ist aber nicht schlimm, das gehört zum Leben mit dazu. Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter werdet Ihr weiter haben. Eure Eltern, Freunde, vielleicht auch neue Freunde, die hinzukommen, Kolleginnen und Kollegen und viele mehr.


Ich wünsche Euch allen viel Glück und Mut bei der Suche nach Eurem eigenen Weg, und ich sage Euch: Es ist schön, dass Ihr da seid!
Es ist schön, dass Ihr so viel gelernt habt, über Euch, über andere, über die Welt. Es ist schön, dass Ihr vertrauen könnt und dass man Euch vertrauen kann. Es ist schön, dass Ihr Euch etwas zutraut. Wir brauchen Euch! Eure Kreativität, Euer Können, Eure Freundlichkeit, Eure Hilfsbereitschaft, Euren Mut, Eure Späße, die Ihr macht. In diesem Sinne wünsche ich Euch einen guten Weg hinein in die Welt, alles Gute Euch und alles Gute Ihnen allen!

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

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