Bildimpressionen
Head Bild Bürger

Unternavigationspunkte

Sie sind hier: Startseite

Inhalt

Bodendenkmalpflege


Zuständigkeit:                          

Wahrnehmung der Aufgaben der Unteren Denkmalschutzbehörde auf Grundlage des Denkmalschutzgesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern (DSchG M-V) vom 06.01.1998 GVOBl. Nr. 1/1998 S. 12 ff.

Was sind Bodendenkmale?


Bodendenkmale sind nach § 2 des DSchG M-V Sachen sowie Teile oder Mehrheiten von Sachen, an deren Erhaltung ein öffentliches Interesse besteht, da sie für die Geschichte des Menschen bedeutend sind. Sie zeugen u. a. vom menschlichen Leben in der Vergangenheit und gestatten Aufschlüsse über die Kultur-, Wirtschafts-, Sozial- und Geistesgeschichte sowie über Lebensverhältnisse und zeitgenössische Umweltbedingungen des Menschen in ur- und frühgeschichtlicher Zeit. Bodendenkmale stehen aus diesem Grund unter Denkmalschutz.

Um den besonderen Umständen und Anforderungen einer archäologischen Untersuchung in dem dichten Gebilde Altstadt gerecht zu werden, konzentriert sich die Stadtkernarchäologie als spezieller Forschungszweig auf dieses besondere Aufgabengebiet. In Wismar ist der gesamte Bereich innerhalb der ehemaligen mittelalterlichen Stadtmauer als "Bodendenkmal Altstadt" definiert. Hier ist in jedem Fall bei Erdarbeiten die vorherige oder baubegleitende archäologische Untersuchung der betroffenen Bereiche notwendig.


Das Denkmalschutzgesetz 


möchte durch seine Schutz- und Pflegevorschriften zum Erhalt des archäologischen Erbes beitragen. Der Bewahrung wird die höchste Priorität eingeräumt, jedoch heißt "Schutz der Bodendenkmale" nicht in jedem Fall zwangsläufig "Erhaltung". Dort, wo eine Ausdehnung des Lebens- und Entwicklungsraumes durch den Erhalt einzelner Denkmale so stark eingeschränkt wird, dass die Wirtschaftlichkeit und damit das öffentliche Interesse die Beseitigung dieser Denkmale erfordert, beschränkt sich der Schutz auf die wissenschaftliche Untersuchung und Bergung.


Das sogenannte Verursacherprinzip


Derjenige, der den wirtschaftlichen Vorteil aus der Zerstörung archäologischer Denkmale zieht, also der Verursacher, wird durch das Gesetz dazu verpflichtet, die Kosten für Bergung und Dokumentation der archäologischen Befunde und Funde zu tragen (§ 6 Abs. 5 DSchG M-V).  Die wissenschaftliche Untersuchung erfolgt durch das Landesamt für Bodendenkmalpflege M-V, Schloß Wiligrad in 19069 Lübstorf.


Finanzierungshilfen


Förderanträge sind beim Landesamt für Bodendenkmalpflege M-V (Schloß Wiligrad, 19069 Lübstorf) als zuständige Bewilligungsstelle einzureichen.



 

Ausgrabung
© Foto Abt. Denkmalpflege 

Bei Bauarbeiten im Bereich der Mühlbachbrücke stieß man auf eine massive Holzkonstruktion. Die anfängliche Vermutung, es könne sich um die mittelalterliche Grubenquerung handeln, schien sich mit fortschreitender Freilegung des Befundes nicht zu bestätigen.
Klarheit über das Alter soll nun eine dendrochronologische Untersuchung der Hölzer erbringen.
Die Freilegung und Dokumentation erfolgte durch Mitarbeiter des Landesamtes für Bodendenkmalpflege Mecklenburg - Vorpommern.
(Foto Abt. Denkmalpflege)

Ledergürtel
© Foto Abt. Denkmalpflege 

Archäologische Funde wie dieser Ledergürtel sind äußerst selten. Das Stück ist nicht nur aufgrund seines Erhaltungszustandes bemerkenswert, sondern vor allem wegen seiner muschelförmigen Zierelemente, die ihn dem mittelalterlichen Pilgerwesen zuordnen, von überregionaler Bedeutung.
Die metallenen Besatzstücke, auch Jacobsmuscheln genannt, waren das Zeichen der Wallfahrt an das Grab des Heiligen Jacobus
d. Ä. in Santiago de Compostella.
Vor Jahren ging der Gürtel selbst auf Reisen, als Leihgabe zu der internationalen Pilgerausstellung in Galizien/Spanien.
(Foto Stadtgeschichtliches Museum Wismar)