Stadtgeschichtliches Museum der Hansestadt Wismar
Unser Archiv wird nach und nach ausgebaut. Sie finden hier eine Auswahl der vergangenen Ausstellungen.
Eine Geschichte in 1000 Teilen - Neue Funde aus der Wismarer Hansezeit
Auf den Spuren des Bacchus durchs Museum
Gute Politik. Friedrich Christoph Dahlmann
Flugzeugbau in Wismar
Carl Canow
Von Mauern umschlossen - Die Veste Wismar
Die andere Sella Hasse
Svensk glaskonst
Heut? schau ich Euch im Schwedenkopf
Anschlag! Plakate der jüngsten Vergangenheit
Eine Geschichte in 1000 Teilen - Neue Funde aus der Wismarer Hansezeit
Ausstellung in der Gerichtslaube des Wismarer Rathauses
vom 3. bis 20. September 2009
Einmalige Zeugnisse der Wismarer Hansezeit wurden bei archäologischen Grabungen im Wismarer Stadtgebiet in den vergangenen Jahren durch das Landesamt für Kultur und Denkmalamt freigelegt. Ob Münzschätze aus den Wismarer Stadtkirchen, Pilgerzeichen von Santiago bis Güstrow, Tuchplomben aus Amsterdam und Deventer - es entfaltet sich ein eindrucksvolles Bild Wismarer Weitläufigkeit zur Hansezeit. Zu den wiedergewonnenen hansischen Schätzen gehört auch der Teil des historischen Museumsbestandes, der seit dem 2. Weltkrieg im Keller der Alten Schule verschüttet war.
In Kooperation mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege und mit Unterstützung aus dem Archiv der Hansestadt Lübeck sowie von der Universität Greifswald hat das Stadtgeschichtliche Museum der Hansestadt Wismar spektakuläre und unschätzbare Kostbarkeiten aus der Wismarer Hansezeit zusammengetragen, die größtenteils bisher noch nicht öffentlich gezeigt worden sind. Erstmals sind sie nun in der Ausstellung "Eine Geschichte in 1000 Teilen - Neue Funde aus der Wismarer Hansezeit" im Original zu sehen.
Auf den Spuren des Bacchus durchs Museum
Auf den Spuren des Bacchus durchs Museum
8. Juli bis 8. September 2008
Bereits 1266 beginnt die offizielle Wein-Geschichte Wismars. In diesem Jahr gibt der mecklenburgische Landesherr Heinrich der Pilger seine Weinstiftung für die Wismarer Kirchen in die Obhut des Wismarer Rats. Der beliebteste Wein war im Mittelalter der Rheinwein. Ende des 16. Jahrhunderts führte man auch süße Südweine namens Malvasier oder Bastert im Ratskeller. Der Handel mit französischen Weinen oder Landweinen war hingegen den Bürgern freigestellt. Im 17. Jahrhundert gewannen außerdem portugiesische und spanische Weine wie z. B. Pedro Ximenez an Beliebtheit.
(Faltblatt zur Ausstellung liegt als PDF vor).
Gute Politik. Friedrich Christoph Dahlmann (1785-1860)
13. Mai bis 16. September 2007
Was ist eigentlich "gute Politik"? Es gibt kaum eine aktuellere Frage. Auch in der Vergangenheit haben sich kluge Menschen darüber den Kopf zerbrochen. Einer von ihnen war Friedrich Christoph Dahlmann, geboren und aufgewachsen in Wismar. Im 19. Jahrhundert galt er als einer der führenden politischen Köpfe in Deutschland. Die Ausstellung zeigt, welche zentralen politischen Themen Dahlmann ansprach. Und wie wir uns heute mit ihnen auseinandersetzen. Dahlmanns Gedanken sind eine Herausforderung. Auch heute noch.
Die Ausstellung wurde im Anschluss an ihre Präsentation in Wismar mit großem Erfolg im Oktober 2007 Schweriner Landtag, in der Landesvertretung Mecklenburg-Vorpommern in Berlin sowie im Bundesrat in Berlin gezeigt.
Zur Ausstellung liegt ein Katalog vor, der im Stadtgeschichtlichen Museum zu erwerben ist.
Flugzeugbau in Wismar
Flugzeugbau in Wismar - Die norddeutschen Dornierwerke
29. April bis 4. Dezember 2005
Wer die Begriffe "Dornier" und "Flugzeugbau" hört, denkt vermutlich nicht zuerst an Wismar, sondern viel eher an legendäre Flugboote wie den Do-Wal oder die Do X sowie an den genialen Flugzeugkonstrukteur Claude Dornier und sein Flugzeugwerk in Friedrichshafen. Tatsächlich gründete Claude Dornier 1933 die Dornier Werke Wismar GmbH, die 1938 zusammen mit Werken in Berlin und Lübeck den Dornier-Nordkonzern bildeten. Die Zentrale dieser Norddeutschen Dornierwerke, bei denen zeitweise fast 9000 Menschen beschäftigt waren, befand sich bis 1945 in Wismar. Doch bisher fehlte eine Übersicht über die Geschichte dieser Flugzeugwerke.
Warum gründete Dornier ein Zweigwerk in Norddeutschland und warum gerade in Wismar?
Wo befanden sich die verschiedenen Werke des Dornier-Nordkonzerns? Was wurde dort produziert? Wer hat dort gearbeitet und was wurde aus den Werksanlagen nach dem 2. Weltkrieg?
Diesen Fragen geht die Ausstellung im Schabbellhaus nach. Viele Akten, die die Wismarer Dornierwerke betrafen, gingen in den letzten Tagen des 2. Weltkriegs und den ersten Nachkriegsjahren verloren. Auf dem Firmengelände bestand aus Geheimhaltungsgründen ein Fotografierverbot, das für offizielle Aufnahmen oder bei besonderen Anlässen gelockert wurde.
Um die Geschichte der Norddeutschen Dornierwerke heute zu erzählen, stehen daher heute vor allem die Berichte der ehemaligen Dornier-Mitarbeiter zur Verfügung. Für die Ausstellung haben Zeitzeugen, ihre Erinnerungen aufgeschrieben und erzählt. Die Besucher der Ausstellung können diese in Hörstationen erleben. Historische Filme führen die Flugzeuge vor Augen. Leihgaben aus den Nachlässen wichtiger Dornier-Mitarbeiter in Wismar wie dem Leiter der Norddeutschen Dornierwerke Schulte-Frohlinde und dem Chefeinflieger Robert Förster sowie von ehemaligen Lehrlingen, Bordtechnikern oder Bürokräften geben einen einmaligen Einblick in das Innenleben der Norddeutschen Flugzeugwerke.
Das Historische Unternehmensarchiv der Dornier GmbH hat die Ausstellung ebenso mit Leihgaben unterstützt wie die Familie Silvius Dornier. Nach den Ausstellungen zum Waggonbau und zum Schiffbau in den vergangenen Jahren vervollständigt das Stadtgeschichtliche Museum mit der aktuellen Präsentation zum Flugzeugbau in Wismar die Überlieferung zur städtischen Industriegeschichte, die weit über die Stadtgrenzen hinausstrahlte.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog, der im Stadtgeschichtlichen Museum zu erwerben ist.
Carl Canow
8. Oktober 2004 bis 6. März 2005
So vollständig wie nie zuvor zeigte die Ausstellung "Carl Canow - Von der entschiedenen Neigung zur Malerei" mit mehr als 80 Werken die Bandbreite des Wismarer Malers Carl Canow. Ungefähr die Hälfte der ausgestellten Werke stammen aus dem Bestand des Stadtgeschichtlichen Museums, die anderen gehören dem Staatlichen Museum Schwerin, der Stiftung Mecklenburg, dem Kulturhistorischen Museum Rostock sowie Privatleihgebern.
Vor allem Porträts des Wismarer Bürgertums und des Landadels der Umgebung prägten Canows Ruf. Dass er 1814 als Sohn eines Schustermeisters in Wismar geboren wird, mit Unterstützung Wismarer Bürger zeitweise an der Berliner Akademie studiert, eine Vielzahl von Porträts Wismarer Bürger malt, sich schließlich 1870 in geistiger Umnachtung umbringt und auf dem Wismarer Friedhof beerdigt wird, gehört zu den bekannten Eckpfeilern Biographie Carl Canows.
Doch zwischen den Polen "arm geboren" und "geisteskrank gestorben" entfaltete sich ein reiches Künstlerleben, das sich in der Herstellung von Auftragsporträts längst nicht erschöpfte. Insbesondere mit seinen Genrebildern nahm Carl Canow am nationalen Kunstleben des 19. Jahrhunderts teil.
Mit Unterstützung verschiedener Kunstvereine in Deutschland und der Schweiz bot Canow seine Genrebilder auf dem freien Kunstmarkt an und verkaufte sie auf Ausstellungen zwischen Tilsit und Stuttgart sowie nach Schweden. Obgleich er bis auf seine kurze Studienzeit in Berlin stets in Wismar ansässig war, reicht sein Radius durch diese Teilnahme am überregionalen Kunstmarkt weit über seine Heimatstadt hinaus.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog, der im Stadtgeschichtlichen Museum zu erwerben ist.
Von Mauern umschlossen - Die Veste Wismar
2. April bis 3. Oktober 2004
Im Jahr des 775. Stadtjubiläums der Hansestadt Wismar bietet die Ausstellung einen Überblick über die Befestigungsanlagen der Stadt vom gotischen Mauerring mit Toren und Türmen über die barocke Festung bis zu deren Schleifung und Umwandlung der Befestigungsanlagen in einen Park und eine Ringstraße.
Die erste Stadtmauer Wismars wurde im 13. Jahrhundert in Backstein errichtet. Ihre Erbauung war ebenso wie der Bau der Kathedralen eine Gemeinschaftsleistung aller Bürger. Historikern gilt der Bau einer Stadtmauer als wichtiges Kriterium, um Städte von Dörfern und anderen Ortschaften zu unterscheiden. Die Stadtmauer war im Mittelalter das Symbol städtischer Freiheit schlechthin. Die Mauer diente nicht nur zur Verteidigung, sondern markierte einen eigenen Rechts- und Wirtschaftsraum.
Die andere Sella Hasse - Gemälde und Aquarelle
Die andere Sella Hasse - Gemälde und Aquarelle
15. Oktober 2003 bis 28. März 2004
Mit dem Namen der Malerin und Graphikerin Sella Hasse (1878-1963) verbinden Kunstinteressierte heute vor allem expressive Graphiken aus der Welt der Arbeit.
Ein bisher fast unbeachter Teil des künstlerischen Schaffens von Sella Hasse ist nun im Stadtgeschichtlichen Museum zu entdecken: Impressionistische Arbeiten von überraschender Leichtigkeit, eindrucksvolle Porträts und symbolische Darstellungen. Eine Reihe dieser Arbeiten wurden Anfang des 20. Jahrhunderts in Ausstellungen der Berliner Secession, der wichtigsten Künstlervereinigung der Moderne unter der Präsidentschaft von Max Liebermann und Lovis Corinth, ausgestellt und gerieten danach in Vergessenheit.
Zwei Jahrzehnte, von 1910 bis 1930, lebte Sella Hasse in Wismar und blieb auch nach ihrer Übersiedlung nach Berlin mit der Hafenstadt verbunden. Nach ihrem Tod wurde sie auf eigenen Wunsch auf dem Wismarer Friedhof beigesetzt.
Große Teile ihres künstlerischen Nachlasses befinden sich inzwischen im Stadtgeschichtlichen Museum. Dazu gehört auch ein Bestand von über 300 farbigen Arbeiten wie Ölbildern, Aquarellen, Temperabildern und Collagen, die bisher noch nie als zusammenhängender Werkkomplex zu sehen waren. Diese Lücke schließt nun das Stadtgeschichtliche Museum mit der Ausstellung "Die andere Sella Hasse". Viele der rund 100 für die Ausstellung ausgewählten Werke sind erstmalig zu sehen und werden das bestehende Bild der Künstlerin sicher verändern.
Neben den künstlerischen Werken befinden sich auch viele Dinge aus Sella Hasses Privatbesitz inzwischen im Museum. Dazu gehören Teile ihres Mobiliars, Fotoalben und seit einigen Jahren auch ein umfangreicher Bestand ihrer Korrespondenz aus den Jahren 1903 bis 1963. Diese Unterlagen gaben wertvolle neue Hinweise auf die Biographie Sella Hasses sowie ihre Werke, die in die Ausstellung eingeflossen sind. Eine Bildschirmpräsentation ermöglicht dem Besucher einen Einblick in diese Archivalien.
Zur Ausstellung erschien ein Katalog, der im Stadtgeschichtlichen Museum zu erwerben ist.
Svensk glaskonst
17. August bis 5. Oktober 2003
Zu einem der kulturellen Höhepunkt des Schwedenfestes 2003 zählt die Sonderausstellung "Svensk Glaskonst", die in Kooperation mit dem Smålandsmuseum in Växjö, dem führenden schwedischen Museum für Glaskunst und Kunstglas zusammengestellt wurde. Die Exposition mit mehr als 100 Glasobjekten bietet einen Überblick über die schwedische Glaskunst der letzten hundert Jahre. Im 20. Jahrhundert hat sich das schwedische Glas mit seinen phantasievollen Glasobjekten und schön gestalteten Gebrauchsgegenständen einen Namen gemacht. Der größte Teil dieser Produkte kommt aus der Region Småland, die wegen der Vielzahl ihrer Glashütten auch unter dem Namen „Glasreich“ bekannt ist. Im Jahre 1900 gab es etwa 40 Glashütten in Småland. Heute befinden sich 13 der insgesamt 14 schwedischen Glashütten in dieser Provinz.Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiten Künstler in den schwedischen Glashütten an der Gestaltung des schwedischen Glasdesigns. Seit den 1970er Jahren gibt die Studioglasbewegung, in der die Künstler in eigenen Ateliers ihre Entwürfe verwirklichen, immer neue Impulse und Inspirationen. Seinen internationalen Durchbruch erlangte das schwedische Glas auf der Weltausstellung in Paris 1925. „Swedish Grace“ wurde zum Stilbegriff für graziöses, graviertes Glas z. B. von Simon Gate und Edward Hald, einem Schüler von Henri Matisse. In den 1930er Jahren bestimmte die Funktionalität die Form der Glasgefäße. Glas als Material bekam einen neuen Selbstwert, während aufwändige Motive immer mehr verschwanden. Stets prägten die aktuellen Kunstströmungen die zeitgenössischen Werke: So ließen sich die Glaskünstler in den 60er Jahren von der Pop-Art inspirieren, in den 1990ern finden sich auch Comic-Motive. Poetische und träumerische Formen und Motive, die auf Märchen und Sagen zurückgreifen stehen Glasobjekten gegenüber in denen das reine Kristall mit Nägeln, Draht und Stanniolpapier verunreinigt wurde. Farbenprächtige Glasware in asymmetrischen, schwungvollen Formen von Gunnel Sahlin oder schwere, sandgestrahlte Glasplastiken in Form länglicher Kajaks von Bertil Vallien oder die gravierten Tierplastiken von Mats Jonasson, die internationalen Ruhm erlangten, zeigen die Vielfalt der aktuellen Glaskunst.
Die Glasobjekte kommen zum größten Teil aus dem Smålands museum. Außerdem haben die Museen in Orrefors und Kosta, Östergötlands Länsmuseum in Linköping, Länsförsäkring Kronoberg, Knutsson Art and Antiques in Vänersborg und einige private Sammler Exponate zur Verfügung gestellt. Neben der wissenschaftlichen Recherche, der Auswahl der Objekte sowie der Ausstellungsgestaltung machte vor allem die Organisation der Transporte, die Logistik und vor allem die Versicherung der ebenso empfindlichen wie kostbaren Objekte die Ausstellung in der Vorbereitungszeit zu einem aufwendigen binationalem Unternehmen, das mit Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar realisiert wurde.
Heut´ schau ich Euch im Schwedenkopf
Heut´ schau ich Euch im Schwedenkopf - eine Schiffsplastik wird Markenzeichen
11. April bis 3. August 2003
Die Wismarer Schwedenköpfe gelten als Symbole der schwedisch-wismarschen Historie. Je mehr Schwedenköpfe auf den Wismarer Straßen und Plätzen aufgestellt werden, desto häufiger hört man Fragen zur Geschichte und Bedeutung zu diesen Symbolen der schwedischen Geschichte Wismars.
Warum heißen die Köpfe Schwedenköpfe? Wozu dienten sie ursprünglich? Warum tragen sie einen Löwenkopf als Helm?
Diese Fragen beantwortet die Sonderausstellung "Heut´ schau ich Euch im Schwedenkopf - eine Schiffsplastik wird Markenzeichen" im Stadtgeschichtlichen Museum.
Mit archivalischem Spürsinn, moderner medizinischer Diagnostik und restauratorischen Untersuchungsmethoden wurden die originalen Schwedenköpfe analysiert und erforscht. Die oft erstaunlichen Ergebnisse zur Geschichte der originalen barocken Holzplastiken sowie ihrer vielfältigen Kopien überraschen auch Kenner der Wismarschen Tradition.
Übrigens: Der Ausstellungstitel "Heut´ schau ich Euch im Schwedenkopf" ist ein Zitat aus Johann Wolfgang von Goethes "Faust". Zur Goethezeit bezeichnete man mit dem Begriff "Schwedenkopf" eine Frisur, die im Unterschied zur altmodischen, gepuderten Zopfperücke als Zeichen von Modernität und Aufgeklärtheit galt.
Anschlag! Plakate der jüngsten Vergangenheit
vom 31. Januar bis 30. März 2003
Die Plakatsammlung des Stadtgeschichtlichen Museums der Hansestadt Wismar umfaßt ca. 3000 Exemplare. Aus diesem reichen Fundus wurden für die Sonderausstellung 78 Exponate aus der Zeit ab 1946 ausgewählt, die sich direkt auf Wismar beziehen. Sie waren in Wismar ausgehängt, wurden hier hergestellt oder künden von Ereignissen und Veranstaltungen, die für Wismar wichtig waren. Wenn auch inzwischen mit den elektronischen Medien preiswertere und weitreichendere Kommunikationsmittel zur Verfügung stehen, so hat das Plakat als Werbeträger noch immer nicht ausgedient. Wer an dessen aktueller Bedeutung zweifelt, bedenke die massenhafte Plakatierung zum Beispiel zu Wahlkampfzeiten.
Unmittelbar nach Kriegsende konnte die Bevölkerung nur mit Hilfe von Anschlägen über Anordnungen und Befehle der Besatzungsmächte informiert werden. In den Nachkriegsjahren wurde das Plakat zum auflagenstärksten Medium für die Propaganda der Parteien, Massenorganisationen und amtlichen Stellen.
Das Plakat spielte eine wichtige Rolle bei der Verbreitung der gewünschten Leitbilder. Theater und Kulturbund warben für ihre Veranstaltungen. Themen der Wirtschaftswerbung waren die Leistungssteigerung der Beschäftigten und der Betriebe, die Verbesserung der landwirtschaftlichen Produktion und der sparsame Umgang mit Rohstoffen. Mit der Einführung und Verbreitung des Fernsehens ab 1957 änderte sich die Bedeutung des Plakats in der DDR. Stärker als bisher wurde seine Gestaltung nun als künstlerische Aufgabe angesehen. In den ausgestellten Plakaten begegnet man Veranstaltungen wie dem Hanseatenrennen oder der Ostseewoche und Organisationen wie dem FDGB, der DSF oder der GST. Kürzel, die inzwischen für manchen Nachgeborenen schon aufgelöst und erklärt werden müssen. Wendepunkte und herausragende Einzelereignisse der Stadtgeschichte wie der Abzug der britischen Besatzungstruppen 1945 oder der Arbeiteraufstand vom 17. Juni 1953, der in Wismar erst mit einem Tag Verspätung aufflammte, sind in Anschlägen dokumentiert.
Aufgrund ihrer zeitlich begrenzten Lebensdauer sind Plakate stets gegenwartsbezogen und daher unmittelbare Zeitzeugen. Als Auftragskunst vermitteln sie die Wahrheit der Herausgeber. Die Plakate der Ausstellung präsentieren folglich das Bild, das die DDR öffentlich von sich zeichnete. Wieweit dieses Bild von dem individuellen Erleben der Zeitzeugen und den Ergebnissen der historischen Forschung abweicht, daraus kann während der Ausstellung ein spannender Dialog werden.
