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Denkmal: Ringlokschuppen

Wismar, Poeler Straße 3
Eisenbahnfreunde Wismar e.V.

Webseite: https://www.lokschuppen-wismar.de/

Facebook: www.facebook.com/Eisenbahnfreunde.Wismar


Gut einsehbar, direkt gegenüber den Bahnsteigen des Wismarer Personenbahnhofes, liegen die markanten Gebäude des ehemaligen Bahnbetriebswerkes (Bw) Wismar, der zwölfständige Ringlokschuppen mit der dazugehörigen (Lokomotiv-) Drehscheibe sowie verschiedene Nebengebäude.

Am 12.7.1848 erreichte die Eisenbahn von Schwerin kommend Wismar. Mit der Fertigstellung dieser Strecke wurde in Wismar erst eine Stationsschlosserei, dann ein Lokbahnhof des Bw Schwerin errichtet. 1883 wurde die Strecke Wismar - Rostock eröffnet. 1887 wurde schließlich die Strecke Wismar – Karow in Betrieb genommen, wodurch leistungsfähigere Anlagen zur Wartung und Behandlung von Lokomotiven erforderlich wurden. Ab 1883 entstand dann der erste Bauabschnitt des heute noch existierenden Ringlokschuppens mit Wasserturm, Dienstgebäude und Stofflager.

Der Lokomotivschuppen wurde in den 1920er Jahren auf seine noch heute bestehende Größe von 12 Ständen ausgebaut. 10 Stände 16,5 m Länge und 2 Stände mit 19,8 m Länge. Für die Behandlung der Lokomotiven standen 2 Wasserkräne, 2 Kohlenbansen, eine Schlackengrube und eine Besandungsanlage zur Verfügung. Bis 1939 verfügte das Bahnbetriebswerk Wismar lediglich über eine 20-m- Gelenkdrehscheibe, danach bereits über eine Drehscheibe von 23 m Durchmesser. Seit 1935 war das Bahnbetriebswerk Wismar eine eigenständige Dienststelle und als solche das jüngste Bahnbetriebswerk Mecklenburgs. Nach dem Kriege erfolgten weitere Erweiterungen. Insbesondere wurden die Schuppenstände 5-7 verlängert, um größere Güterzuglokomotiven in Wismar unterhalten zu können.

Anfang der 1980er Jahre war der Erhaltungszustand kritisch. Der Lokschuppen sollte ursprünglich mit der Elektrifizierung abgerissen werden. Umfangreiche Modernisierungsmaßnahmen machten die Dienststelle aber wieder ansehnlich und erhielten so ihre Leistungsfähigkeit. So erhielt das Bahnbetriebswerk ein neues Wasserturmgebäude (an der Poeler Straße) und eine neue Lokleitung, jeweils mit Dienst- und Sozialräumen. Auch eine neue Drehscheibe wurde 1988 eingebaut. Der Lokschuppen blieb im wesentlichen unverändert, verlor jedoch seine markanten Dachaufsätze (Oberlichter).

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke (Magdeburg-) Wittenberge – Wismar, der rapide Rückgang des Güterverkehrs von und nach Wismar Anfang der 1990er Jahre, sowie schließlich die Stilllegung der Strecke Wismar-Karow bis 1998 machte das Bahnbetriebswerk Wismar erst als eigenständige Dienststelle (1993) und schließlich ganz (1997) überflüssig. Lediglich die Diesellokankanlage ist heute noch in Betrieb.

In den letzten Jahren hat der Güterverkehr von und nach Wismar nun, unter anderem durch die Neuansiedlung der großen holzverarbeitenden Betriebe auf dem Haffeld, wieder sehr stark zugenommen. Dies hat jedoch nicht zum Wiederbeleben des Bahnbetriebswerkes geführt. Der Verlust dieser für die Wismarer Verkehrs- und Industriegeschichte bedeutenden Anlage drohte.

Bereits seit einigen Jahren setzt sich deshalb der Verein Eisenbahnfreunde Wismar e.V. für die Erhaltung der Anlage und die Einrichtung eines Eisenbahnmuseums mit restaurierten Originalfahrzeugen aus der Produktion der ehemaligen Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar AG sowie Eisenbahnmaterial mit Bezug zu Wismar und Mecklenburg ein. Möglichst sollen betriebsfähige Lokomotiven und Wagen auch von hier aus für Sonderfahrten zur Verfügung stehen. Seit etlichen Jahren ist der Lokschuppen ein fester Ort für Workshops von Freiwilligen im Sozialen Jahr in der Denkmalpflege.

Wer mitmachen möchte, oder sich einfach nur für die Arbeit des Vereins interessiert, ist herzlich willkommen, Kontakt aufzunehmen.

EFWIS - Infoblatt Was machen wir (PDF, 49 kB)