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05.02.2018

Restaurierungsarbeiten der Wandmalerei im südlichen Vorchorjoch in der St.-Georgen-Kirche

Das Wandbild mit dem Hl. Georg der den Drachen tötet im südlichen Vorchorjoch der St.-Georgen-Kiche in Wismar entstand um 1500. Später wurde sie mehrfach übertüncht und 1887/ 88 wieder freigelegt sowie im Sinne des 19. Jahrhunderts restauriert bzw. teilweise übermalt.
Aufgrund der jahrzehntelangen Bewitterung innerhalb der Ruine kam es zur Reduzierung und Verschmutzung der Malerei. Die Oberfläche war jetzt weitgehend vergipst und stark verschmutzt. Es kam vermehrt zu Ausblühungen von löslichen Salzen.Während der Bauarbeiten in den 1990-iger Jahren wurde die Malerei nur restauratorisch gesichert.

Die Restaurierungsarbeiten dauerten 4 Monaten und kosteten 30.000,00 Euro. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übernimmt davon 25.000,00 Euro und der Aufbauverein St. Georgen hat die restlichen 5.000,00 zur Verfügung gestellt.
Die Arbeiten wurden von der Fa. Atelier für Restaurierung Schloss Kaufungen GmbH aus Limbach-Oberfrohna ausgeführt.

Die Malerei befindet sich in ca. 15 m Höhe direkt unter dem Gewölbe an einer senkrechten Backsteinvermauerung auf mehren Kalktünchen bzw. Kalkschlämmen. Nur in wenigen Bereichen ist sie auf Putzmörtel. Zum Erhalt derselben waren Restaurierungsarbeiten unerlässlich. Hierbei ging es um die gesamte Malerei und um die angrenzenden Bereiche bis ca.12 cm außerhalb.
Jetzt stand die Aufgabe, die Wandmalerei des Hl. Georg mit einem Lasergerät zu reinigen und zu restaurieren.
Als Vorbild für diese Maßnahmen dienten die bereits gereinigten und restaurierten Bereiche der Malerei in der nördlichen Turmseitenkapelle.

Die Arbeiten am Wandbild wurden in mehreren Schritten durchgeführt. Als erstes wurde eine Vorreinigung ausgeführt. Die gesamte Malerei wurde von groben Verschmutzungen befreit. Diese Reinigung wurde mit mit feinen Pinseln, Skalpell, kleinen Meißel, Schwämmen, Wattestäbchen ausgeführt.
Fest eingelagerter Schmutz und Vergipsungen der letzten Jahrzehnte wurden anschließend mit einem Laser gereinigt bzw. stark reduziert.
Die Reinigung der gesamten Malerei musste je nach Untergrundfarbe sehr differenziert ausgeführt werden.

Zu beachten war, dass teilweise auch mehrere Durchgänge mit dem Laser erfolgen mussten, um die gewünschte Reinigung zu erzielen.
Insbesondere in den profilierten Fugen zwischen den Backsteinen war ein erhöhter Reinigungsaufwand erforderlich.

Abschließend erfolgte eine Festigung und Sicherung der Malschichtoberfläche das heißt loser Mörtel, die Kalkschlämme und loser Putze wurde durch Hinterspritzen mit einem Klebemittelgemisch gefestigt.
Abschließend wurden Fehlstellen in der Malerei mit einer Strichretusche ergänzt. Die Arbeiten wurden ausgeführt von der Fa. Atelier für Restaurierung Schloss Kaufungen GmbH, aus Limbach-Oberfrohna.

Anbei zwei deckungsgleich Detailaufnahmen des Wandbildes aufgenommen vom Restaurator Herrn Lange

1.) Zustand vorher:

Linker Anschlussbereich des Wandbildes an das Gewölbe Zustand vor der Restaurierung mit dem typischem Schadbild bedingt durch das starke Oberflächenrelief mit extremen Schmutzauflagen. Die Oberfläche ist durch Auftrag einer Tünche stark verunklärt und die Malereidetails kaum mehr lesbar.


2. Bild:

Linker Anschlussbereich des Wandbildes an das Gewölbe nach Abschluss der Restaurierungsarbeiten:
Analoger Bereich zur vorhergehenden Aufnahme Zustand nach der Restaurierung, nach Reinigung im Laserimpulsverfahren und vorsichtiger Freilegung der
Malerei konnten kleiner Fehlstellen zurückhaltend retuschiert werden. In der Gesamtschau ist der Malereibereich wieder vollständig und in vollem Kontrastumfang zu erkennen.

Quelle: SB Kirchenbau