Pressemitteilungen Grußwort zum Weihnachtsfest und zum Jahreswechsel

Liebe Bürgerinnen und Bürger,
am Ende eines jeden Jahres ist traditionell die Gelegenheit, zurückzublicken auf ein ereignisreiches Jahr. Ich nehme mir dann immer Zeit, das vergangene Jahr für mich zu ordnen, denn es ist vieles passiert. Viele Projekte konnten wir umsetzen, einige sind bis fast zum Abschluss gekommen.

"Disney Adventure" verlässt Wismar

Zweimal war der Termin verschoben worden und mich haben sehr viele Menschen darauf angesprochen, und am 1. September war es dann endlich so weit: Unter den Augen vieler Schaulustiger verließ der Kreuzfahrtschiff-Neubau "Disney Adventure" Wismar in Richtung offene See.

Die Hansestadt Wismar hatte mehrere hafenbehördliche Anordnungen erlassen, um das gesamte Hafengebiet für die Dauer des Manövers zu sperren.
Am Abend spielten Wetter und Wasserstand mit. 

Gegen 18:30 Uhr kündigte die "Disney Adventure" mit drei kräftigen Schallsignalen das Auslaufmanöver an. Kurz darauf zog ein Schlepper das Megaschiff langsam vom Ausrüstungskai der Werft.

In gemächlicher Fahrt passierte das Schiff die Schwedenköpfe an der Hafeneinfahrt, die Seebrücke in Wendorf sowie die Insel Walfisch, bevor es Kurs auf die offene Ostsee nahm. Von dort aus ging es in der Nacht weiter nach Mukran auf Rügen. Auf dem Weg dorthin gab es Probefahrten. In Mukran bunkerte die "Disney Adventure" Treibstoff und Frischwasser, bevor es nach Bremerhaven ging, wo die endgültige Ausrüstung erfolgen soll.

Die "Disney Adventure" zählt zu den größten Kreuzfahrtschiffen der Welt. Mit 342 Meter Länge, 46 Meter Breite und insgesamt 19 Decks bietet sie bei voller Belegung Platz für rund 6.700 Passagiere. Sie ist das größte jemals in Deutschland gebaute Passagierschiff, und ich kann nur allen Werftarbeiterinnen und Werftarbeitern meine Anerkennung für diese Leistung zeigen. 

Es ist erfreulich, dass wieder ein Stück Wismarer Schiffsbaukunst auf den Weltmeeren unterwegs ist. Ich bin sehr froh, dass alles so gut geklappt hat und nun die Werfthalle frei ist für TKMS

Infrastruktur und Stadtentwicklung

Ein Meilenstein war die Verkehrsfreigabe im neu erschlossenen Großgewerbegebiet Wismar-Kritzow am 23. September. Nach intensiver Planung und Bauphase kann nun der Verkehr rollen, und wir schaffen so neue Möglichkeiten für Unternehmensansiedlungen in Wismar. 

Einige Straßenbauvorhaben wurden begonnen: die Zierower Landstraße und die Werftstraße. Mobilität spielt auch künftig eine wichtige Rolle. Ein zentraler Baustein unserer Stadtplanung in diesem Jahr war die Fortführung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) für Wismar. Seit Mai 2023 befindet sich dieser umfangreiche Prozess in Arbeit, und 2025 war ein entscheidendes Jahr: Wir haben gemeinsam analysiert, diskutiert und konkrete Handlungsansätze entwickelt, um unsere Mobilität zukunftsfähig, sicher und ökologisch nachhaltig zu gestalten. 

Am 13. November haben wir eine Informationsveranstaltung im Bürgerschaftssaal des Rathauses durchgeführt, bei der ein Vertreter des beauftragten Ingenieurbüros die bisherigen Ergebnisse und erste Maßnahmenvorschläge präsentierte. Im kommenden Frühjahr erwarten wir das Ergebnis.

Besonders hervorzuheben ist dabei, dass die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern ein wichtiger Bestandteil dieses Prozesses war: In Workshops, Arbeitskreisen und Befragungen haben wir ihre Erfahrungen, Wünsche und Ideen aufgenommen und sorgfältig ausgewertet. 

Der Verkehrsentwicklungsplan betrachtet alle Verkehrsarten – Fußgänger, Radverkehr, den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und den Güterverkehr. Ein besonderes Anliegen ist uns dabei die Förderung des Radverkehrs. 

Bereits in früheren Workshops wurde der Wunsch nach sicheren und attraktiven Radwegen klar artikuliert, und dieser Impuls fließt jetzt in die Maßnahmenplanung ein. 

Damit verbunden stehen wir weiter in der Verantwortung, den Klimaschutz mit kommunaler Wärmeplanung voranzutreiben. Im Sommer präsentierten wir ein weiteres Zwischenergebnis der kommunalen Wärmeplanung. 

Der Spielplatz "Seefahrer" an der St.-Nikolai-Kirche konnte schon im März und damit früher als geplant eröffnet werden – ein Gewinn für unsere Kinder. Im Dezember soll der Spielplatz "Mühlenwiese" in Schwanzenbusch-Nord fertiggestellt sein. 

Ein weiteres großes Infrastrukturprojekt im Jahr 2025 ist die Brunkowkai. Mit den nun 14 zusätzlichen Bootsliegeplätzen für Wasserwanderer und zwei Plätzen für die Wasserschutzpolizei wird nicht nur der Freizeit- und Tourismuswert unseres Hafens gestärkt, sondern gleichzeitig die Sicherheit und Leistungsfähigkeit der Hafenanlagen verbessert. 

Sehr gut vorangekommen sind wir mit der Stadthalle. Auch wenn wir in diesem Jahr nicht mehr fertig werden, so ist doch ein Ende abzusehen, und ich freue mich sehr auf die Eröffnung. 

Am 28. April feierten wir das Richtfest der neuen Dreifeldsporthalle Friedenshof I, die den Schul-, Vereins- und Wettkampfsport bereichern wird, und wir gehen derzeit von einer Eröffnung noch im ersten Quartal 2026 aus. Die Sanierung der Stadthalle und dieser Neubau zeigen unser Engagement, die Sportinfrastruktur nachhaltig und zukunftsgerichtet zu gestalten. 

Gut voran geht es auch in Wendorf. Nach der Sanierung der Sportflächen und der Fertigstellung des Neubaus des Sanitär- und Umkleidegebäudes des Polizeisportvereins (PSV) im Jahr 2024 saniert der Verein, der im August seinen 35. Geburtstag mit einem Sportlerball feierte, derzeit sein Vereinsheim am Stadion und errichtet einen Anbau.

Internationales

Das Jahr 2025 stand leider noch immer im Zeichen des brutalen Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine. Unsere Partnerstadt Tschornomorsk wurde wiederholt angegriffen, und es waren Tote und Verletzte zu beklagen. 

Im nächsten Jahr wird unsere ukrainische Partnerstadt über ein Förderprogramm und viele Spenden der Wismarerinnen und Wismarer zwei neue und dringend benötigte Schutzräume errichten. 

Das ist ein klares Zeichen gelebter Solidarität und Unterstützung. Eine Delegation hat Wismar besucht und ich war zweimal in der Ukraine.

Ebenso hatten wir mit unseren anderen Partnerstädten einen guten Austausch. Im März besuchte ich Wismars finnische Partnerstadt Kemi, wo wir über mögliche Kooperationen und gemeinsame Projekte sprachen. 

Später im Jahr folgte ein Fachaustausch in unserer schwedischen Partnerstadt Kalmar.

Kulturelle Höhepunkte

Das Jahr 2025 war aber auch ein Jahr kultureller Höhepunkte. Ein besonderes Glanzlicht im Festkalender unserer Stadt war erneut das Schwedenfest. Es war für mich das schönste Schwedenfest, das wir je gefeiert haben. 

Es verbindet unsere schwedische Vergangenheit mit der Gegenwart und zeigt, wie lebendig europäische Geschichte in Wismar nach wie vor ist. Besonders gefreut hat mich, dass wir wie in den Jahren zuvor eine hochkarätig besetzte Delegation aus unserer schwedischen Partnerstadt Kalmar begrüßen durften und die Sängerin Ida Gratte aus unserer Partnerstadt mit dabei war. 

Mit seinem historischen Festumzug, musikalischen Darbietungen, stimmungsvollen Marktständen und unzähligen Begegnungen verwandelte das Fest unsere Altstadt erneut in einen Treffpunkt für Menschen aus zahlreichen Ländern. Die vielen schwedischen Gäste, die aktiven Vereine und die engagierten Beteiligten machten das Schwedenfest zu einem lebendigen Zeichen echter Verbundenheit.

Bedeutend war das Landeserntedankfest, das wir gemeinsam mit dem Landkreis Nordwestmecklenburg und der Gemeinde Insel Poel ausrichten durften. Es gab in Wismar einen farbenfrohen Umzug durch die historische Altstadt, regionale Produkte, landwirtschaftliche Präsentationen und ein umfangreiches Bühnenprogramm. Ein besonderes Highlight war die Schauminstallation der Künstlerin Stephanie Lüning im St. Marien-Forum, über die sich vor allem Kinder freuten. Es war ein Fest der Gemeinschaft, das Stadt und Land noch enger zusammengeführt hat.

Stadtverwaltung

Besonders stolz macht mich auch, dass unsere Stadtverwaltung – trotz der vielen Aufgaben – erneut als TOP-Ausbildungsbetrieb 2025 ausgezeichnet wurde. Das ist mir persönlich sehr wichtig, denn die jungen Menschen sollen optimale Bedingungen haben. Dann leisten sie ihr Bestes und sind gute und zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.  

Gefreut habe ich mich, dass die Neugestaltung der Homepage der Hansestadt Wismar in diesem Jahr umgesetzt werden konnte. Es wurde besonderen Wert auf die Barrierefreiheit gelegt, damit die Webseite für möglichst alle Menschen zugänglich ist.

Stadtgesellschaft und ehrenamtliches Engagement

Zum Abschluss möchte ich betonen: Wismar lebt von der Gemeinschaft und dem Gemeinsinn der Bürgerinnen und Bürger. Nur wenn wir füreinander einstehen, uns miteinander in respektvoller Weise auseinandersetzen und im Gespräch bleiben, werden wir weiterhin erfolgreich sein.

Ich möchte noch einige Beispiele für besonderes Engagement hervorheben, die Aufzählung ist nicht vollständig. Erwähnt seien die Wismarer Tafel, der Theatersommer und der Theaterverein, das Ensemble Jauxi Entertainment, das Kinder- und Jugendparlament, der Seniorenbeirat, die Sportvereine, der Kunstverein, der Verein Licht am Horizont und der Verein KaSo. 

Lassen Sie uns also gemeinsam mit Optimismus und Haltung ins neue Jahr gehen. Ich bin überzeugt: Wenn wir weiterhin miteinander reden, planen und handeln, wird Wismar auch 2026 stark sein – als vielfältige, internationale Stadt mit Geschichte, Herz, Weltoffenheit und Zukunft.

Einladung zum Neujahrsempfang

Am Samstag, den 10. Januar 2026, findet der Neujahrsempfang in der St.-Georgen-Kirche statt, zu dem die Präsidentin der Bürgerschaft, Sylvia Bartsch, und ich Sie alle sehr herzlich einladen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Der Empfang beginnt 11:00 Uhr, Einlass ist ab 10:30 Uhr. Ich würde mich sehr freuen, mit Ihnen das neue Jahr 2026 begrüßen zu dürfen. 

Ich wünsche Ihnen allen besinnliche Feiertage, eine gute Zeit mit Familie und Freunden und einen guten Start ins Jahr 2026.

Ihr
Thomas Beyer, 
Bürgermeister der Hansestadt Wismar,
im Dezember 2025