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Der zweite Sonntag im September ist für alle Freunde der Denkmalpflege und des Denkmalschutzes schon zu einem festen Termin geworden. An diesem Tag findet europaweit der "Tag des offenen Denkmals" statt. Das Prinzip ist denkbar einfach. Einmal im Jahr werden kostenfrei Denkmale geöffnet, die sonst nicht allgemein zugänglich sind. Durch Erläuterungen und Führungen werden die Objekte "erlebbar" gemacht. Für die privaten Eigentümer, ehrenamtlichen Helfer und engagierten Vereine, die sich der Erhaltung historischer Bauten und Stätten widmen, bietet das jährlich stattfindende Ereignis eine hervorragende Gelegenheit, ihre Arbeit der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Seinen Ursprung hat der Tag des offenen Denkmals in Frankreich. Erstmals 1984 veranstaltet, war die Aktion dort auf Anhieb ein großer Erfolg, der rasch auch andere europäische Länder mitriss. So griff der Europarat den Gedanken auf und rief 1991 die "European Heritage Days" ins Leben.

2014 beteiligten sich 50 Länder Europas. So nutzen Jahr für Jahr rund 20 Millionen Menschen – davon allein 4 Millionen in Deutschland - die Gelegenheit, mehr als 30.000 Denkmale zu besichtigen. Das sind große Zahlen, die nur zusammen kommen, weil in den Städten und Gemeinden engagierte Menschen diesen Denkmaltag ganz persönlich mitgestalten. Bei allen Teilnehmern, die sich dieses "aufbürden", möchte ich mich sehr herzlich bedanken. In Wismar waren im vergangenen Jahr 16 Denkmale offen und rund 9.600 Besucher haben das Angebot genutzt. Einmal mehr hat sich gezeigt, dass die Wismarerinnen und Wismarer denkmalbegeistert sind und sich mit ihrer Stadt identifizieren.

In diesem Jahr ist das Programm ebenso umfangreich und vielfältig. Mit dem Motto: "Handwerk, Technik, Industrie", das von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz benannt wurde, bieten sich interessante Bezugspunkte.

Ich bin sicher, dass das Interesse an unseren Denkmalen und an historischer Handwerks- und Industriekultur in diesem Jahr wieder viele Menschen in Bewegung setzen wird. Dazu wünsche ich allen, den Ausrichtern und den Besuchern, viel Spaß und Freude.

Thomas Beyer
Bürgermeister der Hansestadt Wismar

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Tag des offenen Denkmals

 

Flyer - Tag des offenen Denkmals

 

PROGRAMM in der HANSESTADT WISMAR

(1) Alter Hafen: "Poeler Kogge"
Das "WISSEMARA" getaufte Schiff in Klinkerbauweise ist der Nachbau eines im Jahr 1997 vor der Insel Poel entdeckten archäologischen Wrackfundes. Derartige Schiffe mit einer Tragfähigkeit bis zu 250 Tonnen bildeten seit der Hansezeit die Grundlage für den Transport von Massengütern und waren somit Basis für die wirtschaftliche Macht und den Aufstieg der Hansestädte im Nord- und Ostseeraum.

  • 10-17 Uhr "Open Ship" am Alten Hafen von Wismar in unmittelbarer Nähe des historischen Baumhauses
  • Erläuterungen durch die Crew der "WISSEMARA" vom Förderverein "Poeler Kogge" e.V.

(2) Alter Hafen: Silo I
In den 1930er Jahren nahm der Getreidehandel im deutschen Ostseeraum wesentlich zu. In vielen Häfen wurden deshalb große Silogebäude zur Lagerung des Schüttgutes in vertikalen Schächten errichtet. Das 1935 von der Firma Loewe gebaute ziegelverblendete Stahlbetonsilo verfügt über 71 senkrechte Kammern, in die über Elevatoren das Getreide nach oben transportiert und eingeschüttet und dann unten über Trichter wieder entnommen werden konnte. Im Jahr 2003 wurde das Silo außer Betrieb genommen.

  • 10 und 15 Uhr Führung durch das Gebäude (nur zu den Führungen geöffnet)


(3) Wassertor
Als Teil der Stadtbefestigung wurde das Tor in der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts erbaut. Nach der 1865 begonnenen Niederlegung der Stadtmauer blieb von den ehemals fünf Stadttoren nur das Wassertor erhalten. Der quadratische Backsteinbau mit spitzbogiger Tordurchfahrt weist an der See- und Stadtseite unterschiedliche Giebel auf. Seit der Rekonstruktion des Torraums in den 1970er Jahren befindet sich hier der Sitz des "CLUB Maritim e.V."

  • 10-17 Uhr geöffnet
  • Führungen nach Bedarf durch Mitglieder des „Club Maritim e.V.“


(4) Poeler Straße 3: Ringlokschuppen
Der zwölfgleisige Ringlokschuppen mit Drehscheibe, erbaut 1889, diente bis in die 1990er Jahre der Unterhaltung und dem Betriebseinsatz von Dampf- und Diesellokomotiven. 2009 begann die Sicherung und Instandsetzung des stark verfallenen denkmalgeschützten Gebäudes. Heute werden in ihm historische Eisenbahnfahrzeuge restauriert und präsentiert, insbesondere aus der Produktion der einstigen Triebwagen- und Waggonfabrik Wismar AG.

  • 10-17 Uhr geöffnet
  • ab 11 Uhr Führungen zu jeder vollen Stunde bis letztmalig um 16 Uhr durch den
    Verein „Eisenbahnfreunde Wismar e.V.“, bei Bedarf öfter
  • Arbeiten der Jugendbauhütte Wismar der Deutschen Stiftung
    Denkmalschutz am Lokschuppen.


(5) Schulstraße 9, 11: Große Stadtschule 5
Auf dem Gelände des ehemaligen Franziskanerklosters wurde nach dem sukzessiven Abriss der mittelalterlichen Klosteranlage in den Jahren 1892/93 das Hauptgebäude der Großen Stadtschule in neogotischem Stil errichtet. Nach aufwendigen Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen befindet sich heute hier das Geschwister-Scholl-Gymnasium.

  • 10-16 Uhr Aula geöffnet
  • Ausstellung zum historischen Präparationshandwerk, u.a. am Beispiel
    der alten zoologischen Schullehrsammlung mit Erläuterungen
    von Klaus-Dieter Jost und Klaus-Dieter Gralow
  • Jugendliche im Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege (ijgd) stellen ihr
    Projekt vor: Der Bestand an Schulwandtafeln und –karten als historische
    Lehrmittelsammlung (Katalogisierung, Inventarisierung).


(6) Bohrstraße 12 + 12a: Historik Hotel Alter Speicher
Im Jahr 1992 wurden zwei benachbarte Giebelhäuser inmitten der Altstadt zu einem modernen Hotelkomplex mit historischem Ambiente umgenutzt: ein ehemaliges Wohnhaus, vermutlich im 17. Jahrhundert errichtet, dessen Jugendstilhalle heute der Empfangsbereich für die Gäste darstellt sowie ein ehemaliger Getreidespeicher, dessen einstige Funktion an der Fassade heute noch ablesbar ist.

  • 12-17 Uhr geöffnet
  • Führung stündlich von 12 bis 16 Uhr
  • Malwettbewerb mit dem Malbogen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz


(7) Claus-Jesup-Straße 17: Tischlerei, Restaurierungswerkstatt
Seit 1988 betreibt Handwerksmeister Mathias Podlasly die im Jahr 1928 von Alfred Knauth gegründete Tischlerei in der Claus-Jesup-Straße. Heute ist dies die einzige Tischlerei in der Wismarer Altstadt. In den historischen Werkstatträumen wird heute noch das Holzhandwerk gepflegt und alte Möbel, denkmalwerte Innenausstattungen und Bauteile fachgerecht restauriert sowie historische Maschinen und Werkzeuge bewahrt.

  • 11-16 Uhr geöffnet / Besichtigung Hofgebäude
  • 11:30 und 14 Uhr Führungen durch Mathias und Katja Podlasly


(8) Lübsche Straße 83: Konditorei Cafe´ Senf
Wenige Jahre nach der Pulverturmexplosion 1699, die viele Gebäude in der westlichen Altstadt zerstörte, wurde dieses Grundstück mit einem traufständigen Vorderhaus und einem Seitenflügel wieder neu bebaut. Der Speicher auf dem Hof kam später hinzu. Seit rund 200 Jahren wird hier gebacken und dieser Tradition folgt die Konditorei Senf, die 2004 den denkmalgeschützten Gebäudekomplex umfangreich sanierte.

  • 8–18 Uhr Cafe´ geöffnet
  • 12, 14 und 16 Uhr Führungen über das Grundstück mit
    Konditormeister Gerd-Uwe Senf
  • Ausstellung "Historische Konditorbücher und –zubehör"
  • Spezialität zum Denkmaltag: Marzipanschwedenkopf


(9) Lübsche Straße 88: Gesundheitszentrum Körner
Der breitgelagerte klassizistische Putzbau von neun Achsen unter einem Walmdach stammt aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Der Mittelrisalit mit flachem Dreieckgiebel und Lünettenfenster ist leicht vorgezogen und erhöht. Ehemals wurde das Gebäude als Logenhaus "Athanasia zu den drei Löwen" genutzt. Nach umfangreicher Sanierung entstand hier ein modernes Gesundheitszentrum mit Physiotherapie.

  • 11-16 Uhr geöffnet
  • 12 und 14 Uhr Führung durch das Haus


(10) Lübsche-Straße 31: Heiligen-Geist-Kirche
Di an der Lübschen Straße, unmittelbar an der Naht zwischen der Marktstadt und der sog. Neustadt im frühen 14. Jahrhundert errichtete Hospitalkirche diente als Gotteshaus, Klinik und Herberge für Reisende, Pilger und Obdachlose. Im Innern befinden sich mittelalterliche Wandmalereien und eine farbige barocke Holzbalkendecke mit biblischen Szenen zur Schöpfungsgeschichte. Die Kanzel und die Stuhlwangen stammen aus dem 16. Jahrhundert.12:30-18 Uhr geöffnet

  • 14 Uhr Erläuterungen von Restauratorin Annette Seiffert zum Martin-Georg-Altar
  • Fotoausstellung des Vereins "Dorfkirchen in Not in Mecklenburg und Vorpommern e.V." mit fachkundigen Erläuterungen durch Mitglieder des Vereins



(11) Lübsche Str. 23: WELT-ERBE-HAUS
Das sanierte mittelalterliche Giebelhaus mit Kemladen verfügt über baugeschichtliche Befunde aus sieben Jahrhunderten. Neben einer Ausstellung zum UNESCO-Welterbe widmen sich spezielle Themenräume bestimmten Aspekten der Stadtentwicklung Wismars und zeigen originale Architekturdetails und Raumdekore. Optisches Highlight ist der Tapetensaal mit der 1823 in Paris gedruckten Panoramatapete "Telemach auf der Insel der Göttin Calypso" nach dem Erzählstoff des französischen Dichters Fénélon. Im Hof wird das historische Trinkwasserleitungssystem von Wismar dargestellt und Stelen der Wasserkunst präsentiert.

  • 9-17 Uhr geöffnet
  • 10 und 13 Uhr Führungen durch Vorderhaus und Kemladen mit dem
    Denkmalpfleger Axel Schulze
  • 11 und 14 Uhr Erläuterungen zur Restaurierung des Tapetensaales durch den Restaurator Jens Zimmermann


(12) Stadtführungen, Treffpunkt: WELT-ERBE-HAUS

  • 10:30 und 14:30 Uhr / Stadtführungen zum Tag des offenen Denkmals
    Dauer jeweils 2 Stunden


(13) Krämerstraße 19: Konditorei Cafe´ Senf

Die ursprünglich zwei mittelalterlichen Giebelhäuser wurden um die Mitte des 17. Jahrhunderts umgebaut, mit Volutengiebeln versehen und im Laufe der Zeit nachträglich gemeinsam erschlossen und genutzt. Das Erdgeschoss ist durch Ladeneinbauten im 19/20. Jh. stark verändert worden. Im Cafe´ befindet sich eine bemerkenswerte Stuckdecke und im südlichen Ladenbereich eine wertvolle Deckenmalerei.

  • 8–18 Uhr Cafe´ geöffnet
  • 10 und 14 Uhr Erläuterungen zur Sanierung des Hauses und Führung in den Garten durch Architektin Monika Wolter.

Im vergangenen Jahr ist das Konditorei-Cafe´ Senf vom internationalen Gourmet-Journal "Der Feinschmecker" zum Landessieger der besten Cafés Deutschlands gewählt worden.


(14) Großschmiedestraße 9: Wohn- und Geschäftshaus

Das herausragende Giebelhaus ist mittelalterlichen Ursprungs. Es wurde in der 2. Hälfte des 17. Jhs. zu einem Lizenthaus der schwedischen Krone umgebaut und mit einem Kemladen erweitert. Der barock gestaltete Treppenraum mit bemalter originaler Holzbalkendecke, Treppenanlage, Kamin und Wandfassung im hinteren Dielenbereich wie auch die Fassade des Kemladens mit originalen Fenstern und Zierputz werden aufwendig restauriert und instandgesetzt. Eine rückwärtige Grundstücksmauer belegt noch den zweiarmigen Zugang zur einstigen barocken Gartenanlage.

  • 11 bis 12 und 13 bis 14 Uhr Führung durch den Planer Arndt Uhlig (nur zu der Führung begehbar)


(15) Turnplatz 4: Villa, Vereinshaus (Doppelhaushälfte)

Die Villa wurde 1909 entworfen und 1910 gebaut. Ursprünglich als Einzelhaus gedacht, kam es noch während der Bauzeit mit Loggien und veränderten Eingängen zu Umplanungen, die die Nutzung als Doppelhaus zuließen und damit eine bessere wirtschaftliche Verwertbarkeit gestatteten. Ab 1998 hat der Christliche Hilfsverein das denkmalgeschützte Gebäude mit Hilfe von Jugendlichen und mit großem Engagement vor dem Verfall bewahrt.

  • 9-18 Uhr offen
  • 10, 11, 14 und 16 Uhr Führungen durch Frieder Weinhold
  • Darstellung der Haussanierung
  • Ausstellung mit Gemälden des albanischen Künstlers TASO aus Pogradec und Kinderbildern aus Bishnica.
  • Präsentation der Arbeit des Christlichen Hilfsvereins Wismar e.V.
  • Kaffee und Kuchen


(16) Zum Festplatz 3: phanTECHNIKUM

Das phanTECHNIKUM in Wismar ist das Ausstellungshaus des Technischen Landesmuseum Mecklenburg-Vorpommern. In dem 1936 errichteten ehemaligen Stabsgebäude des Wismarer Flakregiment 61 laden eine Vielzahl von Experimentierstationen zum Anfassen und Ausprobieren sowie zahlreiche technikhistorische Exponate zum Bewundern und Staunen ein. Durch die großzügige Umgestaltung ist das historische Gebäude zu einem architektonischen Kleinod geworden.
Von der Antike bis heute, vom Schmied bis zum Industrieroboter: Feuer verbindet!
Das Schmieden, Löten oder Schweißen, die Technologien finden im Handwerk in der Industrie oder zu Hause beim Basteln ihre Anwendung. Im phanTECHNIKUM in Wismar führt ein thematischer Rundgang durch die Geschichte der Schweißtechnik, erläutert die einzelnen Verfahren und blickt auf wichtige Protagonisten der technologischen Entwicklung. Darüber hinaus gibt es die Gelegenheit am „Virtuellen Schweißtrainer“ selbst zu schweißen oder den „Singenden Lichtbogen“ zu erleben.

  • 10-17 Uhr geöffnet
  • 11 Uhr Führung durch den Ausstellungsbereich „Historische Schweißtechnik“ mit
    Dipl.-Ing. Ronald Berndt, Vorsitzender der DVS-Arbeitsgruppe „Geschichte der Fügetechnik“ (ca. 1 Stunde)
  • Im Anschluss Vorführungen des „Singenden Lichtbogens“ und des „Schweißroboters“ sowie die Möglichkeit am „Virtuellen Schweißtrainer“ selbst zu schweißen.

Am Tag es offenen Denkmals gelten im phanTECHNIKUM folgende Sondereintrittspreise:
Erwachsene (auch Rentner): 4,00
Kinder (6-17 Jahre): 2,50; Kinder unter 6 Jahren: frei
Familien (2 Erw. + 1 Kind bzw. 1 Erw. + 2 Kinder): 10,00 EUR.
Führung und Vorführungen sind für die Besucher kostenlos.



... auch im Landkreis haben viele Denkmale für Sie geöffnet:

u.a. der Mühlenkomplex in Bad Kleinen in Zusammenarbeit mit dem Kreisagrarmuseum Dorf Mecklenburg, der Bürgerbahnhof und der gegenüberliegende Wasserturm in Grevesmühlen, die Windmühle in Stove, das Freilichtmuseum "Bechelsdorfer Schulzenhaus" ...

Auf Schloß Wiligrad werden interessante Führungen – wie z.B. Recherchen zur Kraft- und Stromerzeugung zum Einsatz von gewerblichen (kraftbetriebenen) Waschmaschinen auf der Schlossanlage Wiligrad um 1900 - angeboten. Wie jedes Jahr öffnen auch in diesem Jahr Denkmale, die sich nicht explizit auf das Jahresmotto "Handwerk, Technik, Industrie" vorbereiten - wie das Gutshaus in Ganzow und unsere Dorfkirchen.





31.08.2015 
Quelle: Abt. Sanierung und Denkmalschutz