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16.08.2019

Festrede zum Schwedenmahl in St. Georgen 2019

Wismars Bürgermeister Thomas Beyer anlässlich des Schwedenmahls in St. Georgen zum 20. Schwedenfest

"Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wenn wir uns einander begegnen - vielleicht war das auch heute so, als Sie sich beim Stehempfang trafen oder an den Tischen zusammengefunden haben - dann läuft das doch oft so, dass wir uns eher unbekannte Personen befragen: Und, woher kommen Sie? Oder: Was machen Sie? Neben der aktuellen Tätigkeit, der Arbeit also, definieren wir uns selbst und einander auch über den Herkunftsort, ich könnte auch sagen, über die Heimat.

Mit dem Begriff, der heutzutage in Deutschland so häufig verwendet wird und durchaus auf manch Wahlplakat auftauchte, möchte ich mich ein wenig auseinandersetzen. Das ist nicht ganz einfach im Blick auf unsere schwedischen Gäste, die aus ihrer Heimat zu uns gekommen sind und die ich natürlich noch extra begrüßen werde, denn dieses Wort wie im Deutschen "Heimat" gibt es im Schwedischen nicht. Befrage ich das Internet nach Übersetzungen, wird mir "Hem" angeboten, das bedeutet „Heim“ oder "Zuhause". Oder "Bygden" wäre eine andere Möglichkeit, das bedeutet "Landschaft". Am besten erfasst wird unser Begriff Heimat wohl durch das Wort "Hembygdd", was die Gegend meint, in der sich ein Mensch heimisch fühlt. Mit diesem Begriff glaube ich, dass unsere schwedischen Freunde verstehen, was ich meine.

Und generell erlebe ich sie ebenso wie uns Wismarerinnen und Wismarer, nämlich, dass sie einen ausgesprochenen Heimatsinn haben und in ihrem Land und ihrem Wohnort fest verwurzelt sind.

Was aber ist Heimat? Die Süddeutsche Zeitung schreibt über Heimat, ich zitiere: "Heimat: Das sind die ersten Erfahrungen, der vertraute Raum, in dem man laufen und sprechen lernte; das sind die Nachbarn und Freunde, das leckere Essen, die gewohnten Feste, die Sicherheit des Daseins in der Elternwelt, das Paradies der Erinnerung … Heimat ist eine Landschaft. Dann aber ist Heimat der Ort, den man verlassen muss, um in der Welt etwas zu werden, der Ort von Abschied und vielleicht Heimkehr."

Ist es Ihnen eben auch so ergangen wie mir, als Sie das Zitat hörten, dass gleich Bilder auftauchten vom eigenen Heimatort, Kindheitsbilder oder Erinnerungen, an den Fortgang aus der Heimat, vielleicht um irgendwo neu Heimat zu gewinnen?

Ich denke auch an den Duft der Heimat, in Wismar zum Beispiel an den Geruch von Meer, Fischbrötchen und Holz. Oder für mich als Kind an den Geschmack des Vanilleeises, das ich so gern mochte.

Ich würde Sie jetzt ohnehin gern fragen, was Sie unter Heimat verstehen würden. Um Sie heute Abend etwas zu entlasten, habe ich das einfach vorab getan und einige unserer heutigen Gäste angerufen oder angesprochen, das gebe ich Ihnen nun kurz wieder, einfach in Form einige Zitate:

"Tut mir leid, dass Heimat so abgrenzend verwendet wird."

"Heimat, das sind 'Menschen'."

"Home is, where is my heart is."

"Where ever I lay my head, there is home."

"Heimat ist da, wo die Todesanzeigen einem noch etwas sagen."

"Wismar ist die schönste Stadt in Deutschland, es ist die Stadt, die ich als meine Heimat ansehe, deswegen gab's für mich nur ein kurzes Zwischenspiel in Rostock."

"Heimat – das ist mein Geburtsort, der Ort, nach dem ich mich sehne und an den ich immer wieder zurückdenke."

Jemand, der gerade eingebürgert wurde, ursprünglich aus Syrien kommt, aber lange im Libanon gelebt hat und heute Abend auch hier ist, sagte mir: "Meine Heimat ist der Libanon. Dort waren mir Sprache und Kultur vertraut. Dort bin ich erwachsen geworden. Das Essen, die Musik - all das ist mir vertraut. Da muss ich nicht - wie hier in Deutschland - viel nachdenken."

Schaut man in die Geschichte des Begriffs Heimat, liebe Gäste, dann ist unschwer festzustellen dass das Wort sehr viel häufiger ab dem zweiten Drittel des 19. Jahrhunderts verwendet wurde. Die Fieberkurve des Heimatsbegriffs - wie es im schon zitierten Artikel der Süddeutschen Zeitung heißt - folgt unübersehbar den Rhythmen der neuzeitlichen deutschen Sozialgeschichte, mit der beginnenden Industrialisierung und den großen Auswanderungsbewegungen, und das Wort wird seitdem in der Industriegesellschaft konstant häufig gebraucht. So scheint es folgerichtig, dass gerade in der globalisierten und digitalisierten Welt auf der Suche nach Bindung und Identität nun Heimat wieder größere Bedeutung erlangt, eben weil wir unsere Wurzeln zum Halt benötigen. Vielleicht auch ist so zu erklären, dass manchmal empfindlich reagiert wird, wenn sich auch in der Heimat etwas verändert, weil wir doch das, was uns vertraut ist, möglichst so wie erinnert belassen haben möchten. Das aber dürfte Illusion sein, denn auch unsere Heimat ist Teil der globalisierten digitalisierten und sich eben verändernden Welt.

Insofern taugt Heimat als Abgrenzungsbegriff, wie ihn Rechtspopulisten gern gebrauchen, überhaupt nicht.

Auch einstige Veränderungen in unserer Stadt, herbeigeführt durch Ausländer wie Philipp Brandin aus Flandern, der das Haus von Hinrich Schabbel und die Wasserkunst baute, oder durch Jean Nouvel aus Frankreich, der das Technologiezentrum am Hafen plante, sind heute Teil unserer Heimatstadt – genauso wie die Menschen, die in diese Stadt, die über alle Jahrhunderte hinweg von internationalem Austausch lebte, aus aller Welt kamen und hier ihre erste, zweite oder dritte Heimat fanden.

Insofern bestehe der Begriff Heimat aus Erinnerung, Gefühl und Transfer, sagt Naika Foroutan, Professorin für Integrationsforschung an der HU in Berlin, wobei Transfer eben gerade Veränderung oder auch Übertragung meint.

Dazu passen einige Zeilen des Gedichtes "Heimat" von Robert Kroiß:

 "Heimat ist des Lebens Sinn

Nicht ein Land mit Grenzen

 

Heimat ist woher ich kam

Und wohin ich gehe

Heimat ist nicht fern noch nah

Heimat heißt ich lebe

 

Heimat ist ganz einfach Leben

Grenzenlos und unbeschwert

 

Erinnerung, Gefühl und Transfer…. ich würde Identität und Verbundenheit hinzufügen. Denn gerade Verbundenheit spüre ich in unserer Stadt sowohl von den, sagen wir einmal Urwismarern, als auch von jenen, die hier hergezogen sind.

Aus Verbundenheit, aus ganz unterschiedlichen Gründen, sind Sie alle hierhergekommen, meine sehr verehrten Damen und Herren, und damit darf ich Sie sehr herzlich zu diesem Schwedenmahl anlässlich des 20. Schwedenfestes begrüßen.

Ich freue mich, dass auch in diesem Jahr der Botschafter des Königreiches Schweden Per Thöresson zu uns gekommen ist. Wir trafen uns auch zwischen den Schwedenfesten und bekamen Unterstützung von der Botschaft.

Dafür, Exzellenz, und dass Sie mit Ihrem Besuch erneut Ihre Wertschätzung gegenüber der Hansestadt Wismar bekunden, sage ich herzlich Dankeschön.

Erstmalig besucht uns die Landshövding für Malmö und Skåne, Annelie Hulthén. Sie wird nachher die Tischrede halten. Sehr geehrte Frau Hulthèn, es ist uns eine Ehre, dass Sie zum Schwedenfest nach Wismar gekommen sind. Ich werde Sie nachher noch etwas näher vorstellen. Herzlich willkommen!

Ich durfte Sie bereits als Landrätin bei uns begrüßen, später als Sozialministerin, dann als Bildungsministerin, jetzt freue ich mich, dass Birgit Hesse auch als Landtagspräsidentin zu uns gekommen ist. Sie wird morgen mit Roger Kaliff und mir die Deutsch-Schwedische Kinder- und Jugendkonferenz eröffnen, dazu später etwas mehr. Jedenfalls ist es schön, dass Sie zu uns gekommen sind, Frau Landtagspräsidentin.

Im letzten Jahr hatte sie es mir versprochen, nicht nur zur Eröffnung des Schwedenfestes, sondern auch zum Schwedenmahl zu kommen, und sie hat ihr Versprechen gehalten: Ich freue mich außerordentlich, Frau Ministerpräsidentin Schwesig hier heute in St. Georgen willkommen heißen zu dürfen. Zusammen mit dem Botschafter und der Landshövding haben wir das Schwedenfest vor ein paar Stunden zünftig eröffnet, und wir haben bewiesen, dass wir zusammenarbeiten können für das große Ganze, indem wir ein großes Puzzle auf der Bühne zusammengesetzt haben.

Ein schönes Symbol war das. Ich bin sehr froh, sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, Sie unter uns zu wissen.

Meine Damen und Herren, die Ministerpräsidentin könnte hier fast eine Kabinettssitzung abhalten, immerhin zwei Ministerinnen sind ebenfalls neben der Landtagspräsidentin zu uns gekommen, was natürlich einzig und allein der hohen Bedeutung der Hansestadt Wismar geschuldet ist.

Ich begrüße also Frau Sozialministerin Stefanie Drese und Frau Justizministerin Katy Hoffmeister. Das ist wirklich großartig, dass Sie sich auf den Weg gemacht haben!

Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, sehr geehrte Ministerinnen, wie hieß es noch im Zitat aus der Süddeutschen Zeitung?: " … Dann aber ist Heimat der Ort, den man verlassen muss, um in der Welt etwas zu werden, der Ort von Abschied und vielleicht Heimkehr."

In den neunziger Jahren und danach haben wir das oftmals schmerzlich erlebt, wie viele gerade junge Menschen uns verließen. Wir konnten ihnen noch eine gute Schulbildung bieten und oft auch eine Ausbildung, dann aber war absolut nicht genug Arbeit da. Heute sind wir erstmalig nach vielen, vielen Jahren in der Lage, dafür zu sorgen, meine Damen und Herren, dass die Menschen, die hier leben beziehungsweise die hier ihre Heimat finden und finden werden, weitgehend von ihrer Hände Arbeit leben können, zwar noch mit Unterschieden zu anderen Regionen Deutschlands, gewiss, aber die Tendenz ist gut. Und auch das mit der Heimkehr stimmt, einige Menschen kehren nach Wismar zurück, das ist Stadtgespräch.

Diese Entwicklung müssen wir jetzt untersetzen, zusätzliche Infrastrukturen schaffen, das dürfen wir nicht verpassen, das ist eine riesige Chance für die Stadt und Region. Dafür brauchen wir viel Kraft und Geld. Wir werden in vielen Fragen gut behandelt von unserem Land, das ist zweifellos so.

Das möchte ich aber künftig auch über unsere generellen finanziellen Grundlagen, nämlich das Finanzausgleichgesetz sagen, das sich derzeit in Verhandlung befindet. Und wir befinden uns in guten Gesprächen. Wie gesagt, eine kurzfristige Kabinettssitzung dazu wäre möglich, wenn Sie jetzt schnell eine Entscheidung treffen wollen, Herr Wellmann und ich stünden auch zur Verfügung, wir würden dann den Finanzminister ersetzen, der ursprünglich auch kommen wollte, leider aber kurzfristig verhindert ist ….

Nein, keine Sorge ich finde es einfach wunderbar, dass Sie alle gekommen sind, sehr geehrte Ministerpräsidentin und sehr geehrte Ministerinnen, herzlich willkommen!

Aber nun, meine sehr verehrten Damen und Herren, habe ich bestimmt Ihr Verständnis, wenn ich zunächst weitere schwedische Gäste begrüße. Wiederum steht der Vorsitzende der Stadtvertretung Roger Kaliff an der Spitze der Delegation aus unserer Partnerstadt Kalmar. Im Februar war ich mit einer Delegation aus Wismar, unter anderem mit Vertretern unseres Kinder-und Jugendparlaments und des Jugendrates Nordwestmecklenburg, in Kalmar. Ich wurde gebeten, vor der Stadtvertretung zu sprechen, wir trafen uns zum gemeinsamen Workshop. Das alles war fruchtbar.

Mittlerweile arbeiten wir in zwei europäischen Projekten zusammen, vor allem aber haben wir mit Euch und dem Deutschen Kinderhilfswerk zusammen die Deutsch-Schwedische Kinder- und Jugendkonferenz vorbereitet, die erstmalig aus Anlass des 20. Schwedenfestes ab morgen hier in Wismar stattfinden wird.

Kinder und Jugendliche gestalten unsere Städte mit, sie sind auch hier auf dem Schwedenfest mit dem Waterkant-Festival, übrigens mit der Gruppe "Miss Sister" aus Kalmar, präsent. Ja, sie sind in unterschiedlichen Welten unterwegs, auch in der digitalen Welt. Einige von ihnen verlassen die Heimat, um in die weite Welt zu gehen und halten gleichzeitig mit der Heimat über die digitale Welt Kontakt.

Auch Kinder und Jugendliche brauchen ihre Heimat, ihre Verwurzelung, und gerade diese Verwurzelung können wir stärken über die Möglichkeit, ihre Stadt, ihr Dorf, ihr Gemeinwesen mitzugestalten.

So wird es auf dieser Konferenz um Beteiligung unter anderem gehen. Es ist richtig gut, dass wir das zustande bekommen haben, liebe Kalmarerinnen und Kalmarer. Fühlt Euch bitte wieder außerordentlich gern und herzlich begrüßt!

Schön ist auch, dass mit Uwe de Fries und seiner Ehefrau Kerstin Bernestrå-Vries, zum Beispiel Vertreter der Schwedisch-Deutschen Gesellschaft aus Kalmar zu uns gekommen sind. Und unsere Bellmann-Sänger Elisabeth Wall und Ulf Ragnarsson haben es sich nicht nehmen lassen, uns einen, auch musikalischen, Besuch abzustatten.

Meine sehr geehrten Damen und Herren, in Vorbereitung auf dieses Schwedenfest habe ich Leif Sjöström mit seinem fantastischen Netzwerk besonders intensiv in Anspruch genommen. Er ist ein wirklich guter Freund unserer Stadt und unterstützt uns, wo er kann. Herzlich willkommen Leif, Kersti und Gunilla!

Die militärhistorischen Vereine und Verbände aus Schweden führen uns sehr deutlich und manchmal lautstark vor Augen und Ohren, dass unsere Geschichte eben auch durch Kriege geprägt ist. Sie tun das, wohl wissend, dass wir heute gerade unser friedliches Zusammenleben, das jeweils Heimat erst ermöglicht, feiern.

Ich freue mich, dass Ihr uns zum Schwedenfest wieder die Historie lebendig darstellt, lieber Christian Weibull. Fühle Dich mit deinen Soldatinnen und Soldaten und allen weiteren Mitstreiterinnen und Mitstreitern herzlich begrüßt!

Liebe schwedische Freundinnen und Freunde, zum 20. Mal feiern wir mit Euch das Schwedenfest. Die alte Beziehung zwischen uns konnte wieder aufleben.

Ist das nicht eine tolle Geschichte? Wir sind uns bestimmt darin einig, dass wir unsere Bindung an die Heimat, unsere lebensspendenden Wurzeln nur dann bewahren können, wenn wir friedlich miteinander leben. Und wir wissen, dass Heimat und Identität zu haben, Austausch über Grenzen, Nationen, Meinungen und Religionen hinaus einschließt, gerade in unserem fragilen Europa, gerade in einer globalisierten Welt. In diesem Geist treffen wir uns hier, erzählen uns gegenseitig unsere Erfahrungen, beziehen Jung und Alt ein und feiern miteinander. Das ist wunderbar! Seid noch einmal alle herzlich willkommen!

Kära svenska vänner!

För tjugonde gången firar vi med Er svenskfestivalen, ”das Schwedenfest”. Den gamla förbindelsen mellan oss har kunnat blossa upp igen. Är det inte en fantastik historia? Vi är säkert eniga om att vi kan bevara vår bindning till hembygden, vår livsgivande grogrund, endast om vi lever fredligt tillsammans. Och vi vet: att ha sinne för hembygd och identitet omfattar utbyte över gränser, nationer, åsikter och religioner, just i vårt fragila Europa, just i en globaliserad värld.

I denna anda träffas vi här, berättar vi för varandra vad vi har erfarit, tar vi med unga och gamla och firar vi tillsammans. Det är underbart!

Återigen hälsar jag alla hjärtigt välkomna!

Nun, meine Damen und Herren, darf ich weitere Gäste begrüßen. Karin Strenz und Frank Junge sind als Abgeordnete des Bundestages zu uns gekommen genauso wie der Landtagsabgeordnete Tilo Gundlack. Das Thema gleichwertige Lebensverhältnisse wird ja zur Zeit intensiv – richtigerweise - in Deutschland debattiert. In der vergangenen Woche war dazu aus dem Heimatsministerium - ja, so heißt das Bundesinnenministerium auch - Staatssekretär Dr. Kerber bei uns.

Eine lebendige Diskussion haben wir mit ihm geführt. Ich kann unseren Mitgliedern des Deutschen Bundestages und auch des Landtages nur viel Beharrungsvermögen diesbezüglich wünschen, denn, auch wenn wir uns gut entwickelt haben, bleibt einiges zu tun. Schön jedenfalls, dass Sie da sind.

Ebenfalls freut mich, dass Frau Landrätin Weiss meiner Einladung gefolgt ist, ebenso wie die Kollegen aus unseren Nachbargemeinden, Annemarie Homann-Trieps, Gabi Richter, Friedel Helms-Ferlemann und Frank Meier aus Bobitz, von der Insel Poel, aus Gägelow und Neukloster. Unsere jeweiligen Heimatgemeinden werden sich in den nächsten Jahren verändern, das wollen wir in einigen Punkten gemeinsam gestalten, das freut mich, schön, dass Sie da sind!

Auch Rosemarie Wilcken ist heute bei uns. Klein haben wir vor 20 Jahren mit dem Schwedenfest begonnen, Jahr für Jahr ist es gewachsen. So wie sie dafür die Grundlage legte, tat sie es noch für vieles andere in Wismar, wovon wir heute profitieren. Ein besonders herzliches Willkommen gilt unserer Ehrenbürgerin Rosemarie Wilcken.

Einige Mitglieder der Bürgerschaft sind heute auch anwesend, herzlich willkommen, genauso wie meine beiden Stellvertreter Senator Michael Berkhahn und die kürzlich wiedergewählte Senatorin Heike Bansemer.

Und auch eine Reihe von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung, der Eigenbetriebe und Eigengesellschaften darf ich herzlich begrüßen.

Wissen Sie, was mich immer beeindruckt, ist, wenn ich in den frühen Morgenstunden während des Schwedenfestes zum Rathaus gehe und noch weiß, wie es abends aussah in der Stadt und nun wieder alles blitzeblank ist. Das sind meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom EVB gewesen. Klar, es ist ihr Job, dennoch: Ihnen, aber auch allen anderen, die so viel für das Schwedenfest tun - und sie tun es wirklich gut - sei herzlich gedankt! Es sei auch in diesem Jahr hinzugefügt, dass unsere Eigengesellschaften – wie die Wohnungsbaugesellschaft, die Stadtwerke, der Seehafen -, aber auch die Sparkasse gute und verlässliche Sponsoren und Spender sind, genauso wie auch viele Unternehmen aus der Stadt - große und kleine - vielen, vielen Dank dafür!

Wer mit der Bürgermedaille ausgezeichnet wird, hat sich besonders für unser Gemeinwesen, ich könnte auch sagen für unsere Heimatstadt, eingesetzt. Einige Träger der Bürgermedaille sind unter uns. Der Seniorenbeirat und der Kunstbeirat gestalten unsere Stadt mit. Einige sind meiner Einladung gefolgt. Das ist gut so. Namentlich Professor Udo Scheel ist seiner Heimatstadt so sehr verbunden, dass er sich für die Kunst in unserer Stadt stark macht und schon großartige Künstlerinnen und Künstler zu uns geholt hat. Vielen Dank dafür!

Mit vielen Institutionen und Behörden arbeiten wir eng zusammen, so begrüße ich Vertreter der Agentur für Arbeit, des Jobcenters, des Städte-und Gemeindetages, der Bundeswehr und der Polizei.

Zur Heimat gehören auch Regeln des Zusammenlebens, die sich zwar im Laufe der Jahre verändern können, die aber trotzdem einzuhalten sind. Mir scheint, dass das heutzutage für uns alle eine besondere Herausforderung ist, zu allererst natürlich für die Polizei. Beim Schwedenfest jedenfalls ist die Polizei ein absolut wichtiger professioneller Partner.

Die Hochschule Wismar ist durch die Kanzlerin Meike Quaas und den Rektor gut vertreten. Professor Bodo Wiegand-Hoffmeister wurde vor wenigen Wochen erneut zum Rektor gewählt, Gratulation dazu noch einmal.

Ich begrüße als Vertreter der Kirchen Propst Antonioli und Pastor Markert.

Die Medien, die mit guter regionaler beziehungsweise lokaler Berichterstattung viel zur Heimatbindung beitragen könnten, werden zum Beispiel von Andreas Ebel, Chefredakteur der Ostseezeitung in Rostock, vertreten. Es freut mich überaus, dass auch Dagmar Rosenbauer vom Cine Centrum Berlin, das die SOKO Wismar produziert, zum Schwedenmahl gekommen ist. Die SOKO trägt die Kunde von der Attraktivität Wismar in alle Welt, das wissen die Wismarerinnen und Wismarer wirklich zu schätzen.

In Sachen Vermittlung von Medienkompetenz haben wir mit dem Filmbüro in unserem Land einen Leuchtturm. Sabine Matthiesen, die ich herzlich begrüßen darf, gibt mit ihrem Team ihre Expertise an viele Akteure weiter.

Identifikation mit und Bindung an die Heimat sind wichtig, mit der globalisierten, digitalen und medialen Welt umgehen zu können, ist es ebenso.

Natürlich haben wir wieder alle schwedischen Bürgerinnen und Bürger, die in Wismar wohnen, eingeladen, einige sind gekommen, das freut mich. Einer, der Wismar als seine Heimatstadt sah und sich immer wieder auf sie bezogen hat und nie die Bindung verlor, aber in Schweden lebte, ist leider nicht mehr unter uns. Ulrich Schacht hat als Schriftsteller gerade auch Wismar öfter thematisiert. Er starb leider im letzten Jahr.

Meine Damen und Herren, zum Schwedenfest gehören viele Bausteine bzw. Einzelveranstaltungen, eine davon, nämlich das Krebsessen, verantwortet mit der Stadt zusammen die Deutsch-Schwedische Gesellschaft.

Einige Mitglieder der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft sind heute Abend hier, unter anderem der Vorsitzende Olaf Heilig, herzlich willkommen. Kai Woellert, ebenfalls aus der Deutsch- Schwedischen Gesellschaft, hilft mir immer bei allen Übersetzungen, danke dafür!

Zu den Akteuren des Festes gehören viele Vereine. Allein der Schwedenlauf benötigt über 125 Helferinnen und Helfer, sie kommen aus den Sportvereinen, Freiwilligen Feuerwehren und, und, und … Insofern seien alle Vertreter der Vereine, zum Beispiel der Präsident des PSV, Oskar Männer, oder Thomas Forssmann - auch einer unserer Schweden in Wismar -, Vorsitzender des Tennisvereins Weiß-Rot, aber auch alle anderen Vertreter der Vereine, der Bürgerstiftung und der Christiansen-Stiftung, vor allem aber auch unsere Schützen, die uns über Jahre treu begleiten, herzlich begrüßt.

Heute sind aber auch Vertreterinnen einer bundesweiten Nichtregierungsorganisation, des Deutschen Kinderhilfswerks, anwesend. Das Kinderhilfswerk hilft uns, wie gesagt, bezüglich der Kinder und Jugendkonferenz. Herzlich willkommen Linda Zaiane und Daniela Tews. 

Wismar ist seit eh und je eine Handwerkerstadt, auch das prägt die Heimat. Insofern ist das Handwerk heute stark vertreten, zum Beispiel mit dem Kreishandwerksmeister Detlef Kohrt und Thomas Bolbeth von der Handwerkskammer.

Liebe Gäste des Schwedenmahles zum 20. Schwedenfest, die internationale Vernetzung unserer Stadt durchzieht nicht nur die Geschichte, sie zeigt sich auch in der heutigen Zeit.

Unternehmen aus Russland, Österreich, aus den Vereinigten Staaten, aus UK, aus Norwegen, Polen und Malaysia produzieren bei uns und beliefern sehr, sehr viele Länder weltweit. Einige Gäste aus diesen Firmen sind heute hier vertreten, zum Beispiel Michael Liche, Ilim Timber, Ralf Lorber, Egger, und  Marcus Ostländer von Envitec/ Honey Wall sowie Marcin Wojciuk von Norfisk und Ståle Hoyem von Suempol, aber auch Klaus Moorlampen von Friesland Kabel/ Faber, ein Unternehmen, das erst im letzten Jahr zu uns stieß, also hier neu beheimatet ist. Sie seien beispielhaft genannt für viele andere Unternehmerinnen und Unternehmer, die heute hier vertreten sind.

Kürzlich präsentierten Studierende hier in Wismar Entwürfe für ein bestimmtes Stadtquartier. Es waren nicht Studierende der Hochschule Wismar, sondern sie kamen aus Berlin.

Sie trugen vor, die Werft sei ein Fremdkörper in der Stadt. Als ich das hörte, war ich doch ziemlich verdutzt, denn die Werft ist Teil der DNA unserer Stadt, das spürt man allenthalben. Derzeit werden wir ganz schön getrieben von der Entwicklung auf der Werft, zusätzliche Infrastruktur ist notwendig. Das sehen wir aber als positive Herausforderung. Ich begrüße also auch alle Vertreterinnen und Vertreter von MV-Werften, an der Spitze Peter Fetten.

Gleichwohl sind uns genauso auch die kleinen Unternehmen wichtig, so begrüße ich Ilona Schreiber von der Fischereigenossenschaft, Rolf Klewe von Klewe Bau oder Ramona Stelzer- Heidemann, die mit ihrem Fischlederschmuck kürzlich im Wettbewerb der IHK  Erfolgsraum Altstadt eine der Gewinnerinnen war.

Überhaupt, die IHK, auch sie ist natürlich heute hier, hat sie doch heute Vormittag einen Workshop "Vereinbarkeit von Privat-und Erwerbsleben-Blick über den Tellerrand nach Schweden" ausgerichtet, in dem es auch darum ging, von Schweden und den Skandinaviern zu lernen, vielen Dank dafür und herzlich willkommen.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, heimatlich können auch Gerüche oder Düfte sein. Eines unserer Unternehmen, nämlich die Parfümerie Hennings mit Brit Heinrich an der Spitze hat einen besonderen Duft, nämlich Aqua Wissemara, "Die Liebe zu Wismar", kreiert. Sowohl Frauen als auch Männer können das Parfüm auflegen.

Als kleine Erinnerung an unseren heutigen Heimatabend …. hätte ich jetzt beinahe gesagt …., also an das heutige Thema, nehmen Sie sich den Duft, der auf Ihren Tischen steht, alle gern mit. Vielen Dank an Brit Heinrich und ihr Team!

Sponsoren des heutigen Schwedenmahls sind das Sana-Hanse-Klinikum und die Firma Egger, herzlichen Dank dafür.

Das Steigenberger-Team, noch darf ich sie so nennen, verantwortet das Catering, und Gunnar Rieck und Karl-Heinz Saleh begleiten uns traditionell musikalisch. Allen sage ich danke.

Meine sehr verehrten Damen und Herren, ich bin mir sicher, dass Heimat gerade wiederum in der heutigen sich rasant verändernden Welt eine wichtige Rolle spielt.  

Dabei geht es oft um Menschen, die Eltern, Freundinnen und Freunde, ja durchaus um Autoritäten, oder um die vertraute Landschaft, die Geborgenheit des Dorfes oder der Stadt, um den Geruch der Heimat oder den Klang, zum Beispiel der Rammschläge am Seehafen oder der Werft, und vieles mehr. Gleichwohl ist unsere Heimat, ob die erste oder zweite, wo wir Wurzeln schlagen, Teil der sich verändernden Welt. Ich finde oft die Unbefangenheit vieler Kinder und Jugendlichen, damit umzugehen, beeindruckend, davon können wir durchaus lernen.

Sie sind globalisiert unterwegs, das Internet ist auch fast so etwas wie eine Heimat für sie, aber gewiss mit etwas anderem Charakter. Dennoch brauchen sie auch Bindung, Identität und Verwurzelung, weil jeder Mensch dies benötigt.

Wenn wir genau das respektieren, dass jeder Mensch Heimat benötigt, dort Wurzeln schlägt, wo es möglich ist, wenn wir also die jeweiligen "Heimaten" respektieren, und wenn wir akzeptieren, dass Heimat gerade auch Transfer beziehungsweise Veränderung einschließt und eben nicht abgrenzt, werden wir in Schweden, in Deutschland, in Europa gut zusammen leben können. Ich bin mir sicher, dass wir, die wir hier heute Abend zusammen sind, genau das wollen, und das lassen Sie uns feiern. Herzlich willkommen!

 

 

Quelle: Pressestelle der Hansestadt Wismar

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