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Gartendenkmal Friedhof

Wismar, Wiesenweg 69b

https://www.wismar.de/Friedhof

Der 1832 geweihte städtische Friedhof kam 1986 durch Beschluss des Rates der Stadt Wismar als Gartendenkmal auf die Denkmalliste. Mit der Aufnahme wurden gleichzeitig zusätzlich 15 auf dem Gartendenkmal verortete Einzeldenkmale denkmalschutzrechtlich registriert. Dabei handelte es sich um Grabbauten, Grabkapellen, Familien- und Einzelgrabstätten und eine Kriegsgräberstätte.

Heute zeigt die aktuell öffentliche Denkmalliste vom 30.10.2019 auf dem Gartendenkmal Friedhof, das nach wie vor aus dem Ost- und Westfriedhof besteht, insgesamt 20 Einzeldenkmale. Darunter befindet sich das ursprüngliche Leichenwärterhaus in klassizistischer Formensprache auf dem ältesten Bereich. Hier wohnte der Leichenwärter mit seiner Familie. Südlich des Leichenwärterhauses befand sich ursprünglich der Garten der Familie, der wohl der Selbstversorgung gedient haben muss. Auf dem gerade geweihten Alten Friedhof war die erste Bestattung das zweijährige Kind eines Mitgliedes der Malerinnung 1832.
Die darauf folgende nächste Flächenerweiterung erfolgte westlich der Schweriner Straße 1862. Dieser Teil zeichnet sich gartendenkmalpflegerisch durch die am größten vorhandene Vielfalt von Baumarten aus, darunter sind einige Naturdenkmale.
Als die Fläche des Westfriedhofes mit Bestattungen gefüllt war, erweiterte man östlich des Alten Friedhofes. Zuerst der Bereich am Pavillon 1901, der einen weiteren Zugang vom heutigen Lindenweg aus erhielt.
Im Jahr 1915 kam der Bereich der Buchstabenfelder dazu, der sich weiter östlich anschließt. Der jüngste Friedhofsteil ist der Bereich der Ziffernfelder mit dem Zugang über den Wiesenweg. Hier wurde der Bau der Feierhalle mit Räumen der Friedhofsverwaltung 1938 geplant und ab 1943 genutzt. Der Bau der Feierhalle und der Friedhofsverwaltung steht aktuell ebenfalls unter Denkmalschutz.
Zwei weiter Grabbauten, das Mausoleum Müller auf dem Alten Friedhof und die Grabkapelle Meyer auf dem Westfriedhof sind von städtischer Seite als Denkmale erkannt. Das Unterschutzstellungsverfahren dazu hat begonnen.
Aktuell wurde der Friedhof im März 2020 als immaterielles Erbe auf die deutsche UNESCO-Liste gesetzt. Nicht nur in Wismar verändert sich die Bestattungskultur. Sich dieser Veränderung zu stellen und das Gartendenkmal zu erhalten, daran wird in der Hansestadt Wismar gegenwärtig gearbeitet.

Quelle: Willert, Sachbearbeitung Denkmalpflege/ Denkmalschutz