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Eisenbahnfreunde Wismar e.V.
© Eisenbahnfreunde e.V.

Eisenbahnfreunde Wismar e.V.

Was machen wir?

Nach den grundlegenden Veränderungen, die der Eisenbahnbetrieb in ganz Deutschland durch die Gründung der Deutschen Bahn AG (DB) im Jahr 1994 erfahren hat, wurde in den Neunzigerjahren bei Wismarer Eisenbahnern und Eisenbahnfreunden der Wunsch laut, Wismarer Eisenbahngeschichte zu bewahren, insbesondere aus der Zeit der Deutschen Reichsbahn (1920 bis 1993). Im Jahr 2000 gründeten daher engagierte Eisenbahner und Eisenbahnfreunde unseren Verein "Eisenbahnfreunde Wismar e.V.“

Folgende Hauptziele haben wir uns gesetzt:

Erhalt des ehemaligen Bahnbetriebswerkes (Bw) Wismar
Das Bw Wismar wurde zum Ende des Jahres 1993 als eigenständige Dienststelle geschlossen und dem Bw Schwerin (ab 1.1.1994: Betriebshof) Schwerin als Außenstelle zugeordnet. In der zweiten Jahres­hälfte 1997 endete hier dann aller Eisenbahnbetrieb und es begann der Verfall der Anlagen. Die Han­sestadt Wismar wünschte sich den Erhalt des Lokschuppens und weiterer von der DB nicht mehr be­nötigter, unter Denkmalschutz stehender Bahnbetriebsgebäude am Rande der Wismarer Altstadt - und unser Verein benötigte eine Heimstatt und Restaurierungswerkstatt für seine Fahrzeuge als zukünfti­ges Eisenbahnmuseum zur Wismarer Eisenbahngeschichte. Daraufhin erwarb die Stadt im Jahr 2007 den Lokschuppen, die Drehscheibe und einige Nebengebäude, ließ das Dach und die Giebel des Lok­schuppens erneuern bzw. instandsetzen und übergab die Anlagen zu günstigen Konditionen unserem Verein, der seitdem für die Unterhaltung und weitere Sanierung zuständig ist.

Sammlung, Restaurierung und Betrieb von Fahrzeugen,
vorrangig mit Bezug zur Wismarer Eisenbahngeschichte bzw. zum ehemaligen Wismarer Eisenbahnbetrieb. Hierzu zählen insbesondere

  1. Lokomotiven und sonstige Fahrzeuge, die für den Wismarer Eisenbahnbetrieb früher typisch waren (z.B. Lokomotiven von einst im Bw Wismar stationiert gewesenen Baureihen). Hierzu zählen zwangsläufig ausschließlich Lokomotiven aus der Epoche der Deutschen Reichsbahn, denn solche der Großherzoglich Mecklenburgischen Friedrich-Franz-Eisenbahn (M.F.F.E.) ha­ben sich leider nicht erhalten. Zu dieser Gruppe unserer Sammlung zählen bislang zwei Kö II. Weitere ehemalige Reichsbahn-Loks zu erwerben, war bislang noch nicht möglich, ist aber ein Ziel unseres Vereins.

  2. Lokomotiven von Industriebetrieben der Region. Hierzu zählen unsere V 22 B vom Betonwerk Ventschow und eine N 4 b des ehemaligen Agrochemischen Zentrums Brüel bei Sternberg.

  3. Fahrzeuge aus der Produktion der einstigen Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar AG.
    Wir verfügen inzwischen über eine in ihrer Vielfalt wohl einmalige Sammlung von Fahrzeugen aus der Produktion der Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar - insgesamt sieben Fahrzeuge, inklusive eines Straßenbahntriebwagens von 1926 und eines Lkw-Anhängers von 1937.
    Mit diesen Fahrzeugen wollen wir die Erinnerung an die Triebwagen- und Waggonfabrik Wis­mar als einst innovativem und nicht nur für Wismar und Mecklenburg wichtigem Industrieun­ternehmen wachhalten.

Durchführung von Sonderfahrten
Möglichst mit eigenen Fahrzeugen, aber durchaus auch in Kooperation mit anderen Vereinen und Eisenbahnverkehrsunternehmen wollen wir natürlich auch Sonderfahrten durchführen. Eine erste solche Fahrt war eine Bereisung des Wismarer Seehafens mit dem historischen Dampfzug der Mecklenburgischen Eisenbahnfreunde Schwerin e.V. im Sommer 2017. Weitere Fahrten sind in Vorbereitung.

Denkmal: Ringlokschuppen

Wismar, Poeler Straße 3
Eisenbahnfreunde Wismar e.V.

Webseite: https://www.lokschuppen-wismar.de/

Facebook: www.facebook.com/Eisenbahnfreunde.Wismar


Gut einsehbar, direkt gegenüber den Bahnsteigen des Wismarer Personenbahnhofes, liegen die markanten Gebäude des ehemaligen Bahnbetriebswerkes (Bw) Wismar, der zwölfständige Ringlokschuppen mit der dazugehörigen (Lokomotiv-) Drehscheibe sowie verschiedene Nebengebäude.

Am 12.7.1848 erreichte die Eisenbahn von Schwerin kommend Wismar. Mit der Fertigstellung dieser Strecke wurde in Wismar erst eine Stationsschlosserei, dann ein Lokbahnhof des Bw Schwerin errichtet. 1883 wurde die Strecke Wismar - Rostock eröffnet. 1887 wurde schließlich die Strecke Wismar – Karow in Betrieb genommen, wodurch leistungsfähigere Anlagen zur Wartung und Behandlung von Lokomotiven erforderlich wurden. Ab 1883 entstand dann der erste Bauabschnitt des heute noch existierenden Ringlokschuppens mit Wasserturm, Dienstgebäude und Stofflager.

Der Lokomotivschuppen wurde in den 1920er Jahren auf seine noch heute bestehende Größe von 12 Ständen ausgebaut. 10 Stände 16,5 m Länge und 2 Stände mit 19,8 m Länge. Für die Behandlung der Lokomotiven standen 2 Wasserkräne, 2 Kohlenbansen, eine Schlackengrube und eine Besandungsanlage zur Verfügung. Bis 1939 verfügte das Bahnbetriebswerk Wismar lediglich über eine 20-m- Gelenkdrehscheibe, danach bereits über eine Drehscheibe von 23 m Durchmesser. Seit 1935 war das Bahnbetriebswerk Wismar eine eigenständige Dienststelle und als solche das jüngste Bahnbetriebswerk Mecklenburgs. Nach dem Kriege erfolgten weitere Erweiterungen. Insbesondere wurden die Schuppenstände 5-7 verlängert, um größere Güterzuglokomotiven in Wismar unterhalten zu können.

Anfang der 1980er Jahre war der Erhaltungszustand kritisch. Der Lokschuppen sollte ursprünglich mit der Elektrifizierung abgerissen werden. Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen machten die Dienststelle aber wieder ansehnlich und erhielten so ihre Leistungsfähigkeit. So erhielt das Bahnbetriebswerk ein neues Wasserturmgebäude (an der Poeler Straße) und eine neue Lokleitung, jeweils mit Dienst- und Sozialräumen. Auch eine neue Drehscheibe wurde 1988 eingebaut. Der Lokschuppen blieb im wesentlichen unverändert, verlor jedoch seine markanten Dachaufsätze (Oberlichter).

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke (Magdeburg-) Wittenberge – Wismar, der rapide Rückgang des Güterverkehrs von und nach Wismar Anfang der 1990er Jahre, sowie schließlich die Stilllegung der Strecke Wismar-Karow bis 1998 machte das Bahnbetriebswerk Wismar erst als eigenständige Dienststelle (1993) und schließlich ganz (1997) überflüssig. Lediglich die Diesellokankanlage ist heute noch in Betrieb.

In den letzten Jahren hat der Güterverkehr von und nach Wismar nun, unter anderem durch die Neuansiedlung der großen holzverarbeitenden Betriebe auf dem Haffeld, wieder sehr stark zugenommen. Dies hat jedoch nicht zum Wiederbeleben des Bahnbetriebswerkes geführt. Der Verlust dieser für die Wismarer Verkehrs- und Industriegeschichte bedeutenden Anlage drohte.

Bereits seit einigen Jahren setzt sich deshalb der Verein Eisenbahnfreunde Wismar e.V. für die Erhaltung der Anlage und die Einrichtung eines Eisenbahnmuseums mit restaurierten Originalfahrzeugen aus der Produktion der ehemaligen Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar AG sowie Eisenbahnmaterial mit Bezug zu Wismar und Mecklenburg ein. Möglichst sollen betriebsfähige Lokomotiven und Wagen auch von hier aus für Sonderfahrten zur Verfügung stehen. Seit etlichen Jahren ist der Lokschuppen ein fester Ort für Workshops von Freiwilligen im Sozialen Jahr in der Denkmalpflege.

Wer mitmachen möchte, oder sich einfach nur für die Arbeit des Vereins interessiert, ist herzlich willkommen, Kontakt aufzunehmen.

EFWIS - Infoblatt Was machen wir (PDF, 49 kB)

Eisenbahnfreunde Wismar e.V.