Verlegung von zwei neuen Stolpersteinen in der Wismarer Altstadt

Quelle: Büro für Chancengleichheit

Am Dienstag, dem 7. Juli 2026, werden im Beisein von Bürgermeister Thomas Beyer und Jochen Schmidt, Leiter der Landeszentrale für politische Bildung, zwei neue Stolpersteine in der Altstadt von Wismar verlegt.

Los geht es um 13.00 Uhr vor dem Haus Bliedenstraße 10. Dort wird es einen Stolperstein für Karl Kähler, geboren am 9. Dezember 1906, gestorben am 1. Mai 1943 im Konzentrationslager Neuengamme, geben. Im Anschluss geht es zum Haus Böttcherstraße 13. Dort wird ein Stolperstein für Karl-Heinz Frädrich, geboren am 27. März 1911, gestorben am 3. August 1941 im Konzentrationslager Auschwitz, verlegt.

Mit diesen Stolpersteinen wird an Menschen erinnert, die während der Zeit des Nationalsozialismus aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt, entrechtet und schließlich in Konzentrationslagern ermordet wurden. Die Stolpersteine setzen ein sichtbares Zeichen gegen das Vergessen und für die Würdigung der Schicksale von Karl-Heinz Frädrich und Karl Kähler.

Eine zehnte Klasse des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums Wismar hat mit intensiver Unterstützung von Dr. Florian Ostrop die Schicksale der beiden Opfer recherchiert. Die Schülerinnen und Schüler werden die Biografien während der Verlegung vorstellen. Musikalisch begleitet Roman Samsovice die Verlegung der Stolpersteine. 

Stolpersteine sind 10 mal 10 Zentimeter große Pflastersteine, die jeweils mit einer Messingplatte versehen sind. Auf diesen Platten sind die Namen sowie die Geburts- und die Todesdaten der Menschen eingraviert, die in der Zeit von 1933 bis 1945 verfolgt oder ermordet wurden. Die Steine werden vor den letzten selbstgewählten Wohnorten verlegt, an denen diese Menschen gelebt oder gearbeitet haben.

Das Kunstprojekt "Stolpersteine" wurde vom Künstler Gunter Demnig ins Leben gerufen. Es erinnert an die Vertreibung und Ermordung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und an die Opfer der NS-Euthanasie.

In der Hansestadt Wismar gibt es seit dem Jahr 2008 Stolpersteine. Mittlerweile sind es 46 Steine.