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Seit vergangener Woche darf sich das Gymnasium am Tannenberg in Grevesmühlen auch "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage" nennen.


Es ist damit die 26. Schule im Land Mecklenburg-vorpommern, dier dieser Titel verliehen wurde. Landeskoordinatorin Katrin Schulz nahm die Auszeichnung vor. Sie lobte vor allem das Engagement der Schülerinnen und Schüler. Beispielgebend sei hier der im Oktober am Gymnasium durchgeführte Tag "Schule gegen Rassismus" gewesen. Insgesamt 14 Projekte seien dort gelaufen. Initiiert wurden sie von den 12. Klassen. Die Auszeichnung nahmen stellvertretend Tobias Amling, Liza Klatt, Jessica Aselmeyer und Kathleen Faber entgegen. Die begonnenen Projekte wollen sie weiterführen, wie sie im Gespräch mit dem Ostsee-Anzeiger erklärten.



Das Foyer im Gymnasium am Tannenberg in Grevesmühlen war am Dienstag vor einer Woche aber nicht nur Ort der Verleihung der Auszeichnung "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage". Gleichzeitig wurde die Ausstellung "Momente der Besinnung" eröffnet. Zu sehen sind Fotografien von den Wismarern Petra Steffan und Gerd Giese, die sie im vergangenen Jahre vom Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee machten und die auch schon in der St.-Nikolai-Kirche in Wismar ausgestellt wurden. Jener Friedhof gilt als einer der schönsten erhaltenen Friedhöfe Europas. Er hatte Petra Steffan und Gerd Giese bei ihrem Besuch mit der Gruppe STOLPERSTEINE, der sie beide angehören, zu diesen Aufnahmen inspiriert. Die Ausstellung wird in Grevesmühlen deshalb gezeigt, weil auch hier die Juden in der Nazi-Zeit der Verfolgung ausgesetzt waren. Die Reichskristallnacht vom 9. zum 10. November 1938 nahmen die Nationalsozialisten zum Anlass, den jüdischen Friedhof komplett zu zerstören. Ein Gedenkstein am Vielbecker See erinnert und mahnt heute an die Ereignisse aus jener Zeit. In einem gemeinsamen Projekt der Stadt Grevesmühlen und des Vereins zur Förderung des Gymnasiums am Tannenberg e. V. wird seit Beginn des Schuljahres die jüdische Geschichte in Grevesmühlen vom Mittelalter bis zur Gegenwart beleuchtet. Das von der Amadeo Antonio Stiftung unterstützte Projekt soll zur Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus anregen, ein wichtiges Stück Regionalgeschichte erhalten und die letzten Zeichen jüdischer Kultur in Grevesmühlen stärker in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken. Gerade für junge Menschen sei es in den Augen von Schulleiterin Ute Debold wichtig, dass sie sich mit der Regionalgeschichte von Grevesmühlen befassen uns sich mit den Orten der Geschichte auseinandersetzen.

Quelle: Ostsee-Anzeiger Grevesmühlen