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21.06.2019

Ausstellung KUNSTRAUM St. Georgen
Fotografien - Barbara Klemm, Claudia Fährenkemper, Gunda Scheel, Hans Hansen

Eröffnet wird die Fotoausstellung der vier Künstler am Freitag, dem 28. Juni 2019, um 16.00 Uhr im KUNSTRAUM St. Georgen.

Hinweis:
Am Sonntag, dem 21. Juli 2019, um 15.00 Uhr führt die Kuratorin Miro Zahra durch die Ausstellung.

Die St.-Georgen-Kirche in Wismar ist ein architektonisches Juwel historischer Baukunst. In ihren großzügigen Räumen eröffnen sich besondere Möglichkeiten, zeitgenössische bildende Kunst in lebendigem Bezug zu Geschichte und Architektur zu präsentieren.

KUNSTRAUM St. Georgen ist eine Veranstaltungsreihe, in der internationale künstlerische Positionen im Wechsel mit künstlerischen Positionen aus Mecklenburg-Vorpommern einer interessierten Öffentlichkeit in themenbezogenen Ausstellungen vorgestellt werden.

In der aktuellen Ausstellung werden vier künstlerische Persönlichkeiten, die Ikonen in der deutschen Fotografiegeschichte darstellen, präsentiert. Die Fotografen verbindet eine langjährige persönliche und kollegiale Freundschaft, die geprägt ist von gegenseitigem Respekt und hoher Wertschätzung der Arbeiten untereinander.

Über ihre Freundschaft hinaus vereint sie die Hingabe zum Schwarz-Weiss der analogen Fotografie als einem künstlerischen Medium, der Wirklichkeit zu begegnen, ohne diese vordergründig dokumentarisch oder ausschnitthaft abzubilden. Dem, was mit unseren Augen kaum festzuhalten ist – eine flüchtige Stimmung, eine Atmosphäre oder ein stiller Moment, etwas, was mehr als nur visuell kaum wahrnehmbar ist - wird Ausdruck verliehen und eine neue künstlerische Form gegeben.

Gunda Scheels Bildwelt scheint in diesem Sinne eine atmosphärische Vertiefung des Augenblicks zu sein. „Nicht Schnellschüsse im ständig wechselnden Umfeld mit anschließender Auswahl der gelungensten Bilder, sondern kontemplatives Annähern, Entdecken, Eingrenzen von Eindrücken, wobei der Modellierung der Innen- und Außenräume und der Objekte durch Licht und Schatten eine besondere Rolle zukommt, gesteigert bis zu einem Punkt, wo geformtes, gebündeltes Licht selbst zur Hauptfigur des Bildes wird.“ So beschreibt Gunda Scheel sehr eindrücklich ihre Arbeitsweise.

Um das Ausloten neuer Dimensionen geht es in den Arbeiten von Claudia Fährenkemper. Sie präsentiert in der Ausstellung Insektenportraits, die mit Hilfe eines Rasterelektronenmikroskops am Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn entstanden sind. Claudia Fährenkemper sagt dazu: „Es geht mir in diesen Mikrofotografien um ein Ausloten neuer Dimensionen und die Eröffnung neuer Seherfahrungen. Nicht die Illustration wissenschaftlicher Tatsachen, sondern das sinnliche Erlebnis und die magische Illusion einer winzigen für das bloße menschliche Auge unsichtbaren Form als Skulptur und als Portrait ist mein Ziel.“

„Ich versuche, mir von der Sache ein Bild zu machen und das, so einfach wie möglich.“ So prägnant und einfach beschreibt Hans Hansen seine künstlerische Arbeitsweise. Als Fotograf ist er auf dem Feld der Produktfotografie ein hochgeschätzter Meister der Reduktion. In seinen Fotografien wird der Gegenstand auf das Wesentliche untersucht, die Formen, Farben, das Material strukturiert. Ein Spiel mit Form und Licht, in dem er die Naturobjekte und menschliche Artefakte hervortreten lässt.

Barbara Klemms Fotografien haben geradezu einen Ikonen-Charakter. Sie ist eine Grande Dame der deutschen Fotografie. Bekannt wurde sie unter anderem durch das berühmte Foto vom Bruderkuss zwischen Breschnew und Honecker. Viele ihrer Bilder haben Geschichte geschrieben. Über Jahrzehnte hat Barbara Klemm das politische Geschehen in Deutschland für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ begleitet. In der Ausstellung in Wismar konzentriert sie sich aber nicht auf ihre berühmten Fotografien, sondern auf Werke, die das Wesen der Fotografie – das Spiel mit Licht und Schatten, zum Ausdruck bringen.
„Es sind Studien über elementare Prinzipien aller Photographie, über Hell und Dunkel, Tiefe und Weite, über die Intensität des Lichts und die Dichte der Schatten, lauter beinahe abstrakte Kompositionen.“ (Heinrich Wefing zu den Fotografien „Roden Crater von James Turell“). Wenn die Fotografie eine Kunst ist, sich unsichtbar zu machen, dann ist Barbara Klemm eine ihrer wichtigsten Protagonistinnen. Nach einem Statement zur Ausstellung gefragt, hat sie bescheiden aber entschieden geantwortet: „Auch dem Satz der Künstlerin Agnes Martin kann ich mich anschließen: „Kunst entsteht durch einen freien, offenen Geist.“

In diesem Sinne laden wir Sie in den KUNSTRAUM St. Georgen ein – zu einem besonderen Dialog zwischen dem architektonischen Raum aus Licht und einer Kunst, die aus Licht entsteht und die einen Eindruck von geistiger Freiheit und Großzügigkeit vermittelt.

Die Ausstellung ist vom 29. Juni bis 4. August 2019 bei freiem Eintritt täglich von 10.00 bis 18.00 Uhr geöffnet.




Quelle: SG Kulturprojekte und Vertragsmanagement